Aurich/Hannover

Bahn-Gutachten wird zur Hängepartie

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 04.02.2015 08:00 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Die Kosten-Nutzen-Analyse zur Reaktivierung der Bahnstrecke Aurich-Emden ist noch nicht beendet. Es geht um die Frage, ob das Land den Ausbau der Trasse für den Personenverkehr fördert. Bei der Gemeinde Südbrookmerland ist der Ausbau umstritten. Fällt die Analyse positiv aus, soll ein Plan umgesetzt werden.

Aurich/Hannover - Das Ergebnis der Kosten-Nutzen-Analyse zur Reaktivierung der Bahnstrecke Aurich-Emden für den Personenverkehr liegt immer noch nicht vor. Ende Januar, Anfang Februar sei damit zu rechnen, hatte das Wirtschaftsministerium in Hannover vor vier Wochen mitgeteilt. Ursprünglich sollte das Gutachten bereits im vergangenen Herbst kommen. Doch nun verzögert sich das Ganze weiter. „Wir können es noch nicht sagen“, erklärte am Dienstag eine Sprecherin des Ministeriums auf die Frage, wann mit dem Ergebnis zu rechnen sei. Es seien noch Abstimmungen mit den Gutachtern nötig.

Das Ministerium lässt acht stillgelegte Bahnstrecken in Niedersachsen untersuchen. Die Strecke nach Aurich, auf der zurzeit nur Güterzüge fahren, gilt als diejenige mit dem größten Fahrgastpotenzial. Externe Gutachter untersuchen, ob der Nutzen die Kosten der Reaktivierung für den Personenverkehr rechtfertigt. Dabei spielen Faktoren wie Zustand der Gleise, Kosten für Schallschutz und Elektrifizierung, Pendlerströme und Entlastung der Straßen eine Rolle. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) entscheidet unter anderem aufgrund dieses Gutachtens, ob die Reaktivierung der Bahnstrecke aus Landesmitteln gefördert wird. Das Land würde 75 Prozent der Kosten tragen, den Rest müssten die Kommunen aufbringen.

„Wir brauchen ein Signal vom Land“

Die Eisenbahninfrastrukturgesellschaft Aurich-Emden (EAE), die die Strecke auch für den Güterverkehr ausbauen will, hofft auf eine Förderzusage des Landes. Die Finanzierung des Bahnausbaus ist noch nicht gesichert. Zuletzt waren die möglichen Gesamtkosten auf bis zu 126 Millionen Euro beziffert worden, wovon allerdings nur rund 22 Millionen auf den Personenverkehr entfallen. Nur für diesen Teil gilt die 75-Prozent-Förderung des Landes – wenn sie denn kommt.

Ebenso ungeduldig wie von der EAE wird das Ergebnis des Gutachtens von der Gemeinde Südbrookmerland erwartet. Dort ist der Bahnausbau umstritten. Deshalb plant die Gemeinde eine Bürgerbefragung – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Kosten-Nutzen-Analyse positiv ausfällt. Alles liegt vorbereitet in der Schublade. „Wir brauchen ein Signal vom Land“, sagte der Erste Gemeinderat Hans-Joachim Stedler der OZ. „Ich übe mich in Geduld, auch wenn’s mir schwerfällt.“ Wenn sich das Verfahren hinziehen sollte, werde er den Arbeitskreis Bahnausbau zusammenrufen und mit diesem über das weitere Vorgehen beraten.

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