Berlin  Analyse zeigt: Entlastungen bei Strom und Gas verpuffen ab Jahresende

Henry Borgelt
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Von Henry Borgelt
| 12.10.2023 18:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Entlastungen der Bundesregierung verpuffen laut einer Analyse weitestgehend zum Jahresende. Auch, weil die Preise sowieso schon sinken. Foto: dpa | Hauke-Christian Dittrich
Die Entlastungen der Bundesregierung verpuffen laut einer Analyse weitestgehend zum Jahresende. Auch, weil die Preise sowieso schon sinken. Foto: dpa | Hauke-Christian Dittrich
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Die Preisbremsen für Energien wurden von der Bundesregierung bis Ende März 2024 verlängert. Allerdings soll ab Jahresbeginn auch wieder die volle Mehrwertsteuer auf Gas gezahlt werden. Doch nicht nur das sorgt für ein Verpuffen der Preisbremsen.

Nur noch die wenigsten Haushalte werden von der verlängerten Preisbremse für Gas und Strom profitieren. Das zeigt eine Untersuchung des Vergleichsportals „Verivox“. Dies liegt zum Teil an der steigenden Mehrwertsteuer auf Gas, aber auch an einer allgemeinen Entspannung am Energie-Markt.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch angekündigt, die Preisbremsen für Strom, Gas und Fernwärme bis zum 31. März 2024 zu verlängern. Ansonsten wäre die Maßnahme Ende Dezember ausgelaufen. Die Verlängerung muss noch von der EU bestätigt werden. Durch die gleichzeitige Erhöhung der Mehrwertsteuersätze auf Gaslieferungen und Fernwärme zum neuen Jahr auf 19 Prozent bleiben demnach die Ersparnisse für die meisten Bürger aus.

Die Mehrwertsteuer wurde nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ursprünglich bis März 2024 auf sieben Prozent gesenkt. Doch nun soll sie bereits zum Jahreswechsel wieder steigen.

So können Haushalte bei einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zwar weiterhin 38 Euro durch die Preisbremse sparen, durch die steigende Mehrwertsteuer müssen am Ende des Jahres aber sogar 18 Euro mehr gezahlt werden. Nur Haushalte, die noch in der teuren Gas-Grundversorgung stecken, würden auf eine Ersparnis von knapp 56 Euro kommen. Grund dafür ist, dass viele Neukundentarife bereits unter dem Gaspreisdeckel liegen und somit gar nicht von der Preisbremse profitieren.

„Verbraucher, die in der teuren Grundversorgung verharren, werden hingegen weiterhin durch die Preisbremsen entlastet. Auf diejenigen, die sich um einen günstigen Tarif unterhalb der Preisbremsen gekümmert haben, schlägt der höhere Mehrwertsteuersatz künftig voll durch“, erklärt ein Energieexperte von Verivox.

Die Stromkosten sinken durch die verlängerte Preisbremse nur minimal. Auch hier liegen die meisten Tarife bereits unter dem Preisdeckel des Staates, sodass die durchschnittlichen Stromkosten nur um sechs Euro im Jahr sinken würden.

Die Preisbremse für Gas liegt derzeit bei zwölf Cent pro Kilowattstunde für Privathaushalte, bei Fernwärme bei 9,5 Cent und bei Strom bei 40 Cent. Die vorzeitige Erhöhung der Steuer hat hingegen weitreichendere Mehreinnahmen für den Staat. So rechnet das Finanzministerium durch die vorgezogene Steuererhöhung mit Einnahmen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro.

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