Berlin Steuergeld für Radwege in Peru? Es geht noch viel absurder!
In den letzten Wochen ist diskutiert worden, ob deutsches Steuergeld für Radwege in Peru oder „ökofeministische Entwicklungsalternativen in Südafrika” gut investiert ist. Ein Blick nach Österreich zeigt: Es geht noch viel absurder.
Die Radwege in Peru sind zuletzt zum Symbol für Verschwendung von deutschen Steuergeldern geworden. Es könne wohl nicht sein, dass Millionen für Radwege in Peru locker gemacht werden, während hierzulande die Landwirte sich den Agrardiesel künftig vom Munde absparen sollen. Ein AfD-Abgeordneter sprach von 315 Millionen Euro. In Wirklichkeit sind es zwar „nur” etwa 50 Millionen Euro. Doch die Radwege in Peru erhitzen weiter die Gemüter.
Beruhigen kann da vielleicht der Blick nach Österreich. Das dortige Finanzministerium gab vor einigen Jahren eine Studie in Auftrag, die allen Ernstes untersuchen sollte, welches Tier am besten zu welchem österreichischen Spitzenpolitiker passt. Dafür wurde eine repräsentative Befragung in der Bevölkerung durchgeführt, welches Tier sie mit Sebastian Kurz und Co. assoziieren. Während die Bürger bei vielen wenig schmeichelfhaft an Affen und Hyänen dachten, entschied sich im Fall Kurz eine Mehrheit für den Delfin. Der österreichische Staat gab für diese Erkenntnisse immerhin 150.000 Euro aus. Genützt haben sie insbesondere Kurz nicht viel.
Die Studie erblickte aber auch erst später, nach seinem abrupten Sturz über Korruptionsvorwürfe und der Manipulation von Umfragen, das Licht der Öffentlichkeit. Und das ist ja wiederum das Ermutigende an der kleinen Anekdote aus dem Nachbarland: Echte Schmutzeligkeiten kommen früher oder später ans Licht. Im Vergleich ist die Hilfe beim Bau von Radwegen in Peru, die übrigens noch vom früheren CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller angeschoben wurde, dann doch ein durchaus ehrenwertes Anliegen.
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