Hamburg  So stark steigen die Heizkosten durch die Rückkehr zum vollen Mehrwertsteuersatz

Eva Dorothée Schmid
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Von Eva Dorothée Schmid
| 06.02.2024 12:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Mehrwertsteuer auf Gas steigt bald wieder von 7 auf 19 Prozent. Damit steigen auch die Heizkosten der meisten Haushalte. Foto: Imago/Wolfgang Maria Weber
Die Mehrwertsteuer auf Gas steigt bald wieder von 7 auf 19 Prozent. Damit steigen auch die Heizkosten der meisten Haushalte. Foto: Imago/Wolfgang Maria Weber
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Ab April gilt auf Gas wieder der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Da rund die Hälfte aller deutschen Haushalte noch mit Gas heizt, steigen die Heizkosten für viele Menschen. Mit welchen Mehrkosten Verbraucher 2024 rechnen müssen.

Die Bundesregierung beschloss auf dem Höhepunkt der Energiepreiskrise im Oktober 2022 eine Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf Erdgas und Fernwärme von 19 auf 7 Prozent. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz läuft zum 1. April 2024 aus. Ursprünglich war im Wachstumschancengesetz vorgesehen, dass er bereits zum 1. März ausläuft, der entsprechende Passus wurde nun aber gestrichen.

Im April steigen die Heizkosten der Haushalte, die mit Gas oder Fernwärme heizen, schlagartig um 11 Prozent. Betroffen davon sind rund 63 Prozent aller deutschen Haushalte.

Wie die Deutschen Haushalte heizen, zeigt diese Statista-Grafik:

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Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte liegt laut dem Vergleichsportal Verivox aktuell bei 10,37 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und steigt durch einen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 11,53 Cent/kWh. Eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh hat dadurch durchschnittliche Mehrkosten von rund 233 Euro pro Jahr.

In der Grundversorgung wirkt sich der volle Mehrwertsteuersatz noch stärker aus: Die jährlichen Gaskosten für ein Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh liegen laut Verivox hier im bundesweiten Durchschnitt aktuell bei 2.644 Euro mit reduziertem Steuersatz. Mit dem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent sind es dann 2.941 Euro. Die Rückkehr zum alten Steuersatz bedeutet Mehrkosten von 297 Euro pro Jahr.

Im günstigsten verfügbaren Neukundentarif mit Preisgarantie kostet die gleiche Menge Gas aktuell im Bundesschnitt rund 1.646 Euro (bei 7 Prozent Mehrwertsteuer). Mit einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent stiegen die Heizkosten um 185 Euro auf insgesamt 1.831 Euro. Wer also einen Neukundentarif abschließt, zahlt für die gleiche Menge Gas 112 Euro weniger Steuern als in der örtlichen Grundversorgung.

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„Der volle Mehrwertsteuersatz wird den Gaspreis schlagartig um 11 Prozent erhöhen. Die Kunden haben durch die Umstellung kein gesetzliches Sonderkündigungsrecht, daher sollten sie frühzeitig ihren Vertrag prüfen und sich um einen möglichst günstigen Tarif kümmern“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Die teure Grundversorgung sei derzeit im Schnitt 37 Prozent teurer als die günstigen Gastarife.

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