L 14 bei Timmel voller Schlaglöcher  Wird die Landesstraße an der falschen Stelle saniert?

| | 21.11.2023 19:09 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wegen der schweren Straßenschäden gilt auf der Timmeler Straße Tempo 50 statt 100. Foto: Ortgies
Wegen der schweren Straßenschäden gilt auf der Timmeler Straße Tempo 50 statt 100. Foto: Ortgies
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Seit Montag wird die kaputte L 14 in Moormerland umfassend saniert. Wieso ausgerechnet dort? Weiter nördlich bei Timmel ist die Straße in einem noch viel schlechteren Zustand.

Großefehn/Moormerland - Wer den Zustand der Timmeler Straße beschreiben will, bekommt Zustände: Risse im Asphalt, Beulen, Versackungen und Schlaglöcher prägen die Landesstraße 14 zwischen Timmel (Gemeinde Großefehn) und Hatshausen (Gemeinde Moormerland). Wo eigentlich Tempo 100 gelten soll, darf mittlerweile nur noch 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden. Auf einem 200 Meter langen Abschnitt hinter der Brücke über das Fehntjer Tief in Timmel war bis vor wenigen Tagen sogar nur Tempo 30 erlaubt. Wenigstens dieses Loch ist mittlerweile geflickt. Das ändert aber nichts am Grundproblem. Schon im Sommer sollte die Straße umfassend saniert werden, doch dem Land fehlt das Geld.

Etwas weiter südlich geht es nun plötzlich doch: Zwischen Hatshausen und der Autobahn-Anschlussstelle Neermoor lässt das Land seit Montag die L 14, die dort „Alte Landstraße“ heißt, auf Vordermann bringen. Der Verkehr wird umgeleitet. Bis zum 22. Dezember sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Fahrbahn wird abgefräst und neu asphaltiert. Auch der Radweg wird erneuert. „Möglich wird dies durch kurzfristig freigewordene finanzielle Mittel des Landes Niedersachsen“, hatte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich kürzlich mitgeteilt.

Lieber den Spatz in der Hand

Aber wieso wird ausgerechnet dort saniert? Zweifellos sind die Straßenschäden an der L 14 bei Timmel noch größer als diejenigen auf dem Abschnitt, der jetzt erneuert wird. Dort war zuletzt immerhin noch Tempo 70 erlaubt. Wieso nimmt die Straßenbaubehörde nicht zuerst den nördlichen Teil in Angriff, also denjenigen, auf dem aufgrund der großen Schäden Tempo 50 gilt? Behördenleiter Frank Buchholz begründet das mit dem Schulbusverkehr. Da unter Vollsperrung gearbeitet werde, müssten die Schulbusse umgeleitet werden. Dies sei auf dem jetzt in Angriff genommenen Abschnitt einfacher. „Deswegen kann man das sehr kurzfristig umsetzen.“

Auf dem anderen Abschnitt sei das „deutlich komplizierter“, so Buchholz. Dies bedürfe wesentlich mehr Abstimmungen mit den Busunternehmen sowie den Landkreisen Aurich und Leer. In einem ersten Gespräch habe es geheißen, dass nur in den Ferien gebaut werden könne. Dafür reiche die Zeit aber nicht. „Wir haben uns gedacht: Bevor man die Gelder zurückgibt, ziehen wir den anderen Abschnitt vor.“

Wie beim Renovieren zu Hause

Was sagen die Timmeler dazu? Die Ortsbürgermeisterin schaut keineswegs neidisch auf die Nachbargemeinde. Im Gegenteil: Silke Bergmann (Wählerbündnis Timmel/Westgroßefehn) freut sich mit. „Es ist gut, dass sie überhaupt irgendwo anfangen“, sagt Bergmann. Sie hofft auf eine Art Domino-Effekt. Das sei wie beim Renovieren zu Hause: „Wenn du ein Zimmer machst, machst du das nächste auch.“ Sobald man einmal angefangen habe, falle erst recht auf, wie renovierungsbedürftig die anderen Räume seien. In diesem Sinne hoffe sie auf eine baldige Fortsetzung der Straßensanierung in Richtung Timmel, sagt Bergmann. „Das wäre wirklich toll.“

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Die Ortsbürgermeisterin und alle genervten Autofahrer müssen sich noch gedulden. Behördenleiter Buchholz erklärt, er könne noch nicht absehen, wann der nördliche Abschnitt saniert wird. „Er genießt eine hohe Priorität, aber zum Jahresende können wir leider bei Landesstraßen noch nicht sagen, was wir im kommenden Jahr machen. Wir müssen abwarten, wie sich die Landesstraßen über den Winter entwickeln und wie viel Geld wir im nächsten Jahr haben.“ Mit etwas Glück könne es 2024 klappen. Konkreter könne er das nicht sagen.

Die jetzt geplante Sanierung der L 14 sei eine nachhaltige Maßnahme, kein Flicken, erklärt Buchholz. „Wir nehmen den Asphalt raus.“ Allerdings gehe man nicht ganz in die Tiefe. „Wir haben dort Probleme mit dem Untergrund, der sich immer noch bewegt.“ Deswegen gebe es dort lang gezogene Wellen auf der Fahrbahn. Um deren Ursache zu beseitigen, müsste man den Untergrund austauschen. „Das machen wir nicht, aber im Asphaltbereich wird alles neu gemacht.“ So solle es auch im nördlichen Abschnitt bis Timmel gemacht werden. Bis es so weit ist, muss Flickschusterei reichen.