Berlin/Wien  Rente in Österreich durchschnittlich 400 Euro höher als in Deutschland

AFP User
|
Von AFP User
| 21.10.2023 10:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Österreich bekommen viele Rentner mehr Geld als in Deutschland. Foto: imago images/Eibner
In Österreich bekommen viele Rentner mehr Geld als in Deutschland. Foto: imago images/Eibner
Artikel teilen:

Schon länger gibt es die Forderung, das Rentensystem in Deutschland zu reformieren. Die Linke argumentiert jetzt mit einem neuen Gutachten, wonach Rentner in Österreich mehr Geld bekommen als hierzulande.

Die Durchschnittsrenten in Österreich sind um mehr als 400 Euro höher als in Deutschland. Das geht aus einem neuen Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages hervor, das die Linken-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben hat und aus dem nun das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstagsausgaben) zitiert.

Weiterlesen: So schneidet das deutsche Rentensystem im internationalen Vergleich ab

Österreichische Rentner erhielten demnach 2022 eine Alterspension von durchschnittlich 1480 Euro, während die durchschnittliche Altersrente in Deutschland bei 1054 Euro lag.

Die Rente in Österreich wird demnach zudem 14 Mal pro Jahr ausgezahlt, die Differenz zu Deutschland ist dementsprechend noch größer. In Österreich gehen die Menschen dem Gutachten zufolge auch früher in Rente. 2022 lag das Renteneintrittsalter von Männern im Schnitt bei 63,3 Jahren und von Frauen bei 60,7 Jahren. In Deutschland gingen die Männer durchschnittlich mit 64,3 Jahren in Rente, die Frauen mit 64,2 Jahren.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch forderte eine „Rentenreform nach Vorbild Österreichs“. Die Ampel solle sich Rat vom Nachbarn holen, sagte der Linken-Politiker dem RND. Es könne nicht sein, „dass Österreich mit ähnlicher Demografie und schwächerer Wirtschaft in der Lage ist, seinen Rentnerinnen und Rentnern Hunderte Euro im Monat mehr auszuzahlen als Deutschland“, betonte Bartsch.

„Das ‚Geheimrezept‘ Österreichs ist eine faire Finanzierung“, fügte Bartsch hinzu. „Dort zahlen alle Erwerbstätigen – zum Beispiel auch Abgeordnete und Beamte – in ein System ein und die Arbeitgeberseite sogar etwas mehr.“ Zudem forderte der Fraktionschef eine Rentenerhöhung: „Als ersten Schritt ist eine einmalige Rentenerhöhung von zehn Prozent notwendig, um dem Rentensystem Österreichs näher zu kommen.“

Ähnliche Artikel