Bahnprojekt im Kreis Leer Wunderline – Eisenbahnbrücke über die Leda wird saniert
In Ihrhove und im Rheiderland wird an der Umsetzung des Schnellzugprojektes Wunderline gearbeitet. Was passiert mit der einspurigen Bahnbrücke bei Esklum über die Leda? Wir haben nachgefragt.
Leer/Ihrhove/Weener - Aktuell finden im Landkreis Leer umfangreiche Arbeiten an der Wunderline statt. Das ist die Schnellzugverbindung zwischen Bremen und Groningen. Auch wenn der offizielle Start erst Anfang Dezember auf der Baustelle der Friesenbrücke in Hilkenborg war, so wird in Westoverledingen schon seit Monaten an der Bahnlinie gearbeitet. Jetzt hat die Bahn Arbeiten im Bereich von Weener und Bunde angekündigt. Deshalb werden dort ab 1. Februar keine Züge mehr fahren.
Neben der Friesenbrücke, die nach dem Schiffsunfall am 3. Dezember 2015 durch die größte Hub-Drehbrücke Europas ersetzt wird, gibt es noch eine weitere größere Eisenbahnbrücke - die Brücke über die Leda zwischen Esklum und Leer. Wir haben bei der Bahn nachgefragt, ob die alte Brücke eigentlich für das Wunderline-Projekt ausgelegt ist.
Die Brücke ist in betriebssicherem Zustand
Die Eisenbahnbrücke über die Leda wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört. In den Jahren 1957/58 wurde sie neu gebaut. Sie ist nur einspurig. „Die Brücke ist in betriebssicherem Zustand. Derzeit sind keine Veränderungen erforderlich“, teilte eine Bahnsprecherin auf Anfrage mit. Aber: „Aktuell läuft eine längerfristig angelegte, allgemeine Sanierung des Bauwerkes, um seinen Betrieb auch in den nächsten Jahrzehnten gewährleisten zu können“, führte die Sprecherin aus. Konkret bedeutet das aus Sicht der Bahn, dass für die Schnellzugverbindung Wunderline keine großartigen Veränderungen notwendig seien. „Derzeit ist kein zweigleisiger Ausbau der Brücke vorgesehen“, sagte die Bahnsprecherin.
Das bedeutet aber auch, dass es für die vielen Radfahrer, die die Brücke nutzen, um von der Stadt Leer nach Westoverledingen zu kommen (und umgekehrt), auch künftig auf der Brücke eng bleiben wird. Eine Verbreiterung oder einen zweiten Weg werde es nicht geben. Aber gerade im Begegnungsverkehr haben Radfahrer auf der Eisenbahnbrücke sehr wenig Platz. In diesem Zusammenhang macht die Bahn darauf aufmerksam, dass es sich um einen Fußweg handelt, der neben der Bahnlinie über die Brücke führt. „Somit müssen Radfahrer ohnehin schieben – damit ist die Begegnung nicht leichter, aber gefahrentechnisch entschärft. Die bauliche Erweiterung eines solchen Verkehrsweges erfordert entsprechende Planungen. Bisher haben uns seitens der Stadt oder des Landkreises Leer keine derartigen Anfragen erreicht“, führte die Bahnsprecherin aus.
Erste Eisenbahnrücke wurde 1850 gebaut
Die Brücke über die Leda wurde 1850 errichtet. Da das Bauwerk aus Eisen kein bewegliches Teil hat, verschloss sie die Leda für Schiffe mit festen Masten. Vermutlich hing das damit zusammen, dass zu der Zeit Eisenbahnverbindungen wichtiger wurden als Segelschiffrouten.