Berlin Skandalöse Epstein-Liste: Was die Gerichtsdokumente enthüllen könnten
Schon seit Jahren kursieren Theorien und Gerüchte zur brisanten Epstein-Liste umher und bald könnte endlich Klarheit in die Sache kommen. Was die Veröffentlichung der Liste mit Namen zahlreicher Menschen, die in Gerichtsakten im Fall Epstein erwähnt werden, enthüllen könnte.
Auf der Privatinsel vom verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sollen über Jahrzehnte viele Besucher gewesen sein. Und zwar nicht nur, um Urlaub zu machen. Auf der karibischen Insel habe Epstein mithilfe seiner vertrauten Komplizin Ghislaine Maxwell minderjährige Mädchen hergelockt, festgehalten und missbraucht.
Während Maxwell 2022 wegen Sexualverbrechen zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, starb der Haupttäter und Multimillionär Jeffrey Epstein bereits 2019 durch Suizid in seiner Zelle. Nun sollen Dokumente veröffentlicht werden, die unter anderem Opfer, Mittäter und Zeugen enthüllen.
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Die New Yorker Richterin Loretta Preska vom Bundesgericht in Manhattan wies Ende 2023 an, dass die Identitäten der Fallbeteiligten zum Jahr 2024 vollständig bekannt gegeben werden sollen. Allerdings sind einige Namen minderjähriger Opfer ausgeschlossen. Die besagten Gerichtsdokumente beinhalten mindestens 150 Namen von Opfern, Mitarbeitern, Geschäftskontakten und mutmaßlichen Tätern, die vorerst nur unter den Pseudonymen „John Doe“ und „Jane Doe“ genannt wurden.
Der Grund für die Anordnung der Richterin hängt mit der Verleumdungsanklage gegen Epsteins Ex-Geliebte Ghislaine Maxwell zusammen. 2016 sagte die Amerikanerin Virginia Giuffre als auf der Insel anwesendes Opfer gegen Maxwell aus. Nun argumentierte Preska, dass einige der aufgelisteten Personen bereits in den Medien zitiert wurden und durch frühere Interviews leicht zu identifizieren seien. Die Betroffenen hatten bis zum 1. Januar Zeit, gegen die Anordnung Einspruch einzulegen.
Der Name, der bisher am meisten im Zusammenhang mit dem Epstein-Verbrechen gefallen ist, ist Prinz Andrew, der Bruder von König Charles. Giuffre klagte 2019 auch ihn an, sie sexuell missbraucht zu haben, als sie noch minderjährig war. Allerdings einigten sich die beiden außergerichtlich, offenbar mithilfe einer Zahlung an Giuffre in Höhe von mehreren Millionen Pfund. Seinen militärischen Ehrentitel sowie seine Funktion im Königshaus musste Prinz Andrew jedoch abgeben.
Weitere Namen, die häufiger in Verbindung mit Epstein gebracht wurden, sind der Microsoft-Mitbegründer Bill Gates, der Ex-US-Präsident Bill Clinton sowie der Ex-US-Präsident Donald Trump. Alle Erwähnten streiten jedoch noch immer jegliche Anschuldigungen ab. Hinsichtlich dieses Themas kann es wohl für viele weitere einflussreiche und prominente Personen in nächster Zeit ungemütlich werden.