Osnabrück Erfrischender Blick nach vorn: Gut, dass Jugendliche noch Vertrauen in die Zukunft haben
Die Zukunft ist vielleicht gar nicht so düster, wie es in unseren krisengeschüttelten Zeiten oft scheint. Jugendliche und junge Erwachsene blicken erfrischend positiv auf ihre beruflichen Chancen. Nur Mut!
Soeben erst haben die katastrophalen Ergebnisse der aktuellen Pisa-Studie dem deutschen Bildungswesen einen ordentlichen Dämpfer verpasst. Zudem wächst seit Jahren die Zahl der Jugendlichen, die unter psychischen Störungen leiden. Und doch lassen sich die Heranwachsenden ihren Optimismus offenbar nicht nehmen.
So lässt sich eine Umfrage der Bertelsmann-Stifung gemeinsame mit dem Deutschen Jugendinstitut lesen, wonach die 14- bis 21-Jährigen mit großer Mehrheit positiv auf ihre berufliche Zukunft blicken. Wer hätte das gedacht.
Noch während der Corona-Pandemie hatte rund die Hälfte der jungen Erwachsenen laut einer Studie massive Zukunftsängste. Wenn sich Viele nun wieder fangen, so ist das eine gute Nachricht; belegt es doch auch die Resilienz junger Menschen, die Fähigkeit also, schwierige Lebenssituationen ohne dauerhafte Beeinträchtigungen zu meistern.
Kann die junge Generation also den „Krisenmodus“, den die Gesellschaft für Deutsche Sprache soeben zum Wort des Jahres 2023 gekürt hat, hinter sich lassen? Wohl kaum.
Denn leicht macht es unsere Gesellschaft jungen Erwachsenen nicht unbedingt. Ganz realistisch ist nur rund ein Drittel der von Bertelsmann Befragten der Ansicht, dass alle Kinder in Deutschland unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft die gleichen Chancen auf gute Bildung haben. Und mehr als zwei Drittel fühlen sich durch die Schule unzureichend auf das Berufsleben vorbereitet.
Wie aber kann es gelingen, junge Erwachsene beim Wechsel von der Schule in eine berufliche Ausbildung oder ein Studium besser zu unterstützen?
Ohne berufliche Orientierungsangebote, wie zum Beispiel Beratung, Bewerbungstrainings oder Berufspraktika, geht es nicht. Da ließe sich noch einiges ausbauen. Und ein bisschen mehr lebenspraktische Inhalte im Schulunterricht wären ebenso wünschenswert wie Hilfestellungen zur Selbstorganisation sowie eine stärkere Anerkennung von Kompetenzen über das reine Notenzeugnis hinaus.