Ibbenbüren  Doppelpass on Tour: So lief der Abend mit Helmer, Heider, Reichenberger und Co.

Jacob Alschner
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Von Jacob Alschner
| 17.01.2024 16:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Von links: Ex-Bundesliga-Verteidiger Maik Franz, Ex-VfL-Stürmer Marc Heider, Moderator Thomas Helmer, Comedian Matze Knop und Tommy Reichenberger lieferten einen amüsanten Talk-Abend. Foto: Markus Höhner
Von links: Ex-Bundesliga-Verteidiger Maik Franz, Ex-VfL-Stürmer Marc Heider, Moderator Thomas Helmer, Comedian Matze Knop und Tommy Reichenberger lieferten einen amüsanten Talk-Abend. Foto: Markus Höhner
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Für so manchen Fan gehört der „Doppelpass“ am Sonntagvormittag zu einem runden Fußball-Wochenende dazu. Doch nicht nur im TV lässt sich die TV-Show mit traditionell vielen markigen Sprüchen betrachten, auch tourt sie mit Ex-Profi und Moderator Thomas Helmer unter dem Motto „on Tour“ durch Deutschland. Und war am Montagabend in Ibbenbüren zu Gast.

Der Bundesfußball hatte Einzug gehalten in Ibbenbüren. Im Foyer des Bürgerhauses waren schon lange vor „Anpfiff“ der eigentlichen Veranstaltung, um die es an diesem Abend gehen sollte, Trikots von beinahe sämtlichen erdenklichen Vereinen zu erspähen: von Werder Bremen, des FC Schalke 04, des FC Bayern München oder des VfL Osnabrück. Sogar ein Leiberl des FC Valencia hatte sich einer der Zuschauer übergestreift. Egal woher, egal in welchem Dress: Etwa 700 Zuhörer waren gekommen, um dem „Doppelpass on Tour“ zu lauschen, mit dem Moderator und Ex-Nationalspieler Thomas Helmer im Tecklenburger Land gastierte.

Als Talkgäste hatte er sich den ehemaligen Bundesliga-Profi (u.a. Karlsruher SC, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC) und Sport1-Experten Maik Franz dazugeholt, außerdem Comedian Matze Knop und die beiden Ex-Stürmer des VfL Osnabrück Tommy Reichenberger und Marc Heider. Und eben erwähnte Zuhörer, gekleidet in Trikots, von denen Franz größtenteils feststellen musste, dass er sie beruflich nie hatte tragen dürfen.

Ohnehin drehte sich Vieles an diesem launigen Abend um Textilien. Gäste in grünen Oberteilen litten besonders, mussten sich so manchen von Knops Scherzen aus der Farbenlehre anhören. Gäste in Schalke-Trikot hatten es da vermeintlich leichter: Als das „Phrasenschwein“-Konzept für die gut 90 Minuten Talk vorgestellt war - jeder Zwischenruf aus dem Publikum sollte Geld kosten - und dazu der erste königsblaue Fan ausgemacht, lag der nächste Spaß nahe. „Du bist von der Zahlpflicht befreit“, witzelte Helmer. „Du kriegst noch Geld heute Abend.“ Der Moderator hatte nicht nur die Lacher aller anwesenden Dortmund-Fans auf seiner Seite.

Ernster wurde es kurz, als sich die Diskutanten zu ihren persönlichen Verbindungen mit dem kürzlich verstorbenen „Kaiser“ Franz Beckenbauer äußerten. Dann aber gelang der Schwenk zurück zum Tagesgeschäft. Die Deutsche Meisterschaft war Thema: Man versuchte zur erörtern, warum es Borussia Dortmund im vergangenen Frühsommer nicht geschafft hatte, sich den Titel zu holen. Warum der FC Bayern als aktueller Tabellenzweiter doch noch schaffen könnte, wieder Meister zu werden. Oder aber, wieso es Tabellenführer Bayer Leverkusen unter Trainer Xabi Alonso doch als Erster ins Ziel schaffen würde.

Einigkeit konnte in der Runde nicht hergestellt werden. Also griff Knop kurzerhand zum Mobiltelefon und rief den früheren Leverkusener Manager Reiner Calmund an - mit der Bitte um ein kurzes Plädoyer für oder gegen die Werkself. Calmund saß nach eigener Aussage gerade mit Trainer Christoph Daum in der Lounge des Münchner Flughafens und wartete auf seinen Airbus A380 in Richtung Thailand. Dennoch war er zu einem ein Statement bereit. Und es wurde klar, wie dehnbar der Begriff „kurz“ sein kann: Über eineinhalb Minuten dozierte Calmund über seinen Ex-Club. Im Ibbenbürener Saal kam akustisch nicht allzu viel an. Doch allein ob seines hörbaren Feuereifers erntete Calmund, der Überraschungsgast, den lautesten Applaus des Abends.

Auch die sportliche Situation des VfL war freilich Thema in der Runde. „Die Punktausbeute ist zu wenig“, analysierte Reichenberger. „Aber gut, dann muss man eben in der Rückrunde die Punkte holen.“ Heider, der erst seit Sommer nicht mehr Teil des VfL-Kaders ist und mittlerweile bei den Sportfreunden Lotte kickt, wurde deutlicher. „Es ist schwierig, Worte dafür zu finden, was in der Hinrunde abgelaufen ist. Da haben wir uns alle mehr erhofft. Auch, weil manche Transfers nicht gezündet haben wie erhofft.“ Aber: „Wenn man aus dem Aufstieg eins gelernt hat, dann, dass man Osnabrück nie zu früh abschreiben sollte.“

Reichenberger sah ebenfalls ein mögliches Problem im lila-weißen Personal: „Typen wie Marc Heider fehlen dem VfL jetzt“, sagte er. Heider selbst ließ daraufhin durchblicken, warum er mit dem Profifußball aufgehört hatte: „Ich war nicht so auf einer Wellenlänge mit dem Trainer (Tobias Schweinsteiger, d. Red.). Mir wurde gesagt, dass ich zu groß sei für einen Platz auf der Bank und den jungen Talenten ihren Platz wegnehmen würde.“

Auch aus seiner Zeit als Werder-Sprössling wusste Heider zu berichten. Damals, zwischen 2006 und 2009, habe er auch den Bremer Profitrainer Thomas Schaaf kennengelernt. Den, Zitat Heider, „schlechtgelauntesten Millionär, den ich kenne“. Franz hatte ebenfalls muntere Rückblicke auf einen Ex-Coach parat: Klaus Augenthaler, unter dem der Ex-Verteidiger in Wolfsburg trainiert hatte, gehörte nach eigener Aussage zwar nicht zu Franz‘ liebsten Übungsleitern. Trotzdem - oder gerade deshalb - erzählte Franz davon, wie Augenthaler im „Mannschaftsbus eine Zigarette nach der anderen weggeknallt“ habe. Oder von den Trinkgewohnheiten des Trainers, der sich beim Mittagessen gerne mal ein Weißbier und ein Glas Whiskey/Cola genehmigt habe.

Übrigens: Unter die Zuhörer hatte sich Trikotsammler Simon gemischt. Er trug das Trikotmodell, in dem die deutsche Nationalmannschaft 1996 den Europameistertitel gewonnen hatte. Damals mit dabei: Thomas Helmer. Der Moderator staunte nicht schlecht, als er auf dem Rücken des Hemdes dann auch noch seinen eigenen Nachnamen ausmachen durfte. Und konnte gar nicht anders, als es dem 21-jährigen Sammler zu signieren. Wenigstens einer also, der an diesem Abend, was die Klamotte anging, dann doch noch positiv auffiel.

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