Dreimal Lattenpech beim 1:1 Emder Autogrammstunde trotz erstem Heim-Punktverlust
Die Oberliga-Fußballer von Kickers Emden waren am Samstag nahe dran am nächsten Heimsieg. Doch am Ende rissen gleich zwei Erfolgsserien.
Emden - Es war weit nach Spielschluss, im VIP-Raum lief bereits die Pressekonferenz. Während die allermeisten seiner Emder Mitspieler nach dem 1:1 am Samstagabend gegen Egestorf-Langreder längst in der Kabine waren, nahm sich Torjäger Tido Steffens beim Spielertunnel noch viel Zeit für die „kleinen“ Kickers-Fans. Er gab Autogramme, posierte für Fotos – wie ein geduldiger Star. Auch wenn sich der Großheider nicht selbst als Star bezeichnen würde, für manch ein Kind oder Jugendlichen ist er es.
Den Wunsch eines Jungen, der nach der Kapitänsbinde fragte, konnte der Angreifer aber nicht erfüllen. „Die brauche ich noch“, sagte Steffens in nettem Ton. Solch einen Andrang an Fan-Wünschen habe er noch nie gehabt, sagte der 29-Jährige. „Vor zwei Jahren, als wir in der Oberliga ganz oben dabei waren, gab es auch einige Fan-Wünsche, aber gerade ist es noch einmal krasser“, sagt Tido Steffens. „Man merkt, dass hier etwas entsteht.“ Das bestätigte auch wieder einmal die Zuschauerzahl. 1494 zahlende Besucher waren am Samstag ins Emder Ostfriesland-Stadion gekommen. Nur beim Derby gegen Atlas Delmenhorst (2204 Fans) ist es voller gewesen.
Steffens provoziert ein Eigentor
Ausnahmslos Siege hatte das Emder Publikum bislang dieser Spielzeit gesehen – bis zum Samstag. Auch eine zweite Erfolgsserie riss gegen Egestorf. 397 Spielminuten waren die Emder in der Liga ohne Gegentreffer geblieben, ehe Jos Homeier in der 83. Minute mithilfe des Innenpfostens zum 1:1 traf. Danach hatten die Gäste sogar noch eine Doppelchance auf den Siegtreffer, den Kickers-Keeper Isaak Djokovic mit einer Glanzparade und Verteidiger Fabian Herbst mit einer Grätsche noch verhindern konnten. Herbst sprach nach Spielschluss von „gemischten Gefühlen“. „Wir haben uns das selbst zuzuschreiben, machen das 2:0 nicht und waren dann nicht so konsequent in der Zweikampfführung“, sagte Mittelfeldmann Kai Kaissis.
Nach einer chancenarmen ersten Halbzeit hatte Kickers mit 1:0 geführt. Das Tor fiel nach einem langen Ball von Rechtsverteidiger Dennis Engel auf Angreifer David Schiller, dessen Kopfball an die Latte prallte. Tido Steffens schnappte sich das Spielgerät, doch ehe er einschieben konnte, spitzelte Egestorfs Verteidiger Robin Gaida die Kugel beim Klärungsversuch ins Tor (33.). „Ich hätte den Ball gerne selbst reinmacht. Aber er grätscht ihn ins Tor“, schilderte Steffens die Szene. So muss er weiter auf sein elftes Saisontor warten. In der zweiten Halbzeit war Steffens an diesem erneut nahe dran. Doch sein Kopfball in der 74. Minute landete ebenso an der Latte wie ein Distanzknaller von Tobias Steffen (48.) zuvor. Auch der eingewechselte Said Abbey hatte eine gute Chance auf das wohl vorentscheidende 2:0, er scheiterte an Egestorfs Keeper Ole Schöttelndreier (80.). So konnten die Gäste nach einem Angriff über die linke Seite ausgleichen und hätten beinahe noch das Siegtor erzielt.
Spieldaten
Emden: Djokovic - Ndiaye, Eilerts, Herbst, Engel - Steinwender (87. Stöhr), Siderkiewicz, Steffen (71. Lameyer), Kaissis (90. +3 Buß) - Steffens, Schiller (77.).
Tore: 1:0 Eigentor Gaida (33.), 1:1 Homeier (83.).
„Letztendlich müssen wir dann auch mal mit einem 1:1 zufrieden sein“, sagte Emdens Trainer Stefan Emmerling nach dem ersten Remis dieser Saison. „Hinten heraus hätte es auch noch ganz in die Hose gehen können.“ Seine Mannschaft hätte das „2:0 nachlegen müssen“, sie hatte dafür drei „Hochkaräter“ als Möglichkeiten. Emmerling zollte aber auch dem Gegner Respekt. Die Egestorfer seien „fußballerisch stark, stehen kompakt“ und werden „oben ein gehöriges Wort mitreden“, sagte Emmerling auf der Pressekonferenz, während sein Stürmer Tido Steffens draußen fleißig Autogramm- und Fotowünsche erfüllte.
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