Vorhaben in Wiesmoor  Durchbruch nach jahrelanger Suche nach Freilauffläche für Hunde

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 27.09.2023 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Diedrich Kleen im Mai auf der Fläche, die er sich weiterhin für eine Hunde-Freilauffläche gut vorstellen kann. Foto: Archiv/Cordsen
Diedrich Kleen im Mai auf der Fläche, die er sich weiterhin für eine Hunde-Freilauffläche gut vorstellen kann. Foto: Archiv/Cordsen
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Wiesmoorer Hundehalter sollen im nächsten Jahr endlich eine Freilauffläche für ihre Tiere erhalten. Der zuständige Ausschuss gab grünes Licht für eine Fläche, von der viele begeistert sind.

Wiesmoor - Was lange währt, wird endlich gut? Seit Jahren wünschen Hundehalter sich eine Fläche in Wiesmoor, wo sie ihre Tiere ohne Leine tollen, toben, laufen lassen können – auch und insbesondere in der Brut- und Setzzeit. Die Umsetzung dieses Wunsches rückt jetzt greifbar nah – mitten im Naherholungsgebiet am Ottermeer, von Wasser umgeben, so dass dort auch ein Hundestrand entstehen kann, an dem die Tiere ins kalte Nass wetzen können. Parkplätze gibt es ausreichend. Das Areal ist auch für Urlauber auf dem benachbarten Camping- und Bungalowpark fix erreicht – und wer sich von freilaufenden Hunden gestört fühlt, bekommt davon mutmaßlich wenig mit.

Das Areal liegt ein Stück von den Spazierwegen entfernt im Busch- und Baumdickicht auf einer Halbinsel im See, unterhalb der Hochspannungsleitung, die von Emden über das Umspannwerk in Wiesmoor nach Conneforde (Ammerland) führt. Auch wenn es eigentlich schon den politischen Beschluss gibt, am Rande des Gewerbegebiets D11 an der Oldenburger Straße auf dem ehemaligen Areal der Wiesmoor-Gärtnerei so eine Fläche auszuweisen, hat der Stadtentwicklungsausschuss des Rates Wiesmoor nun einstimmig dafür plädiert, dass die Verwaltung stattdessen eine Lösung auf der Ottermeer-Halbinsel plant. Und die will jetzt Gas geben und der Politik „schnellstmöglich“ eine konkrete Detailplanung vorlegen, „damit wir das noch in die Haushaltsplanungen fürs nächste Jahr aufnehmen und danach im nächsten Jahr auch endlich liefern können“, sagte Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) in der Sitzung.

Bürgermeister spricht von „sehr guter Wahl“

Die Fläche hatte Diedrich Kleen (Tierschutzpartei) ins Gespräch gebracht, der seit Jahren für die Hundefreilauffläche kämpft und der dafür auch den zwischenzeitlich aufgelösten Verein „Freie Pfoten Wiesmoor“ gegründet hatte. Sven Lübbers hält die jetzige Fläche „für eine sehr gute Wahl“, wie er im Ausschuss nochmal deutlich machte. „Wir hatten im Frühjahr schonmal eine Begehung mit dem Nabu und dem Jagdpächter. Der Nabu hatte keinerlei Bedenken, der Jagdpächter aber schon, weil er dadurch eine Einschränkung der Ruhezonen für das Wild erwartete. Das haben wir erstmal so akzeptiert. Aber die Jägerschaft hatte zuvor schon eine zu allererst ins Auge gefasste Fläche an der Ilexstraße verhindert, weil sie dort Bedenken hatte. Und aus unserer Sicht ist die Fläche am Ottermeer ideal.“

Deshalb habe man „nicht locker gelassen, weil wir diese Fläche wirklich favorisieren und für deutlich besser halten als die bisherige Lösung an der Oldenburger Straße“, fügte Lübbers an. „Die ist nicht gut fußläufig zu erreichen, und vom Areal sollen ja Wiesmoorer und auch Urlauber profitieren. Wir hatten schonmal eine Freilauffläche für Hunde am Campingplatz, die wir aufgeben mussten, weil die Pacht ausgelaufen war und uns die Fläche nicht mehr zur Verfügung stand. Den Urlaubern dort möchten wir natürlich auch wieder eine Fläche anbieten, auf der sie ihre Hunde laufen lassen können. Und da ist das Areal am Ottermeer einfach ideal.“ Er könne sich auch einen Rundkurs für Hunde und Halter auf dem Areal gut vorstellen, sagte Lübbers. Der langjährige Leiter des zuständigen Hegerings Bagband, Manfred Becker, hatte gesagt: „Wir stehen einer solchen Fläche durchaus offen gegenüber. Die Hunde brauchen eine Freilauffläche.“ Und so habe der Jagdpächter jetzt nach weiteren Gesprächen erklärt, er stehe dem Vorhaben nicht im Weg.

Aufgelöster Verein könnte sich von Neuem gründen

Thomas Wright (SPD) sagte: „Die Fläche ist toll. Die lange Suche hat sich gelohnt.“ Heribert Kansy (FDP) wandte ein, man möge auch den Bezirksfischereiverband Ostfriesland mit in die Planungen einbinden, weil an Teilen des Ottermeer-Ufers geangelt werden darf. Edgar Weiss (Freie Bürgerliste Wiesmoor) äußerte den Wunsch, dass ein möglichst enger Zeitraum in der Beschlussvorlage verankert wird, „damit die vielen Hundehalter wirklich schnell die schon so lange ersehnte Fläche erhalten und sie diese vielleicht schon zur nächsten Brut- und Setzzeit nutzen können, wenn sie ihre Tiere nicht mehr ohne Leine ausführen dürfen“. Dazu sah Sven Lübbers keine Notwendigkeit, „weil wir sowieso, aber auch wegen der anstehenden Haushaltsplanungen jetzt schnellstmöglich handeln wollen – und die Vorbereitungen dafür können wir jetzt dank der politischen Rückendeckung angehen und auch die Kosten ermitteln.“

Diedrich Kleen zeigte sich überglücklich, bedankte sich bei Sven Lübbers für seinen Einsatz. „Er hat sich wirklich gekümmert, was toll ist. Und wir haben heute wirklich was geschafft, wovon sehr viele Wiesmoorer, aber auch Auswärtige profitieren können – und sehr viele Hunde, die endlich eine Auslauffläche bekommen.“ Er versprach, dass der zwischenzeitlich aus Frust über den scheinbaren Stillstand in der Flächensuche aufgelöste Verein „Freie Pfoten“ von Neuem gegründet oder eine gleichwertige Initiative sich bilden werde, die die Stadt künftig bei der Pflege der Fläche unterstützen wird. „Sobald der Schritt erfolgt ist, dass die Freifläche dort konkret kommen wird, werden wir wieder aktiv. Ich stehe zum Wort und zu meinem Versprechen, das ich gegeben habe. Wir werden da natürlich mithelfen.“

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