Dauerbaustelle bald fertig  Im März könnte es im Emder Festspielhaus schon Events geben

| | 10.11.2023 10:33 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Noch wird beim Festspielhaus gearbeitet. Im Frühjahr soll das Kulturhaus aber fertig sein, wenn alles gut läuft. Foto: J. Doden
Noch wird beim Festspielhaus gearbeitet. Im Frühjahr soll das Kulturhaus aber fertig sein, wenn alles gut läuft. Foto: J. Doden
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Die aufwendige Sanierung des Festspielhauses am Wall ist bislang von Pleiten, Pech und Pannen gekennzeichnet. Jetzt gibt es einen neuen konkreteren Zeitplan für die Fertigstellung.

Emden - Jetzt wird die Fertigstellung des Festspielhauses am Wall in Emden konkreter. Nach vielen Pleiten, Pech und Pannen sei man nun auf der Zielgeraden, sagte Kerstin Rogge-Mönchmeyer im Kulturausschuss des Emder Rats in dieser Woche. Sie ist Chefin des städtischen Betriebs Kulturevents, zu dem das Festspielhaus und die Nordseehalle gehören.

Bei der Umwandlung des ehemaligen Neuen Theaters in ein modernes Festspielhaus war bislang einiges schief gelaufen. Der ursprünglich angedachte Eröffnungstermin war insbesondere wegen Lieferschwierigkeiten immer weiter nach hinten verschoben worden. Zuletzt hatten Lichtleisten aus China für den Saal und Edelstahlhandläufe für die vom Foyer in die erste Etage führenden großen Treppen nicht pünktlich geliefert werden können.

Wann soll das Festspielhaus nun öffnen?

Das genaue Datum steht zwar noch nicht fest. Während der Eiszeit in der Nordseehalle, die nach aktuellem Stand am 27. Januar beginnen soll, sollen im Festspielhaus aber schon einmal die Technik und Akustik auf Herz und Nieren geprüft werden. Der Ostfriesische Chorverband soll dort einige Proben abhalten dürfen. „Wir wollen bei der ersten Veranstaltung nicht eingangs erwähnte Pleiten, Pech und Pannen wiederholen“, sagte Rogge-Mönchmeyer.

Gleichzeitig sagte sie, dass man zwar für Veranstaltungen im März, die eigentlich fürs Festspielhaus geplant waren, schon Ausweichquartiere gefunden habe. „Wir sind aber guter Hoffnung, dass wir diese nicht brauchen.“ Eine Eröffnung könnte also mit viel Glück schon im März sein, lässt sich ihren Worten entnehmen. Sie hofften, dass sie demnächst einen festen Termin festlegen und mitteilen können, sagte sie. „Das Filmfest schaffen wir auf jeden Fall“, betonte sie. Das Internationale Filmfest Emden-Norderney geht vom 5. bis zum 12. Juni.

Welche Arbeiten müssen noch erledigt werden?

Im Foyer hätten die Malerarbeiten begonnen. Der Fußboden dort werde für die Verlegung des roten Teppichs gespachtelt. Mitte Dezember sollen die Brandschutztüren eingebaut werden. Auch die WC-Türen sollen dann kommen. Die Fliesenarbeiten würden schon laufen. Im Januar werden, wenn alles nach Plan läuft, die besonders breiten und bequemen Sessel im großen Saal aufgestellt. Leuchten und Lautsprecher werden an der hohen Decke fertig montiert. Dabei werden die Arbeiter mit hohen Leitern und Gerüsten agieren müssen. Das große Flächengerüst ist aus dem Saal raus, sagte sie. Bewusst hätten sie bei dem Abbau alle bereits vorhandenen Lichter im Saal angeschaltet, um direkt zu sehen, wenn eine Leuchte beim Gerüstabbau beschädigt wird.

Der Verwaltungsausschuss - das zweitwichtigste Gremium nach dem Emder Rat - hat in seiner Sitzung am Montag außerdem verschiedene Aufträge auf den Weg gebracht. Dazu gehören die Lieferung und der Einbau von Stoffen an der Bühnentechnik des Festspielhauses, was 40.728,94 Euro kosten soll. Im Februar soll die Abnahme des Festspielhauses sein. Dafür wurde die Wiederinbetriebnahme der Bühnentechnik für 168.045,26 Euro in Auftrag gegeben. Das Bildwandtuch und Traversensystem wird installiert für 30.231,95 Euro. Die Beschaffung von Klappgarderoben für 9.163,00 Euro ist ebenfalls vergeben.

Wie sieht es preislich aus?

Sämtliche Abrechnungen für die Förderung vom Land durch die NBank seien jetzt abgeschlossen. Von den 2,7 Millionen Euro Fördermitteln sei alles abgehakt worden - außer 18.000 Euro, sagte Kerstin Rogge-Mönchmeyer. Die große Endabrechnung für alle Kosten insgesamt stehe aber noch aus. Die Kosten für den gesamten Umbau lagen nach den jüngsten Angaben bei etwa 5,8 Millionen Euro. Ursprünglich war man von rund 4,7 Millionen Euro ausgegangen. Mit dem Projekt wurde vor rund zwei Jahren begonnen.

Ein Problem gab es noch bei der Vergabe der Pflasterarbeiten rund um das Festspielhaus und die Errichtung einer Rampe für Menschen im Rollstuhl. Bei der Ausschreibung hätten sie „gruselige“ Angebote bekommen. Beim zweiten Anlauf sei das Angebot nun im vertretbaren Rahmen. Später soll - im Rahmen des Förderprogramms „Grünes Band“ - noch der jetzige Parkplatzbereich vor dem Festspielhaus umgestaltet werden.

Was ist mit Veranstaltungen?

Aktuell wurde das Kulturevents-Programm für November bis Januar veröffentlicht. Die Veranstaltungen sind größtenteils in der Nordseehalle, zwei auch in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek. Im Januar werde man genauer wissen, was wann wo stattfinden kann und dann ein neues Programm herausbringen, sagte die Kultureventschefin.

Es sei ihr klar, dass man derzeit ein paar Kunden nicht anspreche, weil sie nicht in der Nordseehalle Veranstaltungen besuchen wollen oder die Planung zu kurzfristig sei.

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