Leerstände und Neueröffnungen  Welche Geschäfte in Aurich schließen und wo Neues entsteht

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 16.02.2024 13:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Neben Rump wird bald ein Friseur einen Salon eröffnen.
Neben Rump wird bald ein Friseur einen Salon eröffnen.
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In der Burgstraße und der Norderstraße in Aurich ist einiges in Bewegung. Für Vermieter und Makler ist die Zeit allerdings schwierig.

Aurich - Derzeit erwacht in der Auricher Fußgängerzone nach dem Winter und der aufwendigen Sanierung das Leben. Gerade in den vergangenen Tagen flanierten etliche Karnevalsflüchtlinge durch die Burgstraße, die Norderstraße und die Osterstraße, immer auf der Suche nach etwas Besonderem oder einem Schnäppchen. Die Passanten aus Aurich werden bei ihrem Bummel einige Veränderungen festgestellt haben. Geschäfte, darunter solche, die viele Jahrzehnte das Stadtbild bestimmt haben, sind verschwunden. In einigen Ladenlokalen sieht man aber auch hinter teilweise abgeklebten Schaufenstern, dass Handwerker aktiv sind. Die Redaktion hat sich umgeschaut. Dies ist die Übersicht, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Großflächig hatte das Naturwarenhaus Einhorn seinen Ausverkauf plakatiert. Fotos: Boschbach
Großflächig hatte das Naturwarenhaus Einhorn seinen Ausverkauf plakatiert. Fotos: Boschbach

Schließungen

In der Burgstraße 40 hat am 3. Februar das Naturwarenhaus „Das Einhorn“ geschlossen. Inhaberin Raoni Aili Issac hatte sich aus persönlichen Gründen nach 25 Jahren zu diesem Schritt entschlossen. Erfolglos verlief ihr Versuch, jemanden zu finden, der das Geschäft übernimmt und weiterführt. Ähnlich zäh gestalten sich die Versuche, einen Nachfolger für den ehemaligen Birkenstock-Laden in der Burgstraße 44 zu finden. Dieser steht schon seit etwas mehr als einem Jahr leer. „Es gibt dort nichts Konkretes. Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien ist ja derzeit sehr verhalten“, sagte Lennart Gerstmeier auf Anfrage. Der Auricher Immobilienmakler ist mit der Vermarktung des Objekts betraut.

Dieses Ladenlokal in der Burgstraße 42 sucht einen Nachmieter.
Dieses Ladenlokal in der Burgstraße 42 sucht einen Nachmieter.

Einen Mieterwechsel gibt es etwas weiter die Burgstraße hoch in Richtung Marktplatz an der Ecke zur Hafenstraße. Bis Ende Dezember hatte die Stadt Aurich dort ein Ladenlokal genutzt, um während der Fußgängerzonensanierung ein Baustellenbüro betreiben zu können. Es diente sowohl für Besprechungen mit der Firma Strabag als auch als Anlaufstelle für Kaufleute oder Bürger, wenn sie Fragen hatten. Jetzt ist der 150 Quadratmeter große Geschäftsraum wieder auf dem Markt verfügbar. Bis September 2019 gab es dort eine Filiale der Buchhandlungskette Thalia, die ihren Sitz aber aus strategischen Erwägungen wieder in den Caro verlegt hat.

Das Geschäft von Möbel Fangmann an der Norderstraße ist seit sechs Wochen geschlossen.
Das Geschäft von Möbel Fangmann an der Norderstraße ist seit sechs Wochen geschlossen.

In der Norderstraße klaffen etliche Lücken, was die Besetzung von Geschäften anbelangt. In dem Eckhaus am Übergang zum Zentralen Omnibusbahnhof hat Ende des Jahres das Möbelhaus Fangmann seinen Verkauf von Accessoires und Kleinmöbeln aus persönlichen Gründen eingestellt. Der Inhaber, Frank Fangmann, war vor einigen Monaten überraschend gestorben. Der kleine Geschenkartikel- und Uhrenreparaturladen „Melindas Wunschtraum“ in der Norderstraße 21 hat seinen Standort in der Innenstadt ebenfalls aufgegeben. „Im Einzelhandel ist in dieser Branche kein Geld mehr zu verdienen“, sagte Inhaber Sven Lindenau, der seit 30 Jahren historische Standuhren restauriert. In dem Ladenlokal auf der gegenüberliegenden Seite ist auch keine Auslage mehr zu entdecken, sondern nur der Hinweis, dass die Räume zu vermieten sind sowie eine Telefonnummer.

Neueröffnungen

Die abgeklebten Fenster verraten es bereits: In der Norderstraße 23 gestalten die neuen Mieter das Ladenlokal um, in dem bis vor mehr als einem Jahr die Papeterie Wiemers ansässig war. „Dort wird Anfang April ein Friseursalon eröffnen“, bestätigt Wessel Wiemers auf Anfrage der Redaktion. Es sei ihm sehr wichtig gewesen, dass wieder Leben in sein Elternhaus einzieht. „Ich hätte mir zwar gewünscht, dass sich dort Handel etabliert, aber man kann sich das nicht immer aussuchen“, sagte der Auricher mit Blick auf die derzeit träge Investitionslaune. Bei seinen neuen Mietern habe er ein gutes Gefühl. Gemeinsam mit ihnen sei ein Plan für die Umgestaltung entwickelt worden. Von einer Wand habe man den Putz abgeschlagen. Dort wolle man historische Fotos von dem Gebäude aufhängen. Es sei immerhin 200 Jahre alt.

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