Stadt plant nächsten Schritt  Autoverkehr am Delft in Emden soll bald einspurig rollen

Heiko Müller
|
Von Heiko Müller
| 02.01.2024 17:36 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Straße Am Delft führt zwischen Rathausplatz und Hafentor westlich entlang des Ratsdelfts und des Alten Binnenhafens in Emden. Foto: Archiv/Tobias Bruns
Die Straße Am Delft führt zwischen Rathausplatz und Hafentor westlich entlang des Ratsdelfts und des Alten Binnenhafens in Emden. Foto: Archiv/Tobias Bruns
Artikel teilen:

Nach dem Ende der Experimente in der Neutorstraße plant die Stadt jetzt den nächsten Schritt zur Beruhigung des Verkehrs im Zentrum. Dazu startet in Kürze eine Kampagne.

Emden - Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich im neuen Jahr auf weitere Änderungen der Verkehrsführung in der Emder Innenstadt einstellen. Die Stadt will im nächsten Schritt den Verkehr auf der Straße Am Delft beruhigen. Wie Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) dieser Zeitung in einem Ausblick auf 2024 ankündigte, soll der Kraftverkehr aus Richtung Rathausplatz bis zur Ringstraße versuchsweise einspurig rollen.

Laut Kruithoff sollen die Bürgerinnen und Bürger mit Unterstützung eines externen Büros eng an diesem Vorhaben beteiligt und nach ihren Wünsche befragt werden. Die Stadt werde dazu bei ihrem Neujahrsempfang am 13. Januar eine Kampagne starten. Sie hat auch einen Namen. Den mochte der Verwaltungschef vor der öffentlichen Veranstaltung in der Nordseehalle aber noch nicht preisgeben. Dort will er weitere Details bekanntgeben.

Komplette Sperrung kommt zunächst nicht infrage

Eine komplette Sperrung der Straße, die westlich entlang des Ratsdelfts und des Alten Binnenhafens führt, ist nach Angaben des Oberbürgermeisters gegenwärtig nicht denkbar. Denn Autofahrer, die aus der Neutorstraße kämen, müssten weiterhin die Möglichkeiten haben, am Rathausplatz nach rechts in Richtung der Straße Am Delft fahren zu können. Gleichzeitig sollen Autofahrer, die aus Richtung Petkumer Straße kommen, in der Faldernstraße nicht in einer Sackgasse enden. Heißt: Die Fahrtrichtung ist praktisch vorgegeben. Der Ringverkehr um die Stadt über die Ringstraße wird also auch in eine Richtung unterbrochen.

Der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff plant die nächsten Schritte, den Autoverkehr in der Innenstadt zu beruhigen. Foto: Archiv/Ortgies
Der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff plant die nächsten Schritte, den Autoverkehr in der Innenstadt zu beruhigen. Foto: Archiv/Ortgies

Bei der Bürgerbeteiligung zu diesem Vorhaben will die Stadt Erfahrungen nutzen, die sie in den vergangenen Jahren bei der zeitweise heftig umstrittenen Verkehrsführung in der Neutorstraße und den Diskussionen darum gemacht hatte. Kruithoff räumte in diesem Zusammenhang selbstkritisch ein, „dass wir das Thema kommunikativ mit den Ressourcen und Kapazitäten, die wir haben, nicht so begleiten konnten, dass man allen gerecht wurde“.

Fehler in der Kommunikation soll es nicht geben

Die Stadtverwaltung sei vielmehr mit ihrer Informationspolitik „manchmal ins Hintertreffen geraten“. Die Leute hätten an einigen Stellen nicht verstanden, was die Stadt eigentlich wolle, so der Oberbürgermeister. Das sei „manchmal nicht gut“ gewesen und „durchaus etwas, was wir für uns kritisch reflektiert haben“. Bezüglich der Straße Am Delft werde man das anders machen.

Schon bei den Verkehrsexperimenten in der Neutorstraße habe sich gezeigt, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung nach den beiden großen Bürgerinformationsveranstaltungen dazu in der Nordseehalle und im VHS-Forum hoch gewesen sei. Nur die Phasen dazwischen hätten zu lange gedauert. „Das wollen wir ein bisschen professionalisieren“, sagte der Verwaltungschef.

Praxis soll Folgen für den Verkehr aufzeigen

Zunächst gehe es am Delft um die einspurige Führung des Kraftverkehrs. In der Theorie seien die Auswirkungen von Gutachtern zwar schon berechnet worden. Bei dem Test werde es darum gehen, welche Folgen dieser Eingriff in der Praxis tatsächlich hat.

Ziel der Stadt bleibe es, die Stadt ans Wasser zu holen und mehr Wassersport und andere Freizeitaktivitäten im Ratsdelft und im Alten Binnenhafen zu ermöglichen, so der Rathauschef. Bis zu einer Flaniermeile, die ihm schon seit seinem Amtsantritt im Jahr 2019 vorschwebt, sei es aber noch ein langfristiger Prozess: „Zunächst wird es wohl auf einen Ideenwettbewerb hinauslaufen“.

Das Emder Planungs- und Architektenbüro Nexxia hat bereits im vergangenen Jahr im Auftrag der Stadt ein Strategiepapier entwickelt, wie der historische Hafen im Zentrum sowohl für Einheimische als auch für Touristen attraktiver werden kann. In das Konzept von Nexxia sind auch Wünsche und Anregungen von Bewohnern sowie Besuchern der Stadt eingeflossen. Die Planer hatten im vergangenen Frühjahr auch Akteure unter anderem aus Gastronomie, Hafenwirtschaft und Kultur dazu gehört. Öffentlich ist über die Inhalte dieses Strategiepapiers bislang aber nichts bekannt geworden.

Ähnliche Artikel