Von Hallentraining, Testspielen und Läufen  So gehen die Bezirksligisten mit der Fußball-Pause um

| | 02.11.2023 15:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Pfützen auf Fußballplätzen: Derzeit ist das fast schon die Regel. Viele Spiele und auch Trainingseinheiten fallen deshalb wortwörtlich ins Wasser. Foto: Archiv
Pfützen auf Fußballplätzen: Derzeit ist das fast schon die Regel. Viele Spiele und auch Trainingseinheiten fallen deshalb wortwörtlich ins Wasser. Foto: Archiv
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Der regenreiche Herbst sorgt für einige Einschränkungen im ostfriesischen Amateurfußball. Die Vereine ohne Kunstrasen müssen kreativ werden, um fit zu bleiben.

Ostfriesland - Der Frust bei vielen Fußball-Bezirksligisten ist groß. Die Einschränkungen aufgrund des regenreichen Herbstes sind für die Vereine, die keinen Kunstrasen besitzen, gravierend. Die allermeisten Rasenplätze sind gesperrt. Die Folge: Es kann nicht wirklich trainiert werden, Spiele fallen wortwörtlich ins Wasser. In den vergangenen zwei Wochen wurden in der Bezirksliga ausschließlich Partien auf künstlichem Grün ausgetragen. Und auch am kommenden Spieltag sind zahlreiche Spiele zumindest fraglich. Spitzenreiter Germania Leer hat seit einem Monat keine Partie mehr bestritten. Wie gehen die Teams mit den Widrigkeiten um? Unsere Zeitung hat sich umgehört. Von entfallenen Einheiten, Läufen bis hin zu Hallentraining und Testspielen ist alles dabei.

Zwölf Bezirksligisten verfügen über keinen eigenen Kunstrasenplatz, sie müssen aktuell also Einschränkungen hinnehmen. Bei gesperrten Plätzen beauftragen die Trainer ihre Spieler klassischerweise mit Läufen, um zumindest die Grundausdauer aufrecht zu erhalten. Das reicht vielen aber nicht. Um ein wenig fußballspezifisch zu trainieren, ist Kreativität gefragt. Die Optionen sind meistens aber auch mit Kosten und Aufwand verbunden – nützt aber nichts.

Trainingsplätze werden gerade umgebaut

„Wir haben beispielsweise schon die Soccerhalle in Riepe und den Auricher Kunstrasenplatz für Einheiten gebucht“, erzählt Bi Le Tran, Trainer des SV Großefehn. Der SVG ist wie Klassengefährte TuS Strudden auch unabhängig vom Wetter arg eingeschränkt, was die Trainingsmöglichkeiten angeht. Denn beide müssen derzeit auf ihren Trainingsplatz verzichten – damit sie künftig nicht mehr so vom Wetter abhängig sind. Sowohl in Strudden als auch in Großefehn werden die Trainingsplätze zu Kunstrasenplätzen umgebaut. „Leider haben unsere beiden Plätze, die uns derzeit zur Verfügung stehen, noch kein Flutlicht“, bedauert Bi Le Tran. Training am Abend ist in Großefehn also nicht möglich, weshalb der SVG Kontakt zu den umliegenden Vereinen SV Spetzerfehn, SuS Strackholt und TSV Holtrop aufgenommen hat, um auf deren Plätzen mal zu trainieren – wenn es die Witterungen und Belegungspläne denn zulassen. Den Reformationstag hat der SV Großefehn immerhin genutzt, um nachmittags eine Einheit auf der kleinen Rasenfläche von den bisherigen Trainingsplätzen neben dem geplanten Kunstrasen zu absolvieren.

Auch Strudden-Coach Thilo Janßen klagt sein Leid. „Seit fast fünf Wochen können wir nicht mehr auf dem Platz trainieren, sondern nur noch in der Halle“, sagt Janßen. Eine Hallenzeit pro Woche hat er mit seinem Team. Um „einigermaßen fit zu bleiben“, so Janßen, hatte er für die vergangenen beiden Dienstage Testspiele bei Vereinen mit Kunstrasen vereinbart. In Esens verlor der TuS mit 0:5, in Heidmühle mit 0:3.

Testspiele gegen die Spielpraxis-Verlust

Auch andere ostfriesische Bezirksligisten hatten Freundschaftspartien vereinbart, um bei den Pflichtspiel-Ausfällen ein wenig die Spielpraxis beizubehalten. TuRa Westrhauderfehn testete gegen BW Papenburg (0:3), die SpVg Aurich und der SV Großefehn (3:2) spielten kurzfristig gegeneinander. Am kommenden Wochenende ist unter anderem das Spitzenspiel zwischen dem SVG und TuRa angesetzt. Es ist allerdings absehbar, dass in Großefehn wie schon in den vergangenen drei Wochen nicht gespielt werden kann. Die Pflichtspiel-Pause will der SV Großefehn aber nicht auf über einen Monat ausweiten. Deshalb gibt es Überlegungen, das Spiel auf den Auricher Kunstrasenplatz zu verlegen. Kontakt zu Gegner Westrhauderfehn und der SpVg Aurich wurde bereits aufgenommen.

Mit dem TuS Hinte (Freitag, 19.30 Uhr gegen Larrelt) und FC Norden (Sonntag, 15 Uhr gegen Borssum) genießen zwei der „Kunstrasen-Bezirksligisten“ Heimrecht. Die Spiele werden also auf jeden Fall ausgetragen. Es könnten weitere Kunstrasen-Spiele dazukommen. „Ich bin skeptisch, dass bei uns gespielt werden kann“, sagt Stefan Marx, Trainer des SV Holtand, der am Sonntag (14 Uhr) den TuS Pewsum empfangen soll. Ein Heimrechttausch ist eine Option.

Heimrecht-Tausche sind möglich

Das gilt auch für die Sonntagspartie zwischen dem TV Bunde und der SpVg Aurich (15 Uhr). „Wir haben schon bei der SpVg angefragt, da die Prognosen für das Wochenende ja nicht die besten sind“, sagt TV-Coach Frank Winkler. „Auch wenn in den vergangenen Wochen nicht immer Training möglich war, halten sich die Spieler selber fit. Wir wollen dieses Jahr so viele Partien durchziehen wie möglich, sonst hast du nächstes Jahr Spiele ohne Ende.“

Der fünfte Bezirksligist mit Kunstrasen, der SV Hage, hat spielfrei. Gefährdet sind die Austragungen der Sonntagspartien zwischen Germania Wiesmoor und dem SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel (14 Uhr), zwischen dem TuS Middels und dem TuS Strudden sowie zwischen Germania Leer und dem SV Wallinghausen (je 15 Uhr).

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