Kunst in Aurich Wie „Oma und Opa“ sturzsicher gemacht werden
Am Dienstag hat der Baubetriebshof in Aurich die Bronze-Skulptur „Moorbauernpaar“ aufgestellt. Dabei ist ein Aspekt nicht bedacht worden.
Aurich - Da baumeln sie. Die Füße in der Luft, den Blick starr aufeinander gerichtet. Sie mit aufgestütztem Kinn, er mit der Hand in der Hosentasche. Die Bronze-Skulptur „Moorbauernpaar“, im Volksmund „Oma und Opa“ genannt, hing am Donnerstagnachmittag in der Auricher Fußgängerzone am stählernen Arm eines Uni-Trucks, umschwirrt von Mitarbeitern des Baubetriebshofs. Ihre Aufgabe: Sie sollten das Kunstwerk standsicher platzieren. Das war beim ersten Aufstellen der Skulptur am Mittwoch nicht richtig geglückt. Während der Sanierung der Fußgängerzone war das „Moorbauernpaar“ abgebaut worden.
Und damit auch die Ursprungs-Sitzbank, auf deren Maße ihre Proportionen abgestimmt worden waren. Die Sitzflächen der neuen Bänke, die für die Fußgängerzone angeschafft worden sind, sind exakt zweieinhalb Zentimeter zu hoch. Diese Differenz müsse ausgeglichen werden, sagte ein Sprecher des Baubetriebshofs. Man habe eigens Stützen aus Edelstahl anfertigen lassen. Doch diese erwiesen sich am Mittwoch als untauglich. Das „Moorbauernpaar“ sitzt viel zu kippelig. Jetzt müssen die Stützen gekürzt werden.
„Oma und Opa“ sind nicht nur gestützt, sondern auch verrückt worden. Sie mussten umziehen, wie das bei alten Leuten manchmal so üblich ist. Saßen sie früher fast vor dem Eingang zum Historischen Museum, sind sie jetzt etwas näher in Richtung Hafenstraße gewandert. Die Skulptur ist von Friedrich Büschelberger (1909-1990) geschaffen worden, der in den 80er Jahren im heutigen Kunstpavillon am Ellernfeld ein Atelier betrieben hat.
Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Aurich über relativ viel Kunst im öffentlichen Raum verfügt. Von dem Bildhauer gibt es unter anderem noch eine Bärengruppe am Carolinenhof. In der Fußgängerzone haben auch die Seehunde, die mit Ball und Schirm zwischen den Geschäften turnen, wieder ihren Platz vor dem Textilgeschäft „H & M“ gefunden. Sie stammen von dem Bildhauer Bernd Maro und waren ein Geschenk der Firma Schüt-Duis, die früher dort ein Geschäft hatte. Was noch fehlt, ist die Skulptur eines Bullen, der vor dem Geschäft „Schumann“ stand.