Gebäude in exponierter Lage  Stadt Emden sichert sich weitere Immobilien in der City

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 17.01.2024 06:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die ehemalige Stadtbäckerei im Zentrum von Emden steht seit Jahren leer. Zuletzt hatte die Bäckerei Rector dort eine Filiale betrieben. Foto: H. Müller
Die ehemalige Stadtbäckerei im Zentrum von Emden steht seit Jahren leer. Zuletzt hatte die Bäckerei Rector dort eine Filiale betrieben. Foto: H. Müller
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Die Stadt Emden hat das Haupthaus und das Nebengebäude der ehemaligen Stadtbäckerei Hartmann in der Innenstadt gekauft. Das hat die Kommune damit vor.

Emden - Die Stadt Emden hat sich weitere Immobilien an exponierter Lage der City gesichert. Sie kaufte den Gebäudekomplex der ehemaligen Stadtbäckerei und -konditorei Hartmann am Neuen Markt. Die Schlüsselübergabe erfolgte zum Jahreswechsel. Dem Kaufvertrag seien lange Verhandlungen vorausgegangen, teilte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) dieser Zeitung auf Nachfrage mit.

Ziel sei es, eine Nutzung der Gebäude zu erreichen, die zur Innenstadt passt und das Zentrum attraktiver macht. Die Stadt wolle verhindern, dass die Geschäftsräume im Erdgeschosse auf Dauer mit Papier verhangen und in den oberen Geschossen prekäre Wohnverhältnisse entstehen. Beispiele dafür gebe es bereits in anderen Fußgängerzonen, beklagte der Oberbürgermeister.

OB will „keine weitere Abwärtsbewegung“

Eine „weitere Abwärtsbewegung in der Innenstadt als Ganzes“ könne sich Emden aber nicht mehr leisten, sagte Kruithoff am Sonnabend, 13. Januar, in seiner Rede während des Neujahrsempfangs in der Nordseehalle. Dort gab er den Kauf der ehemaligen Bäckerei und des dazu gehörigen Erweiterungsbaus öffentlich bekannt.

Käuferin ist die Stadtentwicklung Emden, die eine sechsstellige Summe für den Komplex bezahlte. Diese kommunale Anstalt des öffentlichen Rechts gehört zur Stadt. Finanziert worden sei der Kauf aus Erlösen von Grundstücksgeschäften, sagte Kruithoff. Der klamme Haushalt der Stadt werde nicht belastet.

Politik steht hinter dem Kauf

Der Oberbürgermeister ist Vorsitzender des Verwaltungsrates dieser kommunalen Anstalt, die denn Kauf beschlossen hat. Dem Gremium gehören auch Vertreter des Stadtrates an, so dass es auch politischer Wille ist. Über die genaue Höhe der Kaufsumme ist Stillschweigen vereinbart worden.

Bei dem Hartmann-Komplex handelt es sich einerseits um das dreigeschossige Gebäude Neuer Markt 16, das quasi am Übergang der Fußgängerzone Zwischen Beiden Sielen zum Neuen Markt liegt. Es beherbergte früher den Laden und die Backstube der ehemaligen und traditionsreichen Stadtbäckerei Hartmann. Zuletzt hatte sich eine Filiale der Bäckerei und Konditorei Rector darin befunden. Der Laden hat eine Verkaufsfläche von rund 55 Quadratmeter. In den Obergeschossen befinden sich vier kleinere Wohnungen.

Das ist der 1981 fertiggestellte Erweiterungsbau der ehemaligen Stadtbäckerei Hartmann mit der Front am Neuen Markt. Foto: H. Müller
Das ist der 1981 fertiggestellte Erweiterungsbau der ehemaligen Stadtbäckerei Hartmann mit der Front am Neuen Markt. Foto: H. Müller

Geschäfte stehen schon seit Jahren leer

Das Geschäft steht schon seit Jahren leer. Gleiches gilt für das zu dem Hartmann-Komplex gehörende, dreistöckige Gebäude Neuer Markt 16, das zwischen dem Neuen Markt und der Bismarckstraße liegt. Es handelt sich um den 1981 entstandenen Erweiterungsbau von Hartmann. Die Familie Hartmann hatte dort zeitweise das Café „Galerie“ auf zwei Etagen betrieben, den Laden später aber an wechselnde Nutzer verpachtet.

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Es gibt Ladenflächen, die am Neuen Markt und an der Bismarckstraße liegen und knapp 50 beziehungsweise 94 Quadratmeter groß sind. Weitere Ladenflächen befinden sich in den Obergeschossen dieses Nebengebäudes.

Konkrete Pläne zur Nutzung gibt es noch nicht

Die Gebäude, in denen sich das Eiscafé Valentino (Neuer Markt 14) und der Hörgeräte-Anbieter Auric (Neuer Markt 8) befinden, gehören nicht zu dem Komplex. Sie haben andere Eigentümer.

Konkrete Pläne für die Nutzung der Hartmann-Häuser gebe es gegenwärtig noch nicht, so der Oberbürgermeister. Die Stadt werde zunächst Anfragen für mögliche Ansiedlungen prüfen. Möglicherweise meldeten sich auch weitere Interessenten, „Aber Dinge, die es schon vielfach in der Innenstadt gibt, haben keine Präferenz“, fügte Kruithoff hinzu. Für denkbar hält er aber auch Zwischennutzungen mit Finanzhilfen aus dem Fördertopf der Stadt für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU).

Vergabeverfahren für Nutzung ist denkbar

Als weitere Möglichkeit nannte der OB ein Vergabeverfahren, bei dem mehrere potenzielle Investoren ihre Konzepte einreichen können und in einen Wettbewerb miteinander treten. „Wir werden jetzt mit dem Rat in die Diskussion darüber gehen“, sagte Kruithoff.

Das Instrument des Vergabeverfahrens hatte die Stadt bereits beim ehemaligen Apollo-Kino im Zentrum und bei der Alten Waage am Neuen Markt angewandt. Beide Gebäude befinden sich ebenfalls im Besitz der Stadt. Die Investoren, die diese Immobilien mit neuem Leben füllen wollen, haben sogenannte städtebauliche Verträge mit der Stadt geschlossen. Die Umsetzung lässt aber aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen noch auf sich warten.

Nach Angaben von Kruithoff plant die Stadt derzeit konkret keine Ankäufe weiterer Immobilien in der Innenstadt. Allerdings schließt er diese Möglichkeit nicht aus, „wenn sich eine Situation ergibt oder die Notwendigkeit dafür besteht“.