BSV ist ein Präzedenzfall  Steiniger Kickers-Weg mit Hürden und der Chef-Frage

| | 26.01.2024 13:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eckhard Sanders gehört zum Wirtschaftsbeirat und wird auch im künftigen BSV-Vorstand vertreten sein. Foto: Doden
Eckhard Sanders gehört zum Wirtschaftsbeirat und wird auch im künftigen BSV-Vorstand vertreten sein. Foto: Doden
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Der Weg des Emder Oberliga-Teams zur GmbH begann im Sommer und ist noch nicht vollendet. Die Mitglieder benötigen weiterhin Geduld.

Emden - Die Ausgliederung von Fußballmannschaften in eine GmbH ist normalerweise ein Vorgang im Profibereich. „In der Oberliga hat es das noch nicht gegeben“, erklärt Eckhard Sanders vom Wirtschaftsbeirat des BSV Kickers Emden. „Das ist ein Präzedenzfall.“ Deshalb arbeiten die Verantwortlichen weiterhin an Details der durchaus komplizierten Materie. Aus diesem Grund müssen sich die Kickers-Mitglieder auch weiterhin gedulden. „Es kann noch etwas dauern, bis wir eine Versammlung einberufen, in der über die Ausgliederung abgestimmt wird.“

Das ist laut Sanders aber kein Anlass zur Sorge. „Wirtschaftlich ist alles geklärt. Es schränkt auch unsere Handlungsfähigkeit nicht ein“, sagt der Mann aus dem Wirtschaftsbeirat. Der Ablauf sei auch mit Manager Henning Rießelmann und seinem Team von der Fußballagentur „Onside“ abgesprochen. Sanders verrät auch, dass der Termin für die Ausgliederung festgezurrt ist. „Das wird rückwirkend der 29. Februar sein.“ Das gebe der rechtliche Rahmen her. Doch die Abstimmung der Mitglieder wird später erfolgen.

29. Februar ist der Stichtag

Das bestätigt auch der Emder Steuerberater Hendrik Poppinga, der sich seit Monaten mit seiner Firma (Poppinga, Stomberg und Kollegen) um die BSV-Finanzen kümmert. Die Ausgliederungsbilanz wird bei einer Versammlung den Mitgliedern vorgestellt, ehe sie darüber abstimmen, ob die Oberligamannschaft des Vereins künftig als GmbH geführt wird. „Dafür haben wir ab dem 29. Februar drei Monate Zeit“, erklärt der Steuerberater. Theoretisch könnte sich also der gesamte Vorgang bis Ende Mai hinziehen. „Das kann aber auch deutlich eher sein.“

Zuvor müssen aber noch immer Details geregelt werden. Neben Hendrik Poppinga arbeitet auch der Hamburger Rechtsanwalt Jan-Henric Punte an den Vertragsinhalten. „Das sind unsere Strippenzieher“, sagt auch Sanders. Und dieses Duo steht in ständigem Austausch mit Henning Rießelmann und dem „Onside“-Team. Die ersten Planungen zur Ausgliederung haben bekanntlich schon im Sommer 2023 begonnen. Aufgrund der wirtschaftlichen Schräglage verzögerte sich der Zeitplan Monat um Monat.

Suche nach neuem Chef

Auch der angekündigte Rückzug des gesamten Vorstands um den Vorsitzenden Dr. Jörg Winter und dessen Stellvertreter Albert Ammermann und die Neubesetzung des Gremiums wird entsprechend auf sich warten lassen.

Eckhard Sanders lässt durchblicken, dass es genügend kompetente Kandidaten für die dann vakanten Posten gebe. Allerdings scheint immer noch offen, wer künftig als 1. Vorsitzender die Geschicke des BSV Kickers Emden leiten wird. „Das ist noch nicht entschieden, aber ich bin optimistisch, dass wir da eine gute Lösung finden werden.“

Auf dem Weg zur neuen Kickers-Führung gibt es also immer noch Hürden und Fragezeichen. Wenn die Redensart „was lange währt, wird endlich gut“ zumindest so einigermaßen zutreffen sollte, dann müsste sich die Ausgliederung der Emder Oberligamannschaft in eine GmbH zu einem Erfolgsmodell entwickeln. Bis es aber so weit ist, muss im Hintergrund noch eifrig gewerkelt und auf dem grünen Rasen wohl noch so manch ein Kickers-Tor erzielt werden.

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