Hannover  Trotz aller Widrigkeiten: Die Deutsche Einheit ist ein Geschenk

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 03.10.2023 13:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die deutsche Flagge weht vor dem Reichstagsgebäude am Jahrestag der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Foto: Fabian Sommer/dpa
Die deutsche Flagge weht vor dem Reichstagsgebäude am Jahrestag der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Foto: Fabian Sommer/dpa
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33 Jahre: So lange ist die deutsche Wiedervereinigung schon her. Nach wie vor gibt es viel Trennendes zwischen Ost und West. Dabei liegt es an jedem von uns, Grenzen zu überwinden.

Ungleiche Löhne, drastische Vorurteile, ein Missverhältnis bei der Besetzung von Führungspositionen in Wirtschaft und Wissenschaft und auf der ostdeutschen Seite das Gefühl, abgehängt zu sein, während sich die Menschen im Westen für was Besseres halten: Auch 33 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es viel Trennendes zwischen West und Ost. Die innerdeutsche Grenze ist zwar längst nicht mehr existent, aber die Mauer in vielen Köpfen scheint sich hartnäckig zu halten.

Dennoch ist die Deutsche Einheit ein großes Geschenk. Die friedliche Revolution und die Zusammenführung der Menschen beiderseits der Grenzlinie ist das Beste, was Deutschland passieren konnte. Die DDR war nichts anderes als ein totalitärer Überwachungsstaat, der seine Bürger in ihrer Freiheit beschnitten und weggesperrt hat, wenn sie das System der staatlichen Kontrolle kritisierten. Wer ausreißen wollte, musste damit rechnen, an der Grenze erschossen zu werden. Weit mehr als 100.000 Bürger der DDR versuchten zwischen 1961 und 1988, über die innerdeutsche Grenze oder über die Berliner Mauer zu fliehen. Hunderte von ihnen wurden von Grenzsoldaten der DDR erschossen oder starben bei Fluchtversuchen.

Bei allen Schwierigkeiten, die der Mauerfall mit sich brachte und bringt: Die Deutsche Einheit ist ein unglaublicher Gewinn für unser Land. Ostfriesen, die in Dresden ihr Glück gefunden haben und Rostocker, die seit Jahrzehnten in Nordrhein-Westfalen froh und zu Hause sind. Fest steht, dass jeder von uns Tag für Tag seinen Beitrag dazu leisten kann, das Trennende zu überwinden und das Gemeinsame zu fördern. Das gilt übrigens nicht nur in Bezug auf die Deutsche Einheit, sondern auch für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen. Mehr Offenheit und weniger Vorurteile: Das hilft, der Vielfalt in unserem Land aufgeschlossen gegenüberzustehen.

Wem das schwerfällt, sei ein gelegentlicher Blick auf jüngere Generationen empfohlen: Hier spielt meist keine Rolle, wo jemand herkommt, sondern wer und wie er ist. So entstehen Freundschaften fürs Leben – über alle Grenzen hinweg.

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