Bürgerentscheid  Krummhörner stimmen für Grundschul-Schließungen

Nina Harms
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Von Nina Harms
| 28.01.2024 20:46 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Krummhörn wurde abgestimmt. Foto: Harms
In der Krummhörn wurde abgestimmt. Foto: Harms
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Die Krummhörner haben am Sonntag über die künftige Bildungslandschaft in der Gemeinde abgestimmt. Das Ergebnis war denkbar knapp.

Krummhörn - In der Krummhörn haben die Bürger über die Zukunft der Bildungslandschaft in der Gemeinde abgestimmt und sich beim Bürgerentscheid an diesem Sonntag, 28. Januar 2024, für den Ratsbeschluss vom 6. Juli 2023 ausgesprochen. Das Ergebnis war denkbar knapp: 50,46 Prozent der Wähler stimmten mit „Nein“ (2129 Stimmen). Das Quorum von 2056 notwendigen Stimmen wurde nur knapp erreicht: 2090 stimmten für „Ja“. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,76 Prozent.

Einige Krummhörner verfolgten die Auszählung im Rathaus in Pewsum. Foto: Harms
Einige Krummhörner verfolgten die Auszählung im Rathaus in Pewsum. Foto: Harms

Dafür stimmten die Krummhörner

Der Ratsbeschluss sieht vor, die Grundschulen Jennelt und Pewsum zu erhalten und die Grundschulen in Greetsiel und Loquard als Schulstandorte aufzugeben. Die Räume sollen in Kindertagesstätten umfunktioniert werden. Die Grundschule Pewsum soll dreizügig werden, Jennelt zweizügig. Beide Schulstandorte sollen saniert werden. Zudem werden die kleinen, nicht entwicklungsfähigen Kita-Standorte aufgegeben. Bei der Umsetzung dieser Variante wird mit Kosten in Höhe von 17,2 Millionen Euro gerechnet.

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So geht es nun weiter

Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) zeigte sich erleichtert, dass es ein Ergebnis gibt, wenn auch ein sehr knappes. Vor dem Entscheid hätte sie auf den Ausgang nicht gewettet, sagte sie. Alles sei offen gewesen. „Ich konnte es nicht einschätzen“, so die Bürgermeisterin. Persönlich hätte sie sich gewünscht, dass das Votum eindeutiger ausgefallen wäre – egal, in welche Richtung. „Das Ergebnis des Bürgerentscheids repräsentiert auch den Ratsbeschluss“, so Looden. Auch der sei im Sommer 2023 knapp ausgefallen. Dass das Thema nun noch einmal auf Bürgerebene entschieden worden sei, sei folgerichtig gewesen.

Hilke Looden verfolgte zusammen mit den Krummhörnern, die ins Rathaus gekommen waren, die Auszählung. Foto: Harms
Hilke Looden verfolgte zusammen mit den Krummhörnern, die ins Rathaus gekommen waren, die Auszählung. Foto: Harms

Schadenfreude oder Häme empfinde sie angesichts des Ausgangs des Bürgerentscheids keinesfalls. Im Gegenteil: „Jeder hat sein Bestes gegeben und ist für seine Überzeugungen eingetreten.“ Nun gehe es an die Umsetzung des Ratsbeschlusses, um die Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen. Looden möchte die Öffentlichkeit dabei mitnehmen. Als erstes werde ein Plan aufgestellt, der Schritt für Schritt den weiteren Prozess aufzeigen soll. Dieser werde sich über mehrere Jahre ziehen. Und auch dafür werde man mit Elternvertretern, Schul- und Kitaleitern eng zusammenarbeiten.

Geringe Wahlbeteiligung

Die geringe Wahlbeteiligung von gerade einmal gut 40 Prozent kritisierten sowohl Hilke Looden als auch Melanie Remijn, eine der Initiatorinnen des Bürgerentscheids und Schulelternratsvorsitzende der Grundschule Loquard. Aus Remijns Sicht liege das geringe Interesse am Bürgerentscheid unter anderem daran, dass es in der Krummhörn mehr ältere als jüngere Menschen gebe. Durch die Schließung der Grundschulen schaffe man nun aber keinen Anreiz, junge Menschen in die Krummhörn zu holen, so Remijn.

Über das knappe Ergebnis des Bürgerentscheids sei sie traurig, sagte sie nach der Auszählung. „Es fühlt sich so an, als sei die Mission ,Spaltung der Krummhörn‘ erfüllt“, zeigte sich Remijn enttäuscht.