„Todesraser“ aus Ostrhauderfehn Polizei beschlagnahmt den Führerschein von Raser Iprime
Neue Entwicklungen im Fall des auch als „Todesraser“ bezeichneten 26-Jährigen aus Ostrhauderfehn. Er musste seinen Führerschein abgeben. Wann er ihn zurückbekommt, ist offen. Das ist der Grund.
Ostrhauderfehn/Leer - Nach monatelangen Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Raser aus Ostrhauderfehn hat es nun erste Konsequenzen gegeben. Wegen des Verdachts des verbotenen Kraftfahrzeugrennens ist dem 26-Jährigen die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen worden. Das bestätigte auf Anfrage dieser Redaktion die Staatsanwaltschaft Aurich am Mittwoch, 14. Februar 2024. Eine Woche zuvor hatte es an der Meldeadresse des mutmaßlichen Straftäters eine Durchsuchung gegeben.
„Ich kann bestätigen, dass dem Beschuldigten die Fahrerlaubnis durch Gerichtsbeschluss gem. § 111a StPO (Strafprozessordnung/Anmerkung der Redaktion) vorläufig entzogen und der Führerschein des Beschuldigten beschlagnahmt wurde“, teilte Staatsanwalt Stefan Gleissner mit. Er ist Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Aurich für Pressesachen aus dem Bezirk des Amtsgerichts Leer. Seinen Führerschein wird der 26-Jährige vorläufig auch nicht zurückerhalten. „In der Regel bleibt der Führerschein aufgrund dieser Anordnung bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Entziehung der Fahrerlaubnis und die Einziehung des Führerscheins im Urteil in amtlicher Verwahrung“, so Gleissner auf die Frage, wie lange der Führerschein beschlagnahmt bleibe. Es muss also zunächst abgewartet werden, ob gegen den Mann ein Verfahren eröffnet wird. Die Ermittlungen dauern an.
Neues Video bei BamBam_TV
Gegen den 26-jährigen Mann wird anhand von zahlreichen im Internet veröffentlichten Videos ermittelt. Die Filme hat der mutmaßliche Raser selbst gedreht und veröffentlicht. Er nennt dabei auch seinen Namen. Das Kennzeichen des inzwischen abgemeldeten BMW des Mannes ist ebenso zu erkennen. Ebenso auch etliche der zu Rennstrecken missbrauchten, öffentlichen Straßen.
Unklar ist in diesem Fall immer noch, warum der Mann trotz monatelanger Ermittlungen erst jetzt seine Fahrerlaubnis abgeben musste. Es gibt mehrere Personen, die angeben, dass sie mit Strafanzeigen und Hinweisen nicht weitergekommen sind. Sie hatten Angst, die Raserei könnte zu unschuldigen Opfern im Straßenverkehr führen. Es gibt zu dem Fall des im Internet auch als „Todesraser“ bezeichneten Ostrhauderfehners weitere Neuigkeiten und ein viertes Video von YouTuber BamBam. Es wurde am Donnerstag, 15. Februar, veröffentlicht.
Der Fall sorgt seit einiger Zeit für Aufsehen. In seinen selbstgedrehten Videos nennt der Raser sich Iprime. Die Polizei stuft sein Verhalten als „rücksichtslos und gefährdend“ ein. Weil monatelang nichts passierte, werden Polizei und Staatsanwaltschaft kritisiert. Ein YouTuber hat den Fall medial mit Filmen groß aufbereitet und den Blick der Öffentlichkeit darauf gelenkt. In dieser Woche hat er den inzwischen vierten Film über den 26-Jährigen produziert. Er veröffentlicht die Filme auf dem Kanal BamBam_tv bei YouTube. In dem aktuellen Beitrag geht es um die Durchsuchung und die zwangsweise Stilllegung des Autos des Rasers. Der Mann erneuert darin auch Vorwürfe an Polizei und Staatsanwaltschaft. „Staatsanwaltschaft riskiert Menschenleben?...“, ist eine der Fragen, die der YouTuber in dem Film provokant stellt.
YouTuber legt mit Video gegen Raser aus Ostrhauderfehn nach
Die Jagd auf den „Todesraser“ – und wann der Landkreis handelte
Ermittlungen gegen „Todesraser“ aus Ostrhauderfehn – und Strafanzeigen
Ostrhauderfehner „Todesraser“ steht schon wieder vor Gericht
Vollstreckung eines Durchsuchungsbeschlusses
Am Mittwoch, 7. Februar 2024, war die Polizei in Ostrhauderfehn am Wohnort des 26-Jährigen im Einsatz. Es ging um die Vollstreckung eines Durchsuchungsbeschlusses. Dabei wurde nach Informationen dieser Redaktion nicht nur der Führerschein beschlagnahmt. Es sollen auch diverse elektronische Speichermedien wie Computer, Laptops, Smartphones, Kameras und ähnliche Gegenstände zu Beweiszwecken sichergestellt worden sein. Auch am Arbeitsplatz des Beschuldigten war die Polizei an dem Mittwoch. Dort wurde nach dem Fahrzeug gesucht. Das war dort allerdings nicht mehr. Aus dem Umfeld von Iprime oder ihm selbst wurde ein Foto von dem Durchsuchungsbeschluss weitergeleitet.
Das Auto des 26-Jährigen, ein BMW, mit dem er diverse illegale Straßenrennen gefahren haben soll, war bereits einige Tage zuvor stillgelegt worden. Der Raser hatte in einem seiner Internet-Beiträge den Eindruck erweckt, er habe dies freiwillig gemacht. Das stimmt allerdings nicht. Das Straßenverkehrsamt hatte die zwangsweise Stilllegung des Kraftfahrzeugs angeordnet. Sichergestellt worden ist der BMW bei der Durchsuchung durch die Polizei am 7. Februar allerdings nicht. Der Wagen soll in einer Garage im Saterland stehen.