Für Ratssitzung  Greetsieler Arbeitskreis will Resolution für Erhalt des Seniorenhuus‘

| | 04.12.2023 17:43 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Greetsiel regt sich nach wie vor Protest gegen die Schließung des Seniorenhuus‘. Foto: Wagenaar/Archiv
In Greetsiel regt sich nach wie vor Protest gegen die Schließung des Seniorenhuus‘. Foto: Wagenaar/Archiv
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Die Greetsieler Ortsgemeinschaft versucht weiter, die Einrichtung im Ortskern zu retten. Nun soll sich auch der Gemeinderat klar positionieren.

Greetsiel - Der Greetsieler Arbeitskreis zum Erhalt des Seniorenhuus hat eine Resolution auf den Weg gebracht. Die soll, wenn es nach den Vorstellungen des Arbeitskreises geht, in der nächsten Ratssitzung am 11. Dezember 2023 verabschiedet werden. Der entsprechende Punkt wurde der Tagesordnung hinzugefügt.

„Jede Gemeinde sollte die Fürsorge für alte und pflegebedürftige Menschen als eine ihrer Pflichtaufgaben ansehen“, heißt es in dem Schreiben. Der Gemeinderat appelliere ausführlich an die Erfüllung dieser Aufgabe. Die zu Verfügung stehenden Seniorenpflegeplätze in der Gemeinde Krummhörn seien zu gering, die Forderung zum Erhalt des Seniorenheims in Greetsiel daher „mehr als verständlich“.

Was ist eine Resolution?

Der Rat appelliere an die Eigentümergemeinschaft der geschlossenen Einrichtung in Greetsiel, die Zusage an die Bewohnerinnen und Bewohner aufrecht zu erhalten, nach den Sanierungsarbeiten wieder einziehen zu können. „Einer Umwandlung des Gebäudes in 32 Ferienwohnungen ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenzutreten“, heißt es weiter. Hier würde es sich um einen Ferienwohnpark mit nicht absehbaren Negativfolgen für Greetsiel handeln.

Antragsteller für die Resolution ist die FBL. Es handele sich aber trotzdem um ein fraktionsübergreifendes Projekt, denn mehrere Ratsmitglieder sind Mitglied des Arbeitskreises: Klaus Keller, Frank School (beide FBL), Alfred Jacobsen (SPD) und Helge Cornellis (Grüne).

Bei einer Resolution handelt es sich um eine Art Absichtserklärung. Anders als zum Beispiel ein Beschluss, gibt es nach einer Resolution aber keine rechtliche Bindung. Vielmehr ist es eine Möglichkeit, sich zu positionieren oder ein Zeichen für oder gegen etwas zu setzen. Der Krummhörner Gemeinderat hatte als Reaktion auf ein Rechtsrockkonzert in der Gemeinde zum Beispiel im Oktober eine Resolution gegen Rechts verabschiedet.

→ Ob der Rat der Resolution zustimmt und sie letztlich verabschiedet, entscheidet sich am Montag, 11. Dezember 2023, um 18.30 Uhr in der Mensa der IGS Hinte. Weitere Punkte auf der Tagesordnung sind unter anderem eine Bodenrecyclinganlage und ein Wohnmobilstellplatz in Pewsum sowie der Haushalt für 2024 und 2025.

Die Resolution im Wortlaut

Jede Gemeinde sollte die Fürsorge für alte und pflegebedürftige Menschen als eine ihrer Pflichtaufgaben ansehen. Artikel 1 des Grundgesetzes: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt‘. Dazu gehört auch ein würdevolles Leben im Alter. Der Gemeinderat appelliert hiermit ausdrücklich an die Erfüllung dieser Aufgabe.

In der Krummhörn stehen derzeit 108 Seniorenpflegeplätze mit 87 Zimmern in zwei Einrichtungen sowie 24 Betten in 15 Zimmern für Langzeit-, Kurzzeit- oder Urlaubspflege zur Verfügung. Bei einer Einwohnerzahl von 12.779 ist die Verfügbarkeit der Seniorenpflegeplätze deutlich zu gering. Deshalb ist die Forderung aus der Bevölkerung nach Erhalt des Seniorenheims in Greetsiel mehr als verständlich.

Der Rat der Gemeinde Krummhörn appelliert an die Eigentümergemeinschaft des inzwischen geschlossenen Pflegeheims „Seniorenhuus Greetsiel“, ihre Zusage an die Heimbewohner aufrecht zu erhalten, nach Renovierungsarbeiten wieder einziehen zu können. Die Nutzung des gerade für Senioren attraktiven Standortes durch ein betreutes Wohnkonzept wäre auch eine zukunftsorientierte Lösung.

Einer Umwandlung des Gebäudes in 32 Ferienwohnungen ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenzutreten. Hier würde es sich dann um einen Ferienwohnpark mit noch nicht absehbaren Negativfolgen für den Greetsieler Ortskern handeln.

Wir fordern den Rat auf, besonders vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung (die geprägt ist durch eine immer älter werdende Bevölkerung) Wohn- und Pflegeplätze für Senioren zu erhalten und neue zu schaffen.“

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