Nach Kreisschulausschuss Diskussion um Standort der IGS Krummhörn-Hinte – das sagt der Schulleiter
Anders als die Gutachter-Firma Biregio beobachtet Jochen Lindig keine abnehmende Schülerzahl an seiner Schule. Trotzdem seien zwei Standorte so dicht beieinander sicherlich eine große Ausnahme.
Krummhörn/Hinte - In der Diskussion um die Standortausrichtung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Krummhörn-Hinte hat sich nun die Schulleitung eingeschaltet. „Die IGS Krummhörn-Hinte steht bislang immer dafür, dass die Schule für Schülerinnen und Schüler an beiden Standorten sehr verlässlich arbeitet und es ihnen ermöglicht, sehr gute Abschlüsse zu erwerben, die bis zum Erwerb des Abiturs führen können“, schreibt Schulleiter Jochen Lindig auf Anfrage dieser Zeitung.
Eine Entscheidung über den angestoßenen Prozess obliege aber der Politik sowie den Überlegungen des Schulträgers, so Lindig. Die Schule könne an dieser Stelle lediglich ihre Sichtweise darlegen und sich an dem Austausch beteiligen, „was in unserem Interesse ist, da wir diejenigen sind, die diese Anforderungen umsetzen müssen“, schreibt der Schulleiter weiter.
Biregio brachte Ein-Standort-Lösung ins Spiel
Ins Rollen gekommen war die Frage um den Standort der IGS in Hinte bei einer Sitzung des Kreisschulausschusses am 23. November 2023. Der Ausschuss war zusammengekommen, um über den Schulentwicklungsplan des Landkreises Aurich zu sprechen. Dazu war Wolf Krämer-Mandeau von der Gutachter-Firma Biregio eingeladen, der seine Sicht der Dinge darstellte. In der Krummhörn und in Hinte sah er unter anderem Probleme darin, dass es zu viele Räume je Klasse gebe. Hinzu komme, so Krämer-Mandeau, dass die Schülerzahl an der IGS Krummhörn/Hinte in der Oberstufe stark nachlässt. Durch eine Zusammenführung könne das Konzept „neu gedacht“ werden - mit einer Konzentration auf den Standort in Pewsum, bei dem dann ein „kleiner Zubau“ nötig wäre.
Die Beobachtungen rückläufiger Schülerzahlen kann Jochen Lindig nicht teilen. Im Gegenteil: „Es mussten mehrfach, auch aktuell, bereits neue Klassen aufgrund von zahlreichen Zugängen gebildet werden.“ Das richte sich entsprechend auch immer daran, wie viele Schülerinnen und Schüler zuvor den Jahrgang vier verlassen hätten. „Unsere Schule ist, wie postuliert wurde, vier- bis fünfzügig“, so Lindig. Auch, dass sich immer mehr Eltern in Richtung Emden orientieren würden, beobachtet der Schulleiter nicht.
Zukunft sichern
Aber: „Betrachtet man die niedersächsische Schullandschaft insgesamt, so sind Schulen mit zwei Standorten, die zudem zehn Kilometer voneinander entfernt geführt werden, sicherlich die große Ausnahme“, schreibt Jochen Lindig. Es sei daher durchaus verständlich, dass es seit Beginn der Einrichtung der Standorte in Pewsum und in Hinte wiederkehrenden Austausch gegeben habe. Es gebe nämlich durchaus Aspekte, die der Analyse von Biregio entsprächen und aus schulischer Sicht einen Standort nahelegen würden. Generell spielten Fragen der Organisation, der Qualität, der Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Belastungen, Ausstattungsfragen, Verbesserungsmöglichkeiten und auch Grenzen eine Rolle.
Um den Schülerinnen und Schülern weiter gerecht werden zu können, müssten hohe Qualität und Recht auf Bildung das höchste Ziel sein. „Wir tun dies bislang mit hohem Engagement, was jedoch auch in der Zukunft gesichert werden muss“, so der Schulleiter. Insofern werde ein weitergehender Austausch nötig sein.
Räumlichkeiten sind ähnlich
Die IGS Krummhörn-Hinte wurde 2011 gegründet und ist damit die jüngste Gesamtschule in der Trägerschaft des Landkreises Aurich. Sie wird als Ganztagsschule in den Jahrgängen fünf bis 13 geführt. Die Jahrgänge fünf bis acht werden am Standort in Pewsum beschult, die Jahrgänge neun bis 13 am Standort in Hinte. Es können alle Schulabschlüsse im Sekundarbereich I + II erworben werden.
Nach Auskunft von Schulleiter Jochen Lindig sind beiden Standorte ähnlich ausgestattet. In Pewsum gebe es das Schwimmbad, in Hinte eine Außensportanlage mit Laufbahn. Die entsteht in Pewsum aber auch gerade. Ansonsten unterscheiden sich die Räumlichkeiten nur nach Anzahl, so der Schulleiter.
Plötzlich steht die IGS in Hinte in Frage
Schüler gehen in die falschen Schulen
Gemeinderat stellt sich klar hinter den Standort der IGS in Hinte