Entkernung läuft So geht es mit der Auricher Markthalle voran
In der Auricher Markthalle bleibt kein Stein auf dem anderen. Seit Mittwoch wird das Gebäude entkernt. Es soll zum Café Extrablatt werden. Der Bürgermeister nennt einen Termin.
Aurich - Das Café Extrablatt in der Auricher Markthalle wird voraussichtlich im Oktober oder November eröffnen. Diesen Zeitpunkt nannte Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) am Donnerstag bei einem Ortstermin. „Wir sind voll im Plan“, sagte der Verwaltungschef. Carsten Dreyer, Expansionsleiter der Firma Extrablatt, relativierte diese Aussage: „Das ist ambitioniert“, sagte er auf Anfrage der Redaktion. In der heutigen Zeit sei eine Punktlandung bei Terminvergaben nicht machbar.
Bereits vor zwei Monaten hatte Dreyer bei einem Besuch in Aurich auf die Unwägbarkeiten durch Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und der Verfügbarkeit von Handwerkern hingewiesen. Dennoch liege eine Eröffnung im Herbst im Bereich des Möglichen, sagte er am Donnerstag. „Wenn wir im Frühsommer mit Vollgas starten können, kann das klappen.“
Nur noch Schutthaufen
In der Markthalle wird derzeit ordentlich Lärm gemacht. Seit Mittwoch sind Mitarbeiter der Firma Garrelts & Sohn aus Wiesens damit beschäftigt, das Gebäude zu entkernen. Dort, wo bis Herbst 2022 die Bäckerei Lorenz Kunden bediente, liegt jetzt ein Schutthaufen. Zwischenwände, elektrische Anlagen, Lüftungsanlage und Estrich werden demontiert. Nur die tragenden Teile bleiben stehen. Wie Stadtsprecher Johann Stromann erläuterte, kommt in der Markthalle auch schweres Gerät zum Einsatz. Die Seitenschiffe der Stahl-Glas-Konstruktion werden für Radlader geöffnet. Die Stadt lässt das Gebäude energetisch sanieren und eine neue, behindertengerechte öffentliche Toilette einbauen. Die Firma Extrablatt übernimmt den Innenausbau.
Die Gastrokette aus Emsdetten (Nordrhein-Westfalen) pachtet das 900 Quadratmeter große Gebäude, das seit 1991 über der Tiefgarage auf dem Marktplatz steht, für mindestens zehn Jahre von der Stadt, mit einer Option auf Verlängerung von dreimal fünf Jahren. Der Vertrag wurde im Herbst 2023 unterzeichnet. Mittlerweile liegt auch die Baugenehmigung vor, wie Stromann mitteilte. Extrablatt betreibt unter diesem Namen bundesweit mehr als 100 Cafés im Franchise-System, unter anderem in Leer, Oldenburg und auf Norderney.
Grüne und Linke forderten Abriss
Der Rat hatte den Weg für die Kooperation mit der Gastrokette im Dezember 2022 frei gemacht. Nur Mitglieder der Grünen und der Linken hatten den Plan abgelehnt. Sie forderten einen Abriss der Markthalle, da diese die Entwicklung des Marktplatzes blockiere und den Wochenmarkt kaputtmache.
Der Bürgermeister wies diese Bedenken beim Ortstermin erneut zurück. Ein Abriss sei keine Option. Ein solch großer Marktplatz könne nicht dauerhaft bespielt werden. Das Café Extrablatt sei eine echte Bereicherung für die Auricher Innenstadt, sagte Feddermann. „Wir stellen uns für die Zukunft auf.“ So bleibe die Stadt attraktiv.
Lob für „Space Magic“
Feddermann lobte auch den Plan der Auricher Unternehmer Steve Schröder und Christoph Vogels, die im zweiten Stock des Einkaufszentrums Caro noch in diesem Jahr eine Multi-Entertainment-Erlebniswelt namens „Space Magic“ eröffnen wollen. Die Pläne waren am Mittwoch in einem Pressegespräch vorgestellt worden. „Was die da vorhaben, ist der Hammer“, sagte Feddermann. „Der Herbst bei uns wird heiß.“ Der Erlebnispark passe zu Aurich. „Wir sind klein, haben aber ein großes Einzugsgebiet.“ Die Vielfalt dessen, was man in Aurich unternehmen könne, wachse, schwärmte der Bürgermeister. Die Aufenthaltsqualität nehme zu. „Hier wird echt was geboten, und endlich mal was für Jugendliche.“ Jetzt fehle nur noch ein Abendlokal.
Stadtsprecher Stromann wies auf die hohen Investitionen hin: sechs Millionen Euro für „Space Magic“, knapp vier Millionen für die Markthalle. „Das ist ein kräftiger Schluck aus der Pulle, der der Innenstadt guttut.“ Es stärke auch die Position Aurichs im Wettbewerb mit anderen Städten.