Paukenschlag vor Trainingsstart  FC Norden trennt sich vom Trainer

| | 15.01.2024 13:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Freitagabend erfuhr Bernd Buß von der Entscheidung. Fotos: Doden
Am Freitagabend erfuhr Bernd Buß von der Entscheidung. Fotos: Doden
Artikel teilen:

Zwei Spieler hätten sich geweigert, unter dem Coach weiterzuspielen. Deshalb führte der Vorstand Gespräche mit weiteren Akteuren der Mannschaft. Der neue Coach steht schon fest.

Norden - Für Samstag war beim Fußball-Bezirksligisten FC Norden das erste Training im neuen Jahr geplant. Doch einen Tag zuvor wurde diese Übungseinheit gestrichen. Da erhielt Trainer Bernd Buß nämlich telefonisch die Nachricht, dass der FC die Rückrunde ohne ihn bestreiten möchte. Vorstandsmitglied Jelto Müller, der Buß über diesen Schritt informierte, nennt den Grund für die Trennung: „Teile der Mannschaft hatten nicht mehr den Glauben, dass wir die Rückrunde positiv gestalten können.“ Der Buß-Nachfolger wird der Vorgänger sein. Der Sportliche Leiter Thomas Jakobs sitzt künftig wieder auf der Trainerbank.

Künftig hat Thomas Jakobs wieder das Sagen an der Seitenlinie.
Künftig hat Thomas Jakobs wieder das Sagen an der Seitenlinie.

Laut Jelto Müller hatte es schon etliche Wochen in der Mannschaft rumort. „Zwei Spieler haben uns mitgeteilt, dass sie bei Bernd Buß als Trainer in der Rückrunde nicht mehr zur Verfügung stehen würden.“ Dadurch ergriff der Vorstand die Initiative. „Wir haben rund um die Weihnachtstage in die Mannschaft reingehört.“ Müller und Jakobs führten Gespräche mit etlichen Akteuren und bekamen ein ungutes Gefühl. So kam es am Donnerstagabend zu einer Vierer-Runde in einem Restaurant. „Um dieses Gespräch haben aber wir gebeten und nicht der Vorstand“, betont Buß. Neben ihm und Co-Trainer Thomas Janssen speisten Jelto Müller und Thomas Jakobs am Tisch.

Viererrunde am Donnerstag

Bei dem Gespräch ging es laut Müller natürlich auch um die unzufriedenen Spieler. „Wir wollten wissen, wie wir trotzdem eine positive Rückrunde hinbekommen können.“ Die Antworten des Trainers waren für die beiden FC-Verantwortlichen offenbar nicht überzeugend. „Wir hatten danach nicht das Gefühl, dass wir als Einheit eine erfolgreiche Rückrunde spielen können“, sagt Müller

Er und Jakobs besprachen sich am Freitag noch einmal und kamen zu dem Schluss, dass eine sofortige Trennung die beste Lösung für den Verein sei. Thomas Jakobs signalisierte dabei, noch einmal als Trainer in die Bresche zu springen. „Ich hatte dann die unliebsame Aufgabe, Bernd Buß über unseren Entschluss zu informieren“, sagt Jelto Müller.

Trainer enttäuscht

Der Coach zeigte sich natürlich enttäuscht. „Der Vorstand hat sich von zwei Spielern die Pistole auf die Brust setzen lassen“, sagt er. „Die beiden haben gesagt, entweder der Trainer geht oder wir.“ Und ein Übungsleiter sei in solchen Situationen nun einmal das schwächste Glied in der Kette. Bernd Buß betont, dass sich die anderen Spieler in der Whatsappgruppe sehr überrascht über die Entscheidung gezeigt und einige in Anrufen auch ihr Unverständnis geäußert hätten.

Der Trainer räumt ein, dass die Hinrunde sportlich „wirklich Mist“ gewesen sei. Neben den zwei erwähnten Kritikern im Team wäre mit ihm als Coach wohl noch ein dritter Spieler nicht ganz zufrieden gewesen.

FC-Vorstand hofft auf Wende

Der FC-Vorstand hat offenbar noch mehr Trainer-Gegner in der Mannschaft wahrgenommen und sah sich nun zum Handeln gezwungen. „Wir hoffen, dass wir es sportlich noch hinbekommen“, betont Jelto Müller. Die Norder wollen natürlich unbedingt den Abstieg in die Kreisliga vermeiden.

Bei der Mission Klassenerhalt werden sie sich aber wohl auch nach einem neuen Torwart umschauen müssen. Denn in elf der bisherigen 14 Partien stand Trainersohn Hauke Buß zwischen den Pfosten. „Es ist vielleicht naheliegend, dass er den Verein verlassen wird“, sagt der Vater. „Aber mein Sohn ist alt genug. Das muss er wirklich selber entscheiden.“

Ähnliche Artikel