Geld fürs Hager Hospiz weg  Spendenbox aus Klaus-Peter-Wolf-Ausstellung gestohlen

Rebecca Kresse
|
Von Rebecca Kresse
| 06.10.2023 12:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nicht mehr nur eine Ausstellung, sondern nun auch ein Tatort: Der Pavillon auf dem Norder Marktplatz. Foto: Rebecca Kresse
Nicht mehr nur eine Ausstellung, sondern nun auch ein Tatort: Der Pavillon auf dem Norder Marktplatz. Foto: Rebecca Kresse
Artikel teilen:

Täter lenkten Mitarbeiter der Ausstellung in Norden ab und stahlen die Spendenbox. Die war gut gefüllt mit Geld. Der Erfolgsautor ist fassungslos und wütend, wie er unserer Zeitung sagte.

Norden - Es ist eine Tat, die sich selbst der Kriminalschriftsteller Klaus-Peter Wolf nicht hätte ausdenken können, wie er sagt: Unbekannte haben am Mittwoch die Spendenbox mit Geld für das Hospiz am Meer gestohlen. Und das quasi unter den Augen der Polizei. Die Box stand in der Klaus-Peter-Wolf-Ausstellung im Pavillon auf dem Norder Marktplatz. In der Box waren laut Wolf mehrere Hundert Euro.

Laut Wolfs Erzählung waren am Mittwochnachmittag zwei Männer in die Ausstellung gekommen. Diese hätten den Mitarbeiter vor Ort in ein Gespräch verwickelt. „Während sich einer der Männer vor Günther gestellt und ihn abgelenkt hat, hat sich der andere die Spendenbox genommen“, erzählte Klaus-Peter Wolf unserer Zeitung. Zum Glück sei dem Mitarbeiter nichts passiert.

Schriftsteller ist fassungslos

Wolf selbst ist nicht nur fassungslos, wie er sagte, sondern auch richtig wütend. Das machte er auch in einem Facebook-Artikel über den Diebstahl deutlich. „Mich hat seit zwanzig Jahren nichts mehr so erzürnt, wie das. Das ist das Allerletzte“, sagte Wolf.

Wie der Schriftsteller im Gespräch mit unserer Zeitung erzählte, ist er zurzeit auf Tournee im Westerwald. Auch dort sammelt er jeden Abend Geld für das Hospiz, dessen Schirmherr Wolf ist. Auch da steht immer eine Spendenbox in einem Saal mit Hunderten Leuten. „Wenn ich auf der Bühne bin, ist die unbewacht“, erklärte Wolf. Trotzdem sei noch nie etwas passiert. „Ich habe immer gedacht, vielleicht klaut mal jemand eine Handtasche, aber es klaut doch niemand eine Spendenbox. Dieser Gedanke war für mich so jenseits von allem“, sagte Wolf. Das sei das letzte Stück an Moral, das man noch haben könne, Sterbenden Menschen das Geld zu klauen. Dafür reiche nicht mal die Fantasie des Kriminalschriftstellers, gibt Wolf zu. „Ich hätte sowas in meinen Büchern nicht passieren lassen“, sagte er.

Wolf geht davon aus, dass die Täter gefasst werden

Wolf geht davon aus, dass die Täter gefasst werden. Der Mitarbeiter habe beide gut gesehen und konnte diese bei der Polizei gut beschreiben. Wolf vermutet, dass die Täter aus Norden kommen. Er rechnet fest damit, dass die Polizei den Fall sehr ernst nimmt. Eine Anzeige sei gestellt worden. Laut Polizeisprecherin Wiebke Baden handelt es sich bei den zwei Tätern mutmaßlich um Jugendliche. Die seien im Anschluss in Richtung Sielstraße geflüchtet. Zeugen, die etwas beobachtet haben, werden gebeten sich bei der Polizei in Norden zu melden.

Großer Andrang herrscht bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: Rebecca Kresse
Großer Andrang herrscht bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: Rebecca Kresse

Klaus-Peter Wolf ist nach eigenen Aussagen ratlos, wie es jetzt weitergehen soll. „Sollen wir da jetzt die Spendenbox immer anketten oder mit Videos überwachen?“, fragte er. Das sei nichts, was er eigentlich wolle. Auch sei die Box bewusst aus Glas gewesen, so dass man sehen kann, wie viel Geld bereits in der Box ist. „Da sind auch 50-Euro-Scheine drin und das motiviert die Menschen, dann auch selbst etwas mehr zu geben“, erklärte Wolf.

Die Spendenbereitschaft der Wolf-Fans ist bekanntermaßen hoch. In jedem einzelnen Buch ist eine Seite über das Hospiz enthalten mit der Bitte, das Projekt zu unterstützen. Und so wurde es auch zu einer Art Fanprojekt. Trotzdem kündigte Wolf bereits an, die gestohlene Summe für das Hospiz auszugleichen. Denn sein Herzensprojekt Hospiz am Meer solle unter der widerlichen Tat nicht leiden. Die Nachricht des Diebstahls soll zudem dazu geführt haben, dass zahlreiche Wolf-Fans bereits direkt ans Hospiz gespendet haben.

Ähnliche Artikel