Mensch und Haustier  So sieht der Kompromiss am Ihlower Hundestrand aus

| | 09.10.2023 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hunde dürfen am Ihler Meer in Ihlowerfehn bald nur noch innerhalb eines Zaunes am Hundestrand frei toben – bisher wurde das auf der gesamten Insel geduldet. Foto: Pixabay
Hunde dürfen am Ihler Meer in Ihlowerfehn bald nur noch innerhalb eines Zaunes am Hundestrand frei toben – bisher wurde das auf der gesamten Insel geduldet. Foto: Pixabay
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Am Zaun für den Hundestrand führt am Ihler Meer kein Weg mehr vorbei. Die Umsetzung ist noch in diesem Jahr geplant. Jetzt steht der Kompromiss. So nehmen ihn die Hundehalter auf.

Ihlow - 123 Zentimeter hoch und anthrazitgrau wird der Zaun sein, der in Kürze den Hundestrand am Ihler Meer abtrennt. Das steht jetzt fest, nachdem sich die Teilnehmer des Arbeitskreises Ihler Meer in einer Sondersitzung Ende September zu einem Kompromiss durchgerungen haben. Dorthin war die Entscheidung für oder gegen einen Zaun aus dem Gemeinderat noch einmal zur Beratung verwiesen worden, nachdem eine Gruppe von Hundehaltern Ende Juni gegen die Zaun-Pläne der Gemeinde protestiert hatte.

Was und warum

Darum geht es: In Ihlowerfehn hat der Arbeitskreis Ihler Meer einen Kompromiss für den Hundestrand ausgearbeitet. Trotz Protest der Hundehalter wird ein Zaun gebaut. Was genau ist geplant?

Vor allem interessant für: Erholungssuchende am Ihler Meer und Kommunen, die wie die Gemeinde Ihlow verschiedene Nutzungen unter einen Hut bringen müssen.

Deshalb berichten wir: Die Entscheidung für einen Zaun ist gefallen – er soll noch in diesem Jahr gebaut werden.

Die Autorin erreichen Sie unter: n.boening@zgo.de

Zunächst hatten etwa 30 von ihnen die Bürgerfragestunde einer gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und Bauausschusses genutzt, um ihrem Ärger Luft zu machen. Dann organisierten die aufgebrachten Hundehalter eine Petition und sammelten laut Mitorganisatorin Maike Neemann mehr als 500 Unterschriften gegen den Zaun. Auch wenn der jetzt doch kommen wird, ganz erfolglos war ihr Protest nicht. Denn zunächst war nur geplant, einen kleinen Strandabschnitt für die Hunde abzutrennen.

Hundestrand wird größer als geplant

Die ursprünglich vorgesehene Einzäunung sah eine Größe von etwa 425 Quadratmetern vor. Nun soll der Bereich auf etwa 1200 Quadratmeter erweitert werden und auch einen Teil der Liegewiese umfassen, heißt es aus der Gemeinde. Diese Variante ist ein Kompromiss zur geforderten zaunfreien Variante, um den größeren Teil der Liegewiese auch weiterhin für diejenigen freizuhalten, die „keinen unmittelbaren Kontakt zu Hunden wollen.“

Auch ein Zusammentreffen von Fahrradfahrern und Fußgängern mit frei laufenden Hunden soll vermieden werden. Die werden zukünftig auf einem neu angelegten Weg um den Hundestrand herumgeführt. Die Kosten für den Weg und den Zaun belaufen sich laut einer Schätzung der Verwaltung auf 30.000 Euro. „Das ist gut angelegtes Geld, damit alle Nutzergruppen das Ihler Meer weiterhin ohne Konflikte in Anspruch nehmen können“, sagt Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos).

Maike Neemann (links) und Melanie Baumann haben sich für einen barrierefreien Hundestrand am Ihler Meer eingesetzt. Foto: Archiv/Boschbach
Maike Neemann (links) und Melanie Baumann haben sich für einen barrierefreien Hundestrand am Ihler Meer eingesetzt. Foto: Archiv/Boschbach

Kompromiss wird bald umgesetzt

Die Hundehalter rund ums Ihler Meer sehen das anders. Mehr als 300 von ihnen tauschen sich seit Beginn des „Zaun-Aufstands“ lose in der Facebook-Gruppe „Hundestrand Ihlow“ aus. Dort wurde dem Zaun sogar ein Gedicht gewidmet. Das schließt mit den Worten: „Und glanzlos endet dann der Platz, der einst so gut besucht. Er wurde, ohne dass der Zaun schon stand, von einem Zaun verflucht.“

Die Hundehalter hätten auf längere Frist zur Bewährung gehofft, um allen zu zeigen, dass ein Miteinander von Hund und Mensch auf der Insel am Ihler Meer möglich ist, so Maike Neemann: „Dazu wären Hinweisschilder und vielleicht eine Schwingtür an den Zugängen zur Insel gut gewesen.“ Ohne die Schilder sei für andere Nutzer nicht erkennbar gewesen, dass sich dort Hunde frei bewegen. „Wir hatten auf eine faire Chance gehofft“, so Neemann.

Trotzdem freue sie sich darüber, dass der umzäunte Strandabschnitt jetzt wenigstens größer würde, „auch wenn wir finden, dass die Gemeinde eine Chance vertan hat. Große Flächen, auf denen Hunde frei toben können, sind in Ostfriesland rar und die Gemeinde Ihlow hätte mit der Insel für die Hunde etwas Wundervolles schaffen können.“ Frei toben dürfen die Vierbeiner rund um das Ihler Meer bald nur noch innerhalb des Zaunes. Zukünftig soll auch auf der Insel eine Leinenpflicht gelten, wie am restlichen Badesee, sagt Friedhelm Saathoff, in dessen Bereich die Planung der Fläche fällt. Umgesetzt werden soll der Kompromiss laut dem Bauamtsleiter noch in diesem Jahr.

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