Kiel  Wissenschaftler aus Kiel will nicht fliegen und ist jetzt seinen Job los

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 13.10.2023 18:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Gianluca Grimalda während eines Aufenthalts auf der Insel PokPok in Papua-Neuguinea. Foto: Gianluca Grimalda
Gianluca Grimalda während eines Aufenthalts auf der Insel PokPok in Papua-Neuguinea. Foto: Gianluca Grimalda
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Gianluca Grimalda weigert sich, von einer Forschungsreise in Papua-Neuguinea mit dem Flugzeug zurückzukehren. Sein Arbeitgeber in Kiel fordert ihn jedoch auf, schnellstmöglich wieder vor Ort zu erscheinen. Nun folgen die Konsequenzen.

Der Wissenschaftler Gianluca Grimalda muss sich einen neuen Job suchen. Sein Arbeitgeber, das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, hat ihm nach eigenen Angaben gekündigt, weil er von einer Forschungsreise in Papua-Neuguinea nicht mit dem Flugzeug zurückkehren wollte.

Der Forscher berichtete auch auf der Plattform X (ehemals Twitter) über seine Kündigung:

Das IfW habe ihn am 27. September aufgefordert, innerhalb von fünf Tagen wieder an seinem Arbeitsplatz zu sein. Dieser Bitte sei er wegen seiner Flugverweigerung nicht nachgekommen, schrieb der promovierte Ökonom in einer Mitteilung. Stattdessen habe er geplant, die Rückreise mit Frachtschiffen, Fähren, Zügen und Bussen anzutreten. Dafür veranschlagte er rund 50 Tage.

Als Begründung für diese Art der Rückreise nannte Grimalda Klimaschutzgründe. Die Emissionen würden sich beim Verzicht aufs Fliegen deutlich reduzieren.

Er sehe es nicht ein, vor Ort sein zu müssen, weil er nicht lehre und an Sitzungen online teilnehmen könne, führte der Wissenschaftler weiter aus. Grimalda, der seit 2013 am IfW beschäftigt war, kündigte eine Klage wegen unrechtmäßiger Kündigung an.

Auf Nachfrage unserer Redaktion hieß es schriftlich von einer Sprecherin am IfW: Man äußere sich prinzipiell nicht zu internen Personalangelegenheiten. Dies gelte auch für den Fall Grimalda. In der Vergangenheit sei das langsame Reisen („slow travel“) immer unterstützt wurden. Bei Dienstreisen werde darauf geachtet, dass die Beschäftigten klimafreundlich unterwegs sein könnten.

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