Berlin  Ampel im Abwärtsstrudel: Wähler mit Regierung so unzufrieden wie nie

Lorena Dreusicke
|
Von Lorena Dreusicke
| 15.12.2023 16:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Regierung von Kanzler Scholz (rechts) schmiert in aktuellen Umfragen weiter ab in der Wählergunst. Foto: dpa/Michael Kappeler
Die Regierung von Kanzler Scholz (rechts) schmiert in aktuellen Umfragen weiter ab in der Wählergunst. Foto: dpa/Michael Kappeler
Artikel teilen:

Die Wähler in Deutschland strafen im neuen ZDF-Politbarometer die Regierung gehörig ab. Das Ansehen der Ampel ist so schlecht, wie noch nie. Unsere Grafiken zeigen den Abwärtstrend im Verlauf dieses Jahres.

Das ohnehin sinkende Ansehen der Bundesregierung im Volk hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die Forschungsgruppe Wahlen befragt regelmäßig Wähler nach ihrer Meinung zu einzelnen Spitzenpolitikern und der Regierungsarbeit allgemein. Die Umfrageergebnisse von 12. bis 14. Dezember lesen sich wie ein jämmerliches Zwischenzeugnis für die Ampel-Regierung – und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) persönlich. Die Ergebnisse im grafischen Überblick.

Im Frühjahr hatte die Bundesregierung noch das Zutrauen von mehr als der Hälfte der Bevölkerung. Mittlerweile sagt nur noch jeder Vierte, dass die Regierung einen guten Job mache. Zwei Drittel sagen, die Ampel mache ihre Arbeit schlecht. Auf der Skala von -5 bis +5 landet die Regierung aktuell bei -1,1. Im negativen Bereich bewegt sie sich seit März 2023.

Interessant ist dabei, dass die Opposition nicht wirklich punkten kann. Nur 35 Prozent der Befragten glauben, dass eine CDU/CSU-geführte Regierung erfolgreicher wäre. Fast die Hälfte geht resigniert davon aus, dass eine konservativ angeführte Koalition genauso schlecht regieren würde.

Lesen Sie auch: Nach Wirbel um Bundeshaushalt: Habeck wünscht sich „Neustart“ der Ampel-Koalition

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde die bisherige Ampel nur noch auf 33 Prozent kommen. Damit ist sie weit entfernt von einer Regierungsmehrheit. Jeder fünfte Befragte bezweifelt, ob er überhaupt wählen ginge.

Im Vergleich zum zurückliegenden Wahlergebnis wäre der damalige Wahlsieger, die SPD, der größte Verlierer. Die in Teilen rechtsextreme Partei AfD käme auf den größten Zuwachs.

Wenn sich Wähler eine Koalition wünschen könnten, wäre das aktuell eine Große Koalition. Für das Bündnis aus SPD und Union sprachen sich in der Umfrage 16 Prozent der Wähler aus. 14 Prozent befürworten eine Koalition aus Union und FDP, 13 Prozent eine Koaltion aus SPD und Grüne und nur 6 Prozent ein Bündnis aus Union und Grüne.

Das schlechte Bild, das die SPD abgibt, hat offensichtlich auch mit dem Bundeskanzler zu tun. Wurde Scholz‘ kämpferische Parteitagsrede vergangenes Wochenende von Sozialdemokraten ausgiebig beklatscht, verschlechtern sich seine Zustimmungswerte in Umfragen weiter. Schon seit August 2023 hat er mehr Skeptiker als Unterstützer in der Wählerschaft.

Bei der Bewertung der Spitzenpolitiker nach Sympathie und Leistung führt der seit Januar regierende Verteidigungsminister Boris Pistorius das Feld an. Er liegt bei der Beliebtheitsskala von -5 bis +5 aktuell bei +2. Zweitbeliebtester Politiker ist CSU-Chef Markus Söder, der sein Ansehen seit dem Sommer leicht verbesserte.

Die übrigen prominenten Ampel-Minister rangieren mittlerweile alle im negativen Bewertungsbereich – ebenso der Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU). AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel kommt mit -2,2 auf den schlechtesten Wert.

Ähnliche Artikel