Odyssee mit dem Rettungswagen  Jann-Berghaus-Brücke hätte befahren werden können

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 08.12.2023 16:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
An diesem Mittwoch wurde die Jann-Berghaus-Brücke erneut bestreikt. Foto: Gettkowski
An diesem Mittwoch wurde die Jann-Berghaus-Brücke erneut bestreikt. Foto: Gettkowski
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Nach einem Sturz musste Marianne Görs aus Bingumgaste große Umwege in Kauf nehmen, um ins Krankenhaus zu kommen. Der Streik auf der Jann-Berghaus-Brücke führte dazu. Die Landesbehörde reagiert.

Bingumgaste - Bereits zum dritten Mal ist in dieser Woche die Jann-Berghaus-Brücke den ganzen Tag aufgeklappt geblieben. Grund dafür sind Warnstreiks. Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes der Länder wollen die Beschäftigten in Niedersachsen damit den Druck erhöhen. Mit dabei auch die Brückenwärter in Leer. Deswegen blieb die Brücke zwischen 6 und 23 Uhr nun bereits dreimal geöffnet.

Am 30. November 2023 kam es deswegen zu einem Vorfall mit einem Rettungswagen. Marianne Görs aus Bingumgaste war gegen 22 Uhr zu Hause gefallen und musste ins Krankenhaus, nach ihren Angaben konnte der Rettungswagen weder die Brücke passieren noch die Autobahn. Im Emstunnel war die Höhenkontrolle ausgelöst worden und deswegen die Autobahnauffahrt von einem wartenden Lastwagen blockiert. Der Rettungsdienst hatte versucht, die Brückenwärter zu erreichen, um die Jann-Berghaus-Brücke zu schließen und dort langzufahren, doch diese waren nicht erreichbar.

Marianne Görs (74), hier mit dem blinden Kater Matze, hat eine regelrechte Irrfahrt durchlebt, bis sie nach einem Sturz endlich im Krankenhaus behandelt werden konnte. Foto: Gettkowski
Marianne Görs (74), hier mit dem blinden Kater Matze, hat eine regelrechte Irrfahrt durchlebt, bis sie nach einem Sturz endlich im Krankenhaus behandelt werden konnte. Foto: Gettkowski

Das stellt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich nun klar: „Die Brücke wurde um 23 Uhr wie angekündigt für den Verkehr freigegeben“, sagt Frank Buchholz, Leiter der Auricher Behörde. Der Rettungsdienst habe niemanden auf der Brücke erreicht, weil die Brücke zu diesem Zeitpunkt nicht mehr besetzt sei – der Verkehr könne ja schließlich passieren und nachts muss die Brücke in der Regel für den Schiffsverkehr nicht hochgeklappt werden. Lediglich auf den Anzeigetafeln weit vor der Brücke sei die Sperrung noch angezeigt gewesen. Aus dem Vorfall zieht auch die Landesbehörde ihre Schlüsse: „Wir haben die Lernerfahrung gemacht, dass wir der Leitstelle das nächste Mal Bescheid geben, wenn die Brücke wieder befahrbar ist“, sagt Buchholz.

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