Neun Flächen ausgewiesen Uplengen schließt Thema Windkraft ab
Auf neun Flächen können künftig in Uplengen Windkraftanlagen gebaut werden. Das hat der Rat am Mittwoch entschieden. Eine jahrelange Diskussion hat ein Ende.
Uplengen - Ein sehr umfangreiches politisches Kapitel in der Gemeinde Uplengen hat sein Ende gefunden – zumindest vorerst. Der Rat der Gemeinde hat am Dienstagabend die Änderung des Flächennutzungsplans verabschiedet. Dabei ging es um potenzielle Flächen, auf denen Windkraftanlagen in der Gemeinde gebaut werden dürfen. Enthalten sind nun neun Flächen. Im Rest der Gemeinde dürfen dann keine Anlagen gebaut werden. Die in den Planentwürfen vorgesehenen Vorranggebiete befinden sich in den Bereichen Kleinoldendorf, Bühren-Spols, Kleinsander, Südgeorgsfehn, an der A 28 (nahe der Ihausener Straße), Bühren-Großsander, Meinersfehn, Oltmannsfehn und Hollriede. Angenommen haben den Plan 15 Ratsmitglieder, sieben Ratsmitglieder stimmten dagegen (es handelt sich dabei um die Fraktion Moin) und es gab eine Enthaltung.
Seit Jahren diskutieren die Ratsmitglieder über die Umsetzung. 2019 ging es zuletzt los mit dem jetzt abgeschlossenen Verfahren. Die Gemeinde musste ihren Flächennutzungsplan neu aufstellen. Der alte war nicht rechtssicher. Damit, so die Argumentation der Verwaltung, die Windkraftparkbauer nicht überall ihre weißen, großen Bauwerke errichten, sondern die Kommune kontrollieren könne, wo Windparks entstehen, wurde jetzt der Flächennutzungsplan geändert. Mit den neun Teilflächen stellt laut Vorlage die Gemeinde 2,24 Prozent der Gemeindeflächen für die Windenergienutzung zur Verfügung. Die Summe der Suchräume zuzüglich der Summe der Fläche, welche von dem Rotor überstrichen werden kann, liegt bei 3,46 Prozent der Gemeindefläche.
1,24 Prozent im ganzen Landkreis
In der abschließenden Diskussion tauschten die Ratsfraktionen ihre Stellungnahmen aus. Die Moin-Fraktion scheiterte mit ihrem Antrag, die Planung zu stoppen und an den Landkreis zurückzugeben. Dr. Julia Delingat sagte in ihrem Abschluss-Statement wie bereits im Bauausschuss, dass sie die Entscheidung für den Flächennutzungsplan nicht mittragen könne. „1,24 Prozent sind die Aufgabe des Landkreises – nicht unsere“, sagte Delingat. Uplengen sei grün und müsse nicht über Gebühr der Windkraft Raum geben. Sie sah vor allem finanzielle Aspekte in dieser Entscheidung.
Heinz Brunken von der CDU betonte, dass beim Prozess sehr umsichtig gearbeitet wurde. „Uns war wichtig, dass wir die Abstände sichern, deswegen halten wir an dieser Planung fest“, sagte er. Andere Kommunen seien neidisch, weil Uplengen schon so weit in der Windkraftfrage sei.
Frauke Jelden, SPD-Fraktionschefin, widersprach der Auffassung, Uplengen solle nicht übermäßig viel ausweisen. „Wenn wir nur zu den anderen schauen und sagen: ‚Macht ihr mal‘, dann kommen wir mit dem Kampf gegen Klimawandel nicht weiter“, so Jelden.
In anderen Gemeinden wird der Flächennutzungsplan im Hinblick auf Windkraftanlagen derzeit ebenfalls diskutiert. Die Samtgemeinde Hesel strebt an diesem Donnerstag, 19 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus in Holtland einen Beschluss an.
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