Tradition in Ostfriesland  Uplengen diskutiert über Ostfriesland-Flagge vor dem Rathaus

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 28.11.2023 09:27 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Verein „Jungfräiske Mäinskup“ hatte diese Ostfriesland-Flagge im vergangenen Jahr illegal in Moormerland aufgehängt. Foto: privat/Archiv
Der Verein „Jungfräiske Mäinskup“ hatte diese Ostfriesland-Flagge im vergangenen Jahr illegal in Moormerland aufgehängt. Foto: privat/Archiv
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In vielen Gemeinden wurde bereits über das Hissen der Ostfrieslandflagge gesprochen. Die Gemeinde Uplengen hat nun eine erste Entscheidung dazu getroffen.

Uplengen - Es ist eine Debatte, die sich durch viele Gemeinden im Landkreis Leer zieht und inzwischen auch die Gemeinde Uplengen erreicht hat: Das Hissen der Ostfrieslandflagge. Auf Antrag der Moin-Fraktion, die sich eine Beflaggung des Rathauses, der Feuerwehrhäuser, und der Tourist-Info der Gemeinde Uplengen mit der Ostfriesland-Fahne wünscht, wurde darüber am Donnerstag, 23. November 2023, im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Klima und Tourismus gesprochen.

Grundsätzlich sei es möglich, beispielsweise vor dem Rathaus eine Ostfriesland-Flagge zu hissen, erklärte der Erste Gemeinderat Malte van Mark in der Sitzung. „Wenn offiziell angesetzte Flaggtermine sind, muss sie allerdings runter und die drei vorbestimmten Flaggen rauf“, so van Mark. Dazu zählen Europa-, Bundes- und Landesflagge. „Wenn wir die Ostfriesland-Fahne immer hängen lassen wollen, müssten wir einen vierten Mast in deutlichem Abstand dazu aufstellen“, ergänzte er.

Keine Dauerbeflaggung gewünscht

Unter den Ausschussmitgliedern war man sich schnell einig. Eine Beflaggung des Rathauses würde jede Fraktion grundsätzlich befürworten. „Ich kann nachvollziehen, dass wir damit unsere Region hochhalten. Ich sehe es aber nicht, dafür eine Dauerbeflaggung zu wählen“, sagte Olaf Eilers von der CDU. Dem stimmte die Sozialdemokratin Frauke Jelden zu. Aber: „Wir wollen noch darauf aufmerksam machen, dass es auch viele weitere bedeutsame Fahnen gibt, die man anlassbezogen hissen kann“, sagte sie. Beispielhaft nannte sie die Europaflagge zum Europatag am 9. Mai sowie die Pride-Flagge anlässlich des Pride-Monats im Juni.

In einem neuen Antrag schlug Stephan Milfs von der Moin-Fraktion schließlich vor, die Verwaltung damit zu beauftragen, regional bedeutsame Tage festzulegen, an denen die Ostfriesland-Fahne vor dem Rathaus gehisst werden kann. „Mir fallen da Oll’Mai und das Gründungsdatum der Gemeinde am 1. November ein“, schlug Bürgermeister Heinz Trauernicht vor. Über weitere Termine müsse die Verwaltung sich noch beraten. „Mehr als vier sollten es aber nicht werden“, so Trauernicht. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Debatte zuerst in Moormerland

Die Debatte ins Rollen brachte Torsten Bruns, der die Forderung zum Hissen einer Ostfrieslandflagge in Moormerland auf die Agenda brachte. Dort hatte der Kulturausschuss den Vorstoß abgelehnt. Aktivisten hatten daraufhin in einer Nacht- und-Nebel-Aktion die Flagge eigenständig gehisst. Sie wurde am Tag darauf von einem Rathaus-Mitarbeiter wieder vom Mast geholt. Es entbrannte eine hitzige Debatte in der Gemeinde.

Der Volksstamm der Friesen und damit auch der Ostfriesen sei laut Antrag der Uplengener Moin-Fraktion, genau wie die dänische Minderheit, die Sinti und Roma und die Sorben, als ethnische Minderheit durch die EU und die Bundesrepublik als Minderheit offiziell anerkannt.

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