London  Alkoholismus, Bildung, Einsamkeit: Diese 15 Faktoren beeinflussen eine frühe Demenz

Henry Borgelt
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Von Henry Borgelt
| 27.12.2023 19:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Es gibt einige Faktoren, die Auswirkungen auf das Gehirn haben - und somit auch auf das Risiko einer frühen Demenzerkrankung. Foto: imago images/Panthermedia
Es gibt einige Faktoren, die Auswirkungen auf das Gehirn haben - und somit auch auf das Risiko einer frühen Demenzerkrankung. Foto: imago images/Panthermedia
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Eine große Studie zur Demenz bei jüngeren Menschen stellt erstmals fest, dass der Lebensstil Auswirkungen auf den frühen Ausbruch der Krankheit haben kann. Die Forscher identifizierten 15 Faktoren, die den Ausbruch einer Demenzkrankheit bei unter 65-Jährigen beeinflussen.

Knapp 370.000 Menschen unter dem Alter von 65 werden jährlich mit Symptomen von Demenz diagnostiziert. Während gerade bei älteren Menschen bereits nachgewiesen werden konnte, dass die Lebensweise einen Einfluss auf den Ausbruch der Krankheit haben kann, war ein solcher Zusammenhang bei jüngeren Menschen bisher noch weitgehend unerforscht.

Eine neue Studie von der University of Exeter und der Universität Maastricht wertete die Daten von 350.000 Menschen unter 65 aus Großbritannien aus. Das Ziel der Studie war es herauszufinden, wie genetische Faktoren, Lebensstil und Umweltfaktoren die Veranlagung für eine frühe Demenz beeinflussen können. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „JAMA Neurology“ veröffentlicht.

Insgesamt konnten die Forscher 15 Faktoren herausstellen, die eine frühe Demenz beeinflussen können – positiv, wie negativ. „Es sind zwar weitere Untersuchungen von diesen Faktoren nötig, um grundlegende Mechanismen zu identifizieren, aber dennoch kann die Berücksichtigung dieser Faktoren das Risiko einer frühen Demenz verringern“, erklärten die Forscher.

Die Ergebnisse zeigen, dass neben einem geringeren Bildungsstand auch Gesundheitsfaktoren wie ein Vitamin-D-Mangel, ein Hörschaden oder Depressionen zu einem erhöhten Risiko einer frühen Demenz führen können. Auch Alkoholismus und soziale Isolation sind laut der Studie ausschlaggebend.

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Das höchste Risiko geht laut den Forschern von einem geringen Blutdruck im Stehen, einer orthostatischen Hypertonie, aus. Danach folgen Depressionen, Alkoholismus und vorausgegangene Schlaganfälle. Erst danach folgt das Risiko, das von der genetischen Veranlagung des jeweiligen Menschen ausgeht.

Die negativen Faktoren sind (absteigend):

Von den 15 untersuchten Faktoren sollen drei auch das Risiko einer frühen Demenz senken. Ein moderater Alkoholkonsum, Bildung und höhere Griffstärke in der Hand würden demnach für ein verringertes Risiko sorgen.

Janice Ranson, eine Forscherin von der University of Exeter sagte, die Studie sei „ein Durchbruch darin, zu erkennen, dass das Risiko auf eine frühe Demenz reduziert werden kann.“ Weitere Forscher erklärten, dass so auch eine bessere Prävention auf einem individuellen und gesellschaftlichen Level möglich sei.

„Neben physischen Faktoren, spielt auch die mentale Gesundheit eine entscheidende Rolle, wie auch die Vermeidung von chronischem Stress, Einsamkeit und Depressionen. Dass das auch auf eine frühe Demenzerkrankung zutrifft, war überraschend für mich und so könnten auch Risiken für eine solche frühe Demenzerkrankung reduziert werden“, erklärte Sebastian Köhler, Professor für Neuroepidemiologie an der Universität Maastricht.

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