Hamburg Wie lange Rentner für eine Beamten-Pension arbeiten müssten
Viele Beschäftigte sorgen sich, im Alter nicht von ihrer Rente leben zu können. Wie sieht es aber bei den Beamten aus? Darüber geben aktuelle Zahlen der Bundesregierung nun Aufschluss.
Das deutsche Rentensystem steckt in der Krise. Während immer mehr Menschen länger im Ruhestand sind, fehlen Fachkräfte, die in die Rentenkasse einzahlen. Dies hat einen Einfluss auf die Höhe der Bezüge. Laut dem Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung (DRV) bekommen Männer eine Rente von durchschnittlich 1728 Euro brutto, bei Frauen sind es 1316 Euro brutto.
Weiterlesen: Warum Pensionäre eine Inflationsprämie bekommen sollen – und Rentner nicht
Wie hoch belaufen sich dem gegenüber die Bezüge von Beamten? Dazu müssen zunächst einige Unterschiede im System erläutert werden. Denn Beamte bekommen während ihrer aktiven Dienstzeit kein Gehalt, sondern eine sogenannte Besoldung. Dies wirkt sich auch auf die Altersvorsorge aus.
Während die klassische Rente alle Einkommen der Arbeitsjahre zusammenzählt, berechnet sich die Pension der Beamten nach dem letzten Einkommen des Empfängers. Das können maximal 71,75 Prozent des Bruttogehalts sein. Diese Berechnung begründet sich darin, dass der Staat als Dienstherr gegenüber den Beamten eine besondere Fürsorgepflicht hat.
Derzeit beläuft sich die durchschnittliche Pension in Deutschland auf monatlich 2630 Euro brutto. Das berichtet die „Bild“ und beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesregierung. Laut Berechnungen müsste ein durchschnittlicher Arbeitnehmer 73 Jahre lang arbeiten, um auf die gleiche Summe wie die durchschnittliche Pension zu kommen.
Weiterlesen: Nach der Pensionierung weiter arbeiten: Das müssen Beamte wissen
Ein komplettes Arbeitsleben dürfte dafür kaum ausreichen. Eine andere Möglichkeit als Arbeitnehmer wäre, rund doppelt so viel zu verdienen wie der Durchschnitt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag das Durchschnittsgehalt von Vollzeitbeschäftigten beispielsweise im April des vergangenen Jahres bei 4323 Euro brutto im Monat.
Mit diesem Wert als Grundlage, müsste ein Arbeitnehmer mehr als das Doppelte brutto im Monat verdienen, um ähnliche Bezüge wie ein Beamter im Ruhestand zu erhalten.
Die Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass ein Großteil der Pensionäre Bezüge zwischen 2000 und 3000 Euro brutto im Monat bekommt. Dagegen erhält jeder vierte Beamte im Ruhestand eine Pension von weniger als 2000 Euro brutto im Monat. In diesem Zuge warnt das Bundesinnenministerium davor, falsche Schlüsse aus einer Gegenüberstellung von Pension und Rente zu ziehen.
„Der Vergleich durchschnittlicher Renten ist ein Vergleich von ‚Äpfel und Birnen‘“, heißt es auf der Internetseite des Ministeriums. Pensionen müssten regelmäßig das gesamte oder zumindest den überwiegenden Teil eines Erwerbslebens abdecken. Dagegen fließen in die Berechnung der Durchschnittsrente auch kürzere Erwerbstätigkeiten und alle rentenversicherten Berufsgruppen ein.
Zudem betont das Ministerium, dass Beamte eine private Kranken- und Pflegeversicherung abschließen müssen. „Die Beiträge hierfür sind nicht einkommensabhängig, sondern risikobezogen und erreichen daher gerade im Alter oft eine beträchtliche Höhe.“
Auch interessant: Beamte zahlen in die Rentenkasse ein – was würde das bringen?