Landesligist von der Rolle  Debakel an der Peldemühle – Esens kassiert 1:10-Niederlage

Heiner Steenhoff
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Von Heiner Steenhoff
| 01.10.2023 15:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nach der 1:10-Pleite gab es für manchen TuS-Spieler (links Norbert Köneke) sogar Trost vom Gegner. Foto: Steenhoff
Nach der 1:10-Pleite gab es für manchen TuS-Spieler (links Norbert Köneke) sogar Trost vom Gegner. Foto: Steenhoff
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Eine historische Heimpleite erlebte Aufsteiger TuS Esens gegen GW Mühlen. Trainer Ralf Backhaus war nach den 90 Minuten sprachlos. Auch drei Wechsel zur Pause beendeten nicht die Gegentor-Flut.

Esens - So fassungslos und ruhig nach einem Fußballspiel hat man Ralf Backhaus, den Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Esens, noch nicht erlebt. Aber nach der 1:10-Heimniederlage seiner Elf am Samstagnachmittag gegen den SV GW Mühlen waren alle Beteiligten, sowohl Spieler als auch Trainer, nicht nach Reden zumute. Es war vermutlich die höchste Heimniederlage der Klubgeschichte. Die muss die Mannschaft nun ganz schnell verarbeiten. Bereits am Dienstag steht das nächste Spiel an. In einem Nachholspiel reist der TuS zu Viktoria Gesmold nach Melle. Anstoß ist um 15 Uhr.

GW Mühlen traf am Samstag nach Belieben. Foto: Steenhoff
GW Mühlen traf am Samstag nach Belieben. Foto: Steenhoff

Während die Esenser Spieler nach dem Debakel an der Peldemühle zum Teil getröstet wurden, zum Teil nach Gründen für die hohe Niederlage suchten, feierten die Grün-Weißen ihren Kantersieg mit lautstarken Gesängen unter der Dusche. „Ich bin sprachlos. Wir haben über die gesamte Spielzeit keinen Zugriff auf den Gegner bekommen,“ stellte Ralf Backhaus kurz nach Ende der Begegnung fest. „Der Gegner sprühte geradezu vor Spielfreude. Wir dagegen sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und waren viel zu passiv.“

Esens ging sogar in Führung

Diese Analyse des Spieles traf das Geschehen auf dem Spielfeld wohl zu hundert Prozent. Von Beginn an zeigten sich die Akteure der Gastmannschaft wesentlich einsatzfreudiger und bestimmten nach wenigen Minuten die Begegnung. Die Esenser dagegen begannen sehr verhalten und ließen die in den Heimspielen ansonsten gezeigte Aggressivität vermissen. Bereits nach neun Minuten hätte Esens zurückliegen können, aber ein Schuss eines Mühlener Angreifers aus kurzer Distanz traf nur den Pfosten. In der 17. Minute kam Manuel Meints völlig unerwartet zu einer guten Einschussgelegenheit, als er frei vor dem gegnerischen Torhüter Phil-Leon Wilhelm den Ball an ihm vorbei stocherte, dieser dann aber auch knapp am Tor vorbeiging. Kaum eine Minute später tauchte Meints erneut frei vor Wilhelm auf, sein Linksschuss verfehlte das Tor nur knapp. Bei beiden Situationen hatten die 120 Zuschauer den Torjubel bereits auf den Lippen. Mit diesen Aktionen schien Esens das Spiel in den Griff zu bekommen. Dieser Eindruck verstärkte sich, als in 23. Minute Bjarne Birger Hohn mit der dritten Esenser Torchance mit einem Flachschuss das 1:0 für den Gastgeber erzielte.

Frust beim TuS Esens und Freude beim Gast herrschte nach dem Abpfiff. Foto: Steenhoff
Frust beim TuS Esens und Freude beim Gast herrschte nach dem Abpfiff. Foto: Steenhoff

Doch bereits fünf Minuten später hieß es 1:1. Als bei einem schnellen Spielaufbau der Heimelf der Ball verloren ging, stocherte der Mühlener Torjäger Benjamin Willenbrink die Flanke aus wenigen Metern in das Esenser Tor. Innerhalb der nächsten sechs Minuten erzielte Mühlen dann nach einer Ecke und einem Abwehrfehler ohne große Gegenwehr zwei weitere Tore. Esens war geschockt und musste kurz vor der Pause, als jeweils die Torschützen im Strafraum herrlich freigespielt wurden, noch zwei weitere Treffer zum 1:5-Pausenstand hinnehmen.

Drei Wechsel zur Halbzeit

Backhaus wechselte in der Halbzeit drei neue Spieler ein. Am Spielverlauf änderte sich aber kaum etwas. Die Gäste störten die Esenser bereits im Spielaufbau, sodass sich im zweiten Abschnitt nur wenige gute Torchancen für den TuS ergaben. Auf der anderen Seite war vor allem Torjäger Willenbrink von der Esenser Abwehr nicht in den Griff zu bekommen.

Spieldaten

Esens: Havemann; R. Til, Ahrends, Taddigs (46. Stainbank), Köneke, Hohn (46. Janssen), Rosenboom (58. Claassen), Smidt (46. Bamezon), N. Pinkernell, Meints, N. Sukowski (58. Freudenberg).

Tore: 1:0 Hohn (23.), 1:1 Willenbrink (28.), 1:2/1:3 L. Westermann (31./34.), 1:4/1:5/1:6 Willenbrink (39./45.+1./ 57.), 1:7 Olberding (68.), 1:8 Leiber (73.), 1:9 Willenbrink (78.), 1:10 Leiber (81.).

Aber auch die anderen Offensivkräfte zeigten sich sehr laufstark und erarbeiteten sich immer wieder gute Einschussgelegenheiten. Zwischen der 57. Minute und der 81. Minute erzielte Mühlen dann noch weitere fünf Treffer zum historischen 1:10-Endstand. Erst kurz vor Spielende hatte Remko Til nach einem Freistoß von Malte Ahrends noch eine Kopfballchance, die letztlich aber das Tor verfehlte.

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