AfD-Veranstaltung an der Küste AfD lädt zum Bürgerdialog in Schortens – Gegner planen Mahnwache
Am 7. Februar wollen drei AfD-Bundestagsabgeordnete im friesischen Schortens über ihre Arbeit informieren. Vor dem Gebäude wollen Gegner ihrem Unmut Luft machen.
Schortens - Angesichts der bundesweiten Proteste gegen Rechtsextremismus könnte eine AfD-Veranstaltung im friesischen Schortens für Spannungen sorgen. Drei Bundestagsabgeordnete der AfD laden hier für den 7. Februar 2024 zu einem ihrer Bürgerdialoge in das Bürgerhaus ein. Eine Gegenveranstaltung ist nach Auskunft der Stadt Schortens bereits angemeldet, eine Mahnwache vor dem Gebäude. Die Versammlungsbehörde und die Polizei würden sich eng miteinander abstimmen, um auf alle Eventualitäten reagieren zu können, heißt es weiter.
Konkret haben die Abgeordneten Martin Sichert, Dirk Brandes und Thomas Ehrhorn zu dem Bürgerdialog eingeladen, alle drei Mitglieder der Landesgruppe Niedersachsen innerhalb der Bundestagsfraktion ihrer Partei. Brandes und Ehrhorn sind über die niedersächsische Landesliste der AfD in den Bundestag gekommen; Brandes über den Wahlkreis Hannover-Land II und Ehrhorn über den Wahlkreis Celle-Uelzen. Martin Sichert ist gebürtiger Bayer, stammt aus Nürnberg, lebt aber seit 2022 mit seiner Familie in Zetel (Friesland).
Die AfD und ihre Gegner
„Bürgerdialoge machen wir überall im Land“, sagt Sichert, damit wolle man die Bürger über die Arbeit der Partei im Bundestag informieren. So soll es auch am 7. Februar 2024 im Bürgerhaus Schortens laufen, die Gesundheitspolitik etwa wird wohl ein Thema sein. Dass es bei öffentlichen Veranstaltungen seiner Partei zu Protesten kommt, ist für Sichert nichts Ungewöhnliches. „Momentan ist das Land ja geradezu im Demonstrationsfieber“, sagt er, und nennt dabei auch die bundesweiten Proteste gegen Rechtsextremismus. Unter Druck gesetzt fühle er sich dadurch aber nicht.
Die angekündigte Mahnwache vor dem Bürgerhaus Schortens wurde übrigens von Jan Ole Möller angemeldet, einem Mitglied des friesischen Kreistags für Die Partei. „Die Enthüllungen von Correctiv, das sind doch antidemokratische Entwicklungen, dagegen wollen wir Flagge zeigen“, begründet Möller seine Aktion. Das Medienhaus Correctiv hatte zuvor über ein Treffen in Potsdam berichtet, an dem Ende November auch mehrere AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU teilgenommen haben sollen. Inhaltlich ging es dabei nach Correctiv-Recherchen um das Thema „Remigration“.
„Remigration“ und Mahnwache
Der Begriff wird von rechten Parteien und rechtsextremen Gruppen „für die Forderung nach Zwangsausweisung bis hin zu Massendeportationen von Menschen mit Migrationsgeschichte“ verwendet. So ist es nachzulesen bei der Begründung der Jury aus Sprachwissenschaftlern, die „Remigration“ gerade erst zum Unwort des Jahres 2023 erklärte.
Der Bürgerdialog der drei AfD-Politiker beginnt am Mittwoch, 7. Februar 2024, um 18 Uhr im Bürgerhaus Schortens. Die Mahnwache ist für 17 Uhr auf dem Platz vor dem Bürgerhaus angemeldet. Möller wird nicht allein da sein. Er wird nach eigener Auskunft von einer Reihe anderer Parteien sowie von verschiedenen Vereinen unterstützt.