Urteil nach Überfall in Oldenburg Münzspur weist der Polizei den Weg zu zwei Räubern
Weil sie zu gierig waren, sind zwei Männer nach einem Überfall auf einen Supermarkt in Oldenburg aufgeflogen. Auf der Flucht hinterließen sie eine Spur aus Münzgeld.
Oldenburg - Münzgeld ist zwei Räubern aus Oldenburg zum Verhängnis geworden. Die Münzen waren den Männern nach einem Überfall aus der Tasche gerieselt und hatten der Polizei den Weg zu den Tätern gezeigt. Nun hat das Oldenburger Landgericht in zweiter Instanz den Jüngeren der beiden, 25 Jahre alt, wegen schweren Raubes zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der 27-jährige Mitangeklagte kam noch mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon.
Die Männer hatten im März 2021 in Oldenburg einen Verbrauchermarkt überfallen. Den Feststellungen zufolge drangen sie gegen 22 Uhr in die Geschäftsräume ein, überwältigten dort zwei Mitarbeiter, fesselten diese mit Kabelbindern und erzwangen von ihnen mit Waffengewalt die Herausgabe des Tresor-Inhalts.
Tasche war nicht stabil genug
20.000 Euro konnten die Räuber erbeuten, doch hatten sie nicht lange Freude daran. Die beiden waren nach Überzeugung des Gerichts zu gierig gewesen. Sie begnügten sich nicht mit Geldscheinen, sondern nahmen auch gleich das Münzgeld mit. Das erwies sich als Fehler. Die Münzen wogen 46 Kilogramm. Dafür war die Tasche, die sie zum Überfall mitgebracht hatten, nicht ausgelegt. Die Münzen rissen ein Loch hinein, fielen nach und nach raus, zogen dadurch eine Spur, der die Polizei nur noch folgen musste. Am Ende der Spur lag die gesamte Beute in einem Gebüsch, die Angeklagten flogen auf.
Gegen ein Urteil des Amtsgerichts Oldenburg waren beide angegangen. Das Landgericht milderte die Strafen ab, weil die Tat lange zurückliegt, die Angeklagten nun ein Geständnis abgelegt und im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs bis zu 5000 Euro Schmerzensgeld für die Opfer des Überfalls angeboten haben. Als Motiv für die Tat nannten die Männer Geldnot und den Kick, den der Überfall bei ihnen ausgelöst hatte.