Geldautomaten gesprengt Verdächtige nach Deutschland ausgeliefert und in U-Haft
Fünf mutmaßliche Geldautomatensprenger aus den Niederlanden wurden jetzt nach Deutschland überstellt. Sie sitzen in Niedersachsen in U-Haft. Ihnen werden beinahe zwei Dutzend Taten vorgeworfen.
Osnabrück/Diepholz - Fünf mutmaßliche Geldautomatensprenger sind am Donnerstag von den Niederlanden nach Deutschland ausgeliefert worden. Ihnen werden insgesamt 23 Taten in der Bundesrepublik zur Last gelegt, wie die Polizeidirektion Osnabrück mitteilte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück seien die fünf Männer im Alter von 20 bis 29 Jahren dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Osnabrück vorgeführt worden. Die Männer sitzen nun in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Niedersachsen in Untersuchungshaft. Die Überführung nach Deutschland sei unter schweren Sicherheitsvorkehrungen erfolgt, unter anderem sei ein Polizeihubschrauber im Einsatz gewesen, hieß es. Bald soll laut Polizei Anklage gegen die Männer erhoben werden, mit einem Prozessbeginn sei bis zum Sommer zu rechnen, hieß es.
Die mutmaßlichen Geldautomatensprenger waren im November vergangenen Jahres bei einer grenzüberschreitenden Polizeiaktion mit Durchsuchungen in den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Der Osnabrücker Polizeipräsident Michael Maßmann sprach damals von einem „Stich ins Wespennest“. Die Ermittler stellten bei den Razzien fünf Autos, Sprengstoff sowie 250.000 Euro in bar sicher.
Die jüngste Tat ereignete sich erst in der Nacht zu Donnerstag
Seit Jahren bereiten Geldautomatensprenger der Polizei im Nordwesten Deutschlands Probleme. Die jüngste Sprengung ereignete sich in der Nacht zu Donnerstag in Diepholz: Dort wurde eine Bankfiliale erheblich beschädigt. Zeugen seien durch einen lauten Knall auf die Tat aufmerksam geworden, hätten aber nur noch das flüchtende Fahrzeug gesehen, teilte die Polizei mit. Die anschließende großräumige Fahndung mit einem Polizeihubschrauber habe keinen Erfolg gebracht.
Auch in Ostfriesland gab es bereits Fälle. Das Vorgehen der Automatensprenger ist stets ähnlich: Nach der Sprengung geht es mit hochmotorisierten Fahrzeugen in Richtung Niederlande, wo die Ermittler Netzwerke vermuten, welche die Täter für nächtliche Raubzüge über die Grenze nach Deutschland schicken. Mit den Razzien im November sei ein wichtiger Schlag gegen die Szene gelungen, sagte der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer damals.
Die Polizeidirektion sieht Fortschritte im Kampf gegen die Geldautomatensprenger: 2023 sei die Zahl der Taten in Niedersachsen deutlich gesunken. Nach zwei größeren Erfolgen im Herbst 2021 und im Sommer 2022 sei der Schlag im November 2023 bereits der dritte gegen die Sprenger gewesen, an dem die Osnabrücker Ermittler beteiligt gewesen seien.
Mit Material von DPA