Wassersport auf Ostfrieslands Kanälen Boots-Vignette vereinfacht auch 2024 das Schleusen
Der Boots-Pass für ostfriesische Kanäle wird 2024 neu aufgelegt. Er ermöglicht durchgängiges Befahren der Wasserstraßen ohne zusätzliche Schleusen- und Brückengebühren.
Ostfriesland - Freie Fahrt voraus mit Wimpel und Vignette: Auch 2024 vereinfacht der „Boots-Pass“ die Abrechnung an Ems-Jade- und Nordgeorgsfehnkanal. Die 2022 eingeführte Pauschal-Lösung zur Nutzung der ostfriesischen Freizeitgewässer ist nach Ansicht der Projektpartner auch im zweiten Jahr ihres Bestehens ein Erfolg gewesen. Deshalb wird das Angebot fortgesetzt.
Hier gibt‘s die Vignette
Entsprechende Vignetten für die kommende Wassersportsaison, die für die Schleusenwärter wieder gut sichtbar an der Steuerbordseite des Führerstands befestigt werden müssen, sind bereits gedruckt. Erhältlich sind sie für 40 Euro ab sofort über das Team Wassersport Ostfriesland (Kontakt: André Grünebast, two-gruenebast@gmx.de), den Regionalverband Segeln Weser-Ems (Kontakt: hans.hueser@gmail.com) sowie in den Tourist-Informationen in Emden, Wilhelmshaven, Friedeburg und Leer. Beim Bezug über das TWO und den RVS W-E fallen zusätzlich vier Euro für den versicherten Postversand an. Der DMYV übernimmt für seine Mitglieder (Vereine und Sportbootvereinigung (SBV)) nach wie vor die kompletten Kosten für das Befahren der Kanäle Ems-Jade-Kanal und Nordgeorgsfehnkanal sowie des Elbe-Weser-Schifffahrtsweges.
Für eine einmalige Zahlung von 40 Euro pro Wasserfahrzeug ermöglicht die Vignette zu den Betriebszeiten der Brücken und Schleusen ein durchgängiges Befahren des Ems-Jade-Kanals und des Nordgeorgsfehnkanals – ohne zusätzliche Schleusen- und Brückengebühren.
Positive Zahlen für 2023
Bei der Auswertung der abgelaufenen Wassersportsaison habe sich herausgestellt: Eine dreistellige Anzahl von „Boots-Pass“-Vignetten wurde 2023 zwischen Emden und Wilhelmshaven verkauft. Insgesamt wurden allein an der Kesselschleuse in Emden in der Saison 2023 über 5400 Schleusenvorgänge durchgeführt, teilt der NLWKN mit. Beim Boots-Pass kooperieren die Ostfriesland Tourismus GmbH (OTG), der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das Team Wassersport Ostfriesland (TWO), der Landesverband Motorbootsport (LMN), der Deutsche Motoryachtverband (DMYV) und der Regionalverband Segeln Weser-Ems (RVS W-E).
Neben dem zählbaren Erfolg steht für die Macherinnen und Macher des ostfriesischen Pauschalangebots aber noch ein ganz anderer Gewinn: Die Entwicklung eines „Wir-Gefühls“ rund um den Wassersport in der Region: „Wassersportler, Verbände, Touristiker und die Betreiber der Infrastruktur sind enger zusammengerückt. Die Ziele einer für alle Seiten fairen und nutzerfreundlichen Pauschale und damit verbunden die Steigerung der Attraktivität der Region als Wassersport-Destination haben uns auf einen gemeinsamen Kurs geführt“, so das positive Fazit von Helmut von Veen (DMYV), Benno Wiemeyer (LMN), Hans Hüser (RVS Weser-Ems), André Grünebast (TWO), Axel Daubenspeck (NLWKN) und Imke Wemken (OTG).
Einfachere Abläufe, weniger Bürokratie
Ganz praktisch habe der Bootspass zu weniger Bürokratie, einer Vereinfachung der Abläufe an den Schleusen und insgesamt zu einer Verbesserung des Freizeiterlebnisses beigetragen.
Ausbaufähig sei die Nutzung des Bootspasses durch auswärtige Gäste im Wassersportrevier, die über die Tourist-Informationen auf das neue Pauschalangebot zugreifen können. „Wir werden 2024 durch zusätzliche Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen an dieser Stelle ansetzen und dabei auch über die Landesgrenze hinausdenken“, so Imke Wemken, Leiterin der Ostfriesland Tourismus GmbH.
Der NLWKN als Betreiber des Kanalnetzes sieht sich bei seinen 15 Schleusen und 74 Brücken in der Region seit Jahren mit deutlich steigenden Energie- und Betriebskosten konfrontiert. „Das im Rahmen des Projekts gesteckte Ziele einer besseren Kostendeckung konnte 2023 über die verkauften Vignetten, die durch die Verbände für ihre Mitglieder entrichteten Zahlungen, die nach wie vor möglichen Einzelabrechnungen pro Schleusengang und die Finanzierungsbeiträge der Städte, Gemeinden und Tourismusorganisationen erneut erreicht werden“, zieht Axel Daubenspeck vom NLWKN in Aurich ein positives Fazit.