Prozessauftakt Zwangsprostitution und Misshandlungen in Emden
Schwere Vorwürfe in Emden: Zwangsprostitution, Missbrauch und Misshandlung von Schutzbefohlenen stehen zur Anklage. Doch der Prozess verzögert sich.
Aurich - Der Auftakt in einem Prozess um Zwangsprostitution und Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Auricher Landgericht konnte am Donnerstag, 18. Januar 2024, nicht stattfinden. Unter den drei Angeklagten sind zwei Frauen. Eine 46-Jährige war erkrankt. Sie konnte nicht aus Glinde bei Hamburg anreisen. Die übrigen Beschuldigten im Alter von 44 Jahren stammen aus Emden und Hinte.
Der Frau aus Glinde legt die Staatsanwaltschaft die Begehung einer Freiheitsberaubung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung in 181 Fällen und – gemeinschaftlich handelnd mit dem Mann aus Hinte – die Begehung eines schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie den Versuch der Zwangsprostitution zur Last.
Prozess beginnt nun im Februar
Alle drei Angeklagten müssen sich wegen mehrerer Misshandlungen von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Vorfälle sollen sich im Zeitraum zwischen 2011 und 2016 im familiären Rahmen in Emden ereignet haben.
Nach einer kurzen Besprechung mit den Verfahrensbeteiligten gab der Vorsitzende Richter Klein bekannt, der Auftakt werde auf den angesetzten Folgetermin im Februar verschoben. Das Verfahren gegen die Erkrankte hätte sonst abgetrennt und gesondert verhandelt werden müssen.
Prozessbeginn ist nun am 5. Februar um 9 Uhr in Saal 003. Das mutmaßliche Opfer, das in dem Prozess als Nebenklägerin auftritt, und eine Angehörige sind als Zeugen geladen. Zwei weitere Termine sind bisher angesetzt.