Bilanz und Ausblick  Das hat die Ländliche Akademie Krummhörn-Hinte im nächsten Jahr vor

| | 01.12.2023 11:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Veranstaltungshighlight der LAK in diesem Jahr: Die Frauen von Schreyers Hoek. Foto: Archiv/J.Doden
Ein Veranstaltungshighlight der LAK in diesem Jahr: Die Frauen von Schreyers Hoek. Foto: Archiv/J.Doden
Artikel teilen:

Der Verein möchte unter anderem die Kooperationen an den Schulen in der Krummhörn und in Hinte ausbauen. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsmuseum in Campen ist geplant.

Krummhörn/Hinte - Egal ob Kunsthandwerk, Musik, Theater oder Lesegruppe: Bei der Ländlichen Akademie Krummhörn-Hinte (LAK) ist für jede Vorliebe und für jedes Alter etwas dabei. Rund 3800 Besucherinnen und Besucher konnte der Verein bei den in diesem Jahr organisierten Veranstaltungen zählen. Damit ist LAK-Leiterin Christine Becker-Schmidt sehr zufrieden, wie sie in der jüngsten Sitzung des Bildungs,- Sport, - und Kulturausschusses der Gemeinde Krummhörn sagte.

Christine Becker-Schmidt leitet die Ländliche Akademie Krummhörn-Hinte. Foto: Archiv/Wagenaar
Christine Becker-Schmidt leitet die Ländliche Akademie Krummhörn-Hinte. Foto: Archiv/Wagenaar

Die Arbeit der LAK habe sich seit der Gründung vor über 40 Jahren allerdings verändert. 1982 wurde sie mit der Intention gegründet, Fortbildungen und kulturelle Bildungsangebote zu etablieren. Junge Menschen in der Krummhörn, die Schwierigkeiten hatten, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, sollten qualifiziert werden. Es ging aber auch um Kultur, denn die Menschen in der Krummhörn waren damals weniger mobil und freuten sich daher auf Angebote in ihren Wohnorten. Später wuchs eine Theatergruppe heran und nach und nach kamen Musikgruppen in den einzelnen Dörfern hinzu. Heute ist die kulturelle Bildung der Schwerpunkt der LAK geworden.

Mitgliederverlust seit Corona

Corona hat es Christine Becker-Schmidt und ihren Kolleginnen und Kollegen aber nicht leicht gemacht. Viele Mitglieder und auch Kursleiter verließen die LAK, einige aus Altersgründen, andere haben sich nach den Lockdowns der Pandemie nicht wieder für die Kurse angemeldet. Aktuell zählt der Verein 250 Mitglieder. „Es ist insgesamt schon defizitär, wird nun aber wieder besser“, sagte Becker-Schmidt. „Der Fachkräftemangel ist auch bei uns spürbar.“ Es sei gar nicht so einfach, Kursleitungen zu finden.

Hier versuche die LAK, mit der Zeit zu gehen und auch Onlinekurse anzubieten. Das spreche nämlich nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch die Kursleitungen an. Als Beispiel nannte sie Musikstudenten aus der Krummhörn, die mittlerweile in Oldenburg wohnten. Den Kurs bieten die jungen Leute dann digital an und kommen nur für die Proben vor Auftritten in Persona zusammen.

Kinder und Jugendliche an den Schulen erreichen

Auch das Kursangebot für Kinder und Jugendliche habe sich verändert. „Wir erreichen sie dadurch, in dem wir in die Nachmittagsangebote der Schulen gehen“, so Becker-Schmidt. Weil immer mehr Kinder und Jugendliche ganztags zur Schule gehen, wolle man ihnen so entgegenkommen.

Angebote wie ein offenes Atelier würden von den Teilnehmenden sehr gut angenommen, weshalb im nächsten Jahr auch eine Erweiterung des Programms unter anderem an der IGS Krummhörn-Hinte geplant sei. Denkbar seien etwa Erzähltheater mit Kindern und Jugendlichen.

Ausblick auf das nächste Jahr

Eine Kooperation ist zudem noch in diesem Jahr mit dem Landwirtschaftsmuseum in Campen geplant. Am 9. Dezember soll dort ein Weihnachtskonzert zum Mitsingen in der Scheune des Museums stattfinden. Diese Kooperation soll auch im nächsten Jahr ausgebaut werden, auch, wenn Theater dort aufgrund des Platzes wohl nicht möglich sein wird. „Die Maschinen stehen dort bis unters Dach“, so Becker-Schmidt. Lesungen oder Konzerte sind aber geplant.

Generell sei die LAK daran interessiert, mehr Veranstaltungen in der Krummhörn anzubieten. Bei den großen Projekten fehle dafür aber der geeignete Ort. Denn auch, wenn man Veranstaltungen Open-Air planen könne, brauche es dann einen geeigneten Ausweichort, falls das Wetter nicht mitspielt. Das habe man bei „Die Frauen von Schreyers Hoek“ in Emden gut sehen können. Im Sommer wurde das Stück statt auf der Delfttreppe an einigen Terminen in der Martin-Luther-Kirche aufgeführt, weil das Wetter zu schlecht war.

Das große Theaterprojekt im nächsten Jahr soll unter dem Motto „Geld oder Leben“ stehen. Darin soll es unter anderem um die Fragen „Wie viel ist mir was wert? Worauf legen wir wert? Was ist mir wie viel wert?“ gehen. Auch 2024 sollen dabei wieder mehrere Gruppen zusammenarbeiten und ein Theaterstück mit Chor und Musik auf die Beine stellen.

Ähnliche Artikel