Erfolg in Emden Ins Landesmuseum gehen deutlich mehr Besucher als vor Corona
Das Ostfriesische Landesmuseum in Emden hat sich neu aufgestellt - und das scheint zu funktionieren. Deutlich mehr Interessierte zieht es an. Im Budget fallen die Eintrittsgelder aber kaum ins Gewicht.
Emden - Deutlich mehr Menschen besuchen das Ostfriesische Landesmuseum in Emden als noch vor der Corona-Pandemie. Im Vergleich zu 2019 konnte ein Zuwachs von rund 30 Prozent erreicht werden. Bis zum 31. Oktober dieses Jahres haben rund 27.400 Gäste die Ausstellungen im Landesmuseum besucht. Im kommenden Jahr werden rund 34.000 Besucher erwartet. Die Zahlen stellten Museumsdirektorin Jasmin Alley und ihre Stellvertreterin Bianca Wallert-Scharf im Kulturausschuss des Emder Rats in dieser Woche vor.
Besonders viele Gäste zog es wegen der Sonderausstellung „Melanie Schulte - Schiff, Unglück, Mythos“ in das Museum. Erst im Dezember war diese eröffnet worden und hatte schon bis zum Sommer mehr als 10.000 Interessierte angelockt, wie Edzard Wagenaar, Moderator bei Podiumsdiskussionen rund um die „Schulte“ damals sagte. Bis zum 28. Januar kann die Ausstellung noch besucht werden. Ein Grund für den Erfolg dürfte nicht nur sein, dass die Geschichte rund um das Verschwinden des Emder Frachters kurz vor Weihnachten 1952 vielen in der Stadt noch gut bekannt ist, sondern auch, weil die altbekannte Geschichte vom Museumsteam neu beleuchtet wurde. Das gehört zum neuen Konzept der seit dem Sommer 2021 ernannte neuen Direktorin Alley.
Eintrittsgelder fallen wirtschaftlich nicht ins Gewicht
Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) sagte im Ausschuss, das Landesmuseum habe sich mit Hinblick auf die Besucherzahlen nicht erholt, wie Hillgriet Eilers (FDP) zuvor gesagt hatte, sondern „wesentliche Veränderungen“ vorgenommen. Außer der neuen Leitung nannte er als Erfolgsgrund auch das Berücksichtigen eines gemeinsam mit der Gesellschaft „1820dieKUNST“, die ebenso wie die Stadt Trägerin des Museums ist, beauftragten Gutachtens. 30 Prozent Besucher-Zuwachs sei „schon signifikant“.
Gleichzeitig stimmte er Hillgriet Eilers in dem Punkt zu, dass der Besucher-Zuwachs wirtschaftlich kaum ins Gewicht falle. Für das kommende Jahr werden 278.500 Euro an ordentlichen Erträgen erwartet, wovon 100.000 Euro durch Eintrittsgelder einfließen. Das Budget für das kommende Jahr liegt indes fürs Landesmuseum und das Stadtarchiv bei mehr als 3,5 Millionen Euro. Der höchste Posten, die Personalkosten, werden mit fast 1,7 Millionen Euro angegeben.
Auf das Stadtarchiv fallen laut Rechnung vom Gesamtbudget nur etwa 280.000 Euro. Neu beim Stadtarchiv: Benutzungsanträge, Archivalienbestellungen und Recherchen sind nun digital möglich über die Plattform Arcinsys. Man fange auch an, vieles andere aus dem Archiv zu digitalisieren, so Alley. Derzeit arbeite man an alten Zeitungen, die sich langsam auflösten. Um digital unerfahrene Menschen nicht abzuschrecken, werde im Stadtarchiv auf Nachfrage bei den Antragstellungen geholfen.