Einbrüche im Raum Cloppenburg und Emsland  Haupttäter gehen hinter Gitter

Franz-Josef Höffmann
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Von Franz-Josef Höffmann
| 21.11.2023 17:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vor der Großen Jugendkammer am Landgericht Oldenburg wurde am Dienstag das Urteil gegen eine jugendliche Einbrecherbande gesprochen. Archivfoto: Fertig
Vor der Großen Jugendkammer am Landgericht Oldenburg wurde am Dienstag das Urteil gegen eine jugendliche Einbrecherbande gesprochen. Archivfoto: Fertig
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Im Mammutprozess gegen eine sechsköpfige Bande junger Männer aus Lindern und Werlte wurde jetzt das Urteil verkündet. Die Haupttäter gehen ins Gefängnis. Auch die übrigen vier Männer erwartet eine Strafe.

Cloppenburg / Werlte / Friesoythe / Saterland / Esterwegen / Oldenburg - Im Mammutverfahren vor dem Landgericht Oldenburg gegen eine sechsköpfige Einbrecherbande aus Werlte und Lindern, die im Herbst 2022 eine beispiellose Einbruchsserie in den Landkreisen Cloppenburg und Emsland durchgezogen hatte, sind am Dienstag die Urteile gefällt worden. Die beiden Hauptangeklagten müssen für drei beziehungsweise zweieinhalb Jahre ins Jugendgefängnis.

Die vier anderen Angeklagten im Alter zwischen 20 und 22 Jahren kamen noch mit Bewährungsstrafen zwischen einem und zwei Jahren davon. Die Große Jugendkammer unter Vorsitz von Richter Dr. Dirk Reuter schickte drei von diesen vier Angeklagten aber zusätzlich für zwei Wochen in den Dauerarrest. In der Urteilsbegründung fand Richter Reuter deutliche Worte für die jungen Angeklagten. Das Maß sei voll, die Grenzen weit überschritten. Angesichts der Schwere der Taten könne man nicht mehr von einem jugendtypischen Verhalten ausgehen.

40 Einbrüche in wenigen Wochen

Die Bande hatte es, den Feststellungen zufolge, arg getrieben. Rund 40 Einbrüche in nur wenigen Wochen gingen auf das Konto der Gruppe, begangen unter anderem im Saterland und in Friesoythe, in Werlte, Löningen, Lindern, Lastrup, Molbergen, Esterwegen, Lorup und Surwold. Einige der Angeklagten hatten Schmiere gestanden, die anderen Kioske und Tankstellen aufgebrochen. Mit gestohlenen Radladern waren sie teils stumpf in die Geschäftsräume gefahren, um dort mit den schweren Baufahrzeugen Zigarettenautomaten aus der Verankerung zu hebeln.

Den Feststellungen zufolge ging es den Angeklagten gar nicht in erster Linie um Geld. Einige suchten lediglich Anschluss, andere wollten nur den Kick. Was für die Angeklagten der „Kick“ war, war für eine Tankstellen-Mitarbeiterin in Esterwegen ein traumatisches Erlebnis. Sie war von dem Hauptangeklagten mit einer Machete bedroht worden, während sich die anderen Angeklagten im Hintergrund aufhielten. Die Frau leidet noch heute unter dem schrecklichen Geschehen.

Unimog angezündet und Tat gefilmt

Der Sachschaden war in allen Fällen enorm. In einem Fall hatte der Hauptangeklagte einen Unimog im Wert von 50.000 Euro angezündet, der zweite Hauptangeklagte hatte das mit seinem Handy gefilmt. Die Cloppenburger Polizei konnte der Bande innerhalb von nur wenigen Wochen das Handwerk legen. Dafür gab es großes Lob von Oberstaatsanwalt Dr. Martin Koziolek. Die Polizei war sofort eingeschritten, als die Angeklagten in abgehörten Telefongesprächen davon sprachen, sich scharfe Waffen und schusssichere Westen zu besorgen.

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