Heimspiel gegen Esens  Firrel will die Horror-Derbyserie beenden

| | 17.11.2023 16:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Firrels Coach Bernd Grotlüschen möchte die Entscheidung über eine Austragung möglichst lange hinauszögern. sFotos: Doden, Emden
Firrels Coach Bernd Grotlüschen möchte die Entscheidung über eine Austragung möglichst lange hinauszögern. sFotos: Doden, Emden
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Die beiden ostfriesischen Fußball-Landesligisten trauern zu vielen in der Hinrunde „verlorenen“ Punkten hinterher. Die Austragung des direkten Duells am Sonntag ist gefährdet.

Firrel/Esens - Es ist Halbzeit in der Fußball-Landesliga-Saison. An diesem Sonntag beginnt die Rückrunde mit dem direkten Duell der beiden ostfriesischen Vertreter.

Voraussetzung ist aber, dass es einigermaßen trocken bleibt. Um 16.30 Uhr soll in Firrel das Derby gegen den TuS Esens angepfiffen werden. Unsere Zeitung wirft einen Blick auf die Partie, die vergangenen Derbys in der Landesliga und entlockt den Trainern ihr Fazit zur Hinserie.

So ist der Standfür Sonntag

„Bei weiteren Regenfällen am Samstag und Sonntag ist das Spiel in Firrel stark gefährdet“, lässt GW-Klubboss Johannes Poppen verlauten. Die Austragung der Partie steht also auf der Kippe. „Der Boden ist voll mit Wasser“, sagt GW-Coach Bernd Grotlüschen, der sich am Mittwoch und Freitag selbst ein Bild vom Zustand des Platzes gemacht hat. Er ließ jeweils auf dem Nebenplatz trainieren. „Wir müssen das Beste draus machen und uns für den Fall, dass wir spielen, optimal vorbereiten“, so Grotlüschen. Auch Esens-Coach Ralf Backhaus hatte die Option „im Matsch“ zu trainieren, entschied sich aber dagegen. „Das hat kaum ein Wert bei solchen Bodenverhältnissen. Da gehe ich mit den Jungs lieber auf den Kunstrasen. Dann hat jeder Spaß“, sagt Backhaus.

Unser Tipp

Firrel – Esens 2:2. Derbys sind zumeist intensiv – vor allem auf schwer zu bespielendem Geläuf. Es ist zu erwarten, dass das Spiel lange offen sein wird. Möglicherweise beläuft es sich auch auf eine Punkteteilung in. In puncto Unentschieden sind die Gäste mit sechs Remis die „Könige“ der Liga.

Personell sieht es bei beiden Teams gut aus. Bis auf die Langzeitverletzten können sie möglicherweise aus dem Vollen schöpfen. Ein Fragezeichen steht bei Firrel hinter dem Einsatz von Lukas Berghaus, der frisch aus dem Urlaub zurückkehrt, auf Esenser Seite ist noch nicht klar, ob Bjarne Hohn studiumsbedingt zur Verfügung steht. Die Firreler Verantwortlichen möchten eine Entscheidung über eine Austragung der Partie so weit es geht hinauszögern. Vermutlich fällt sie erst am Sonntag. „Voreilig sollten wir nicht absagen. Nachher ist es Samstag trocken und auch Sonntag scheint die Sonne. Dann ärgerst du dich“, sagt Grotlüschen, der weitere Nachholspiele vermeiden möchte. Zwei sind es bislang, Esens dagegen gehört zu den vier Landesligisten, die nach 17 Spieltagen bei 16 absolvierten Partien (einmal spielfrei) stehen.

So lautet das Hinrunden-Fazit

Mit der Punkteausbeute in der bisherigen Saison ist keiner der beiden Teams zufrieden. „Wir haben einfach zu viele Punkte verschenkt“, sagt Firrel-Coach Bernd Grotlüschen. Oft habe Firrel auf schlechte Partien gute folgen lassen. Daraus ergibt sich ein ausgeglichenes Bild mit je fünf Siegen und Niederlagen, dazu vier Remis. Damit befindet sich GW knapp vor den Abstiegsrängen, angepeilt waren vor der Saison die Top-Fünf. „Bei uns ist leistungstechnisch zu viel hoch und runter dabei. Das ist wie bei einem EKG-Gerät, das muss aufhören. Wir müssen Konstanz reinbekommen und dann geht es schnell in der Tabelle weiter nach oben“, ist sich Grotlüschen sicher.

Fast ganz unten steht dagegen der TuS Esens. Der ostfriesische Aufsteiger ist Drittletzter und hat sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. „Punktetechnisch ist das nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Wir lassen zu viel liegen“, klagt Ralf Backhaus dasselbe Leid wie Grotlüschen. „Positiv ist aber, dass wir gesehen haben, dass wir in der Liga mithalten können.“ Um im Kampf um den Klassenerhalt mitreden zu können, benötigt der TuS „mindestens doppelt so viele Punkte“ in der Rückrunde als in der Hinserie, so Backhaus. Das hält der TuS-Coach für möglich, zu verlieren habe man nicht mehr viel.

So liefen die letzten Ostfriesen-Derbys

Um die Hoffnung weiter am Leben zu lassen, wäre für Esens ein Derbysieg in Firrel hilfreich. Ein Blick in die Historie zeigt, dass sich die Grün-Weißen in Spielen gegen Ostfriesen-Teams vor allem zu Hause schwer tun. Schlimmer noch: Es ist eine Horror-Heimserie von GW. Seit dem Aufstieg 2018 konnte Firrel noch kein ostfriesisches Landesliga-Derby auf heimischem Platz gewinnen. Auswärts dagegen gab es schon Siege in Westrhauderfehn, Leer und sogar bei Kickers Emden. „Es wird Zeit, dass wir gegen ostfriesische Teams aufhören, Geschenke zu verteilen“, betont Bernd Grotlüschen. „Derbys sind ein schöne Sache – wenn man sie gewinnt, das ist das Ziel für Sonntag.“

Esens-Coach Ralf Backhaus, der im Hinspiel im August ein leistungsgerechtes 1:1-Unentschieden sah, hat bislang nur eine gute Erinnerung an ein Gastspiel in Firrel. „Ich bin bislang nur einmal dort gewesen und wir hatten im Ostfriesland-Cup gewonnen“, erzählt Backhaus. Das war ein 3:0 im Juli 2021.

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