Auricher Altstadtsanierung Marktplatz steht seit Jahren auf dem Wunschzettel
Im Rahmenplan für die Altstadtsanierung steht seit zehn Jahren eine Neupflasterung des Auricher Marktplatzes. Nur eine Fraktion legt derzeit noch Wert auf die Umsetzung des Plans.
Aurich - Seit Jahren schon fordert die Linksfraktion im Auricher Stadtrat eine Neupflasterung des Marktplatzes. Hendrik Siebolds, selbst auf einen Rollstuhl angewiesen, weist immer wieder darauf hin, wie problematisch das alte Pflaster rund um die Markthalle sowohl für Rollstuhlfahrer als auch für Menschen mit Rollatoren oder Gehhilfen ist.
Zu den Haushaltsberatungen hatte die Linke nun einen Antrag zum Marktplatz vorgelegt. Ermittelt werden sollen die Planungskosten und die Herstellungskosten samt der Finanzierung für das Projekt. „Wir müssen die Neupflasterung zumindest langfristig einplanen“, so Siebolds am Dienstagabend im Bauausschuss. Die Kollegen im Stadtrat mögen sich doch bitte dazu positionieren. „Das Pflaster ist eine Katastrophe und eine Gefahr.“
Siebolds: „Marktplatz gefährlicher als Norderstraße“
Schon vor zehn Jahren wurde die Neugestaltung des Marktplatzes zusammen mit der Auricher Fußgängerzone in den städtebaulichen Rahmenplan für die Altstadtsanierung aufgenommen. Der damalige Stadtbaurat Tilman Petters nannte die Neugestaltung damals im ON-Gespräch ein „langfristiges Ziel. Und der damalige Vorsitzende des Auricher Sanierungsausschusses, CDU-Ratsherr Johann Bontjer, und seine Ausschusskollegen Johann de Vries (SPD) und Bodo Bargmann (damals AWG, heute CDU) begrüßten das Vorhaben grundsätzlich. Im Gesamtkonzept mache eine Sanierung der Fußgängerzone und des Marktplatzes durchaus Sinn, so damals die Aussage der drei Ratsherren.
Die Fußgängerzone mit Osterstraße und Burgstraße ist nun saniert. Der Marktplatz lässt – ebenso wie die damals ins Auge gefasste Sanierung der Hafenstraße – weiter auf sich warten. Aus Sicht von Siebolds ist das Pflaster um die Markthalle herum deutlich gefährlicher als jenes in der Norderstraße.
Linke soll Prüfantrag stellen
Dort wollte die Verwaltung die Natursteinpflaster durch Klinkersteine ersetzen. Denn, so die Begründung, die Fugen seien mittlerweile so ausgewaschen, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben sei. Für rund 100.000 Euro sollte das Pflaster daher ausgetauscht werden. Ein Projekt, das nach Widerstand in der Politik mittlerweile auf Eis gelegt ist, wie Stadtsprecher Johann Stromann auf Anfrage bestätigt. Die Verwaltung habe die entsprechende Beschlussvorlage zurückgezogen. Er betont aber, dass der Gemeindeunfallversicherungsverband ein Auge darauf hat. Mit Bordmitteln müssten die Fugen bei den Natursteinen nun aufgefüllt werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Abgestimmt wurde über den Antrag der Linken zum Thema Marktplatz allerdings nicht. Stadtplaner Mirko Wento legte nahe, dass die Linksfraktion im kommenden Bauausschuss einen Prüfantrag für die Verwaltung stellen solle. Dann könne man auch Herstellungskosten und Planungskosten beziffern. Warum der Antrag, den die Linke bereits gestellt hatte, dafür nicht ausreichte, wurde nicht erläutert.