Tourismus boomt  Stadt Leer plant die Einführung einer Übernachtungssteuer

| 21.09.2023 14:03 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Leer mit seiner Altstadt ist bei Touristen beliebt. Foto: Ortgies/Archiv
Leer mit seiner Altstadt ist bei Touristen beliebt. Foto: Ortgies/Archiv
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Der Tourismus in der Stadt Leer boomt. Die Zahl der Übernachtungen steigt. Nun möchte auch die Stadtverwaltung davon stärker profitieren – mit einer neuen Steuer.

Leer - Der Trend ist eindeutig: Leer hat sich nicht zuletzt vor allem dank der Altstadt, der attraktiven Fußgängerzone, dem Hafen und weiteren Sehenswürdigkeiten zu einem enormen Besuchermagneten entwickelt. Darauf weist die Stadtverwaltung hin. Die Folge: Der Tourismus boomt, die Anzahl der Übernachtungen steigt. „Das ist eine sehr positive Entwicklung, die vielen Geschäftsleuten und Unternehmen in der Stadt zugutekommt“, so die Verwaltung. Im Laufe des nächsten Jahres möchte auch die Stadt Leer eigenen Angaben zufolge von dieser Entwicklung noch stärker profitieren. Sie erwägt, dem Beispiel anderer Kommunen zu folgen und von Übernachtungsgästen eine Steuer zu erheben. Die Rede ist von der sogenannten Übernachtungssteuer. „Diese wäre von den Gastgebern zu vereinnahmen und an die Stadt abzuführen“, heißt es in der Mitteilung.

Die Stadt ist für die Infrastruktur zuständig, die auch von den vielen Gästen der Stadt genutzt werde. Beispielsweise ist die Uferpromenade erst vor Jahren aufwendig saniert worden. „Ob Radwege, Grünanlagen oder öffentliche Toiletten: Der Erhalt und der Ausbau öffentlicher Einrichtungen und Anlagen schlägt im städtischen Haushalt kräftig zu Buche“, begründet die Verwaltung in der Mitteilung die Pläne. „Um die Herausforderung der vielfältigen Pflichtaufgaben und steigenden Kosten meistern zu können, ist die Stadt Leer darauf angewiesen, ihre Einnahmen zu erhöhen.“ Die Übernachtungssteuer sei dabei „eine gute Option“, die gleichzeitig auch ermögliche, den Tourismus noch stärker anzukurbeln.

Tourismus ist wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt

Ein Teil der Einnahmen könnte laut Verwaltung nach politischer Festlegung auch dazu herangezogen werden, um die städtischen Ausgaben im Infrastruktur-Sektor anzuheben: „Das bedeutet, dass wir mit der Einführung einer Übernachtungssteuer eine Finanzierungsquelle schaffen, die sowohl einen Beitrag für den Haushalt leistet als auch den Spielraum eröffnet, den Tourismusstandort Leer zielgerichtet zu stärken“, wird der Erste Stadtrat Detlef Holz zitiert. Der Tourismus sei ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt Leer, der immer wichtiger werde. Für das Gastgewerbe, die Gastronomie, den Einzelhandel und Tankstellen sei es entscheidend, dass Gäste auch weiterhin nach Leer kommen und sich gerne in der Stadt aufhielten. Denn sie sorgten für einen nicht unerheblichen Anteil am Umsatz. Holz ist es dabei wichtig, dass der für den Gastgeber entstehende Aufwand so gering wie möglich gehalten werden soll. „Geplant ist, dass die eingenommenen Beiträge einfach mittels eines Online-Formulars oder direkt über die Buchungssysteme gemeldet werden können“, so Holz.

Politische Entscheidungen sollen im November 2023 getroffen werden. Die Einführung der Steuer, durch die dem städtischen Haushalt ein Betrag in sechsstelliger Höhe zufließen könnte, ist für Mitte 2024 geplant. Ein Großteil der Anbieter von Unterkünften für Übernachtungen im Leeraner Stadtgebiet ist nach Angaben der Verwaltung in einem Schreiben bereits über die Pläne der Stadt informiert worden.

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