Hannover Sicherheit in Fußballstadien: Ball liegt bei den Vereinen
Die Polizei muss ihren Kopf hinhalten, wenn Fußballfans im Stadion ausrasten. Ein Unding, denn für die Sicherheit sind die Vereine verantwortlich.
Ein Besuch im Fußballstadion beschert Gänsehautmomente und ist Emotion pur. Die meisten Fans fiebern friedlich mit und feuern ihr Team nach Kräften an.
Einige wenige aber schlagen im Stadion regelmäßig über die Stränge und um sich. Die Gewaltspirale dreht sich immer weiter, ganze Hundertschaften von Polizisten haben bei Risikospielen wie etwa zwischen Hannover und Braunschweig Mühe, die Auseinandersetzungen zu befrieden und im Griff zu behalten.
Dabei ist die Sicherheit in Stadien keine Aufgabe der Polizei. Sie ist im öffentlichen Bereich zuständig, also außerhalb des Stadions. Innen sind die Gastgeber, also die Vereine, dafür verantwortlich, dass es zu keinen Ausschreitungen kommt. Dieser Pflichtaufgabe aber haben sich viele Vereine in der Vergangenheit erfolgreich entzogen und die Verantwortung klammheimlich an die Polizei übertragen.
Gut, dass Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens dieser Entwicklung nun einen Riegel vorschieben und die Vereine in die Pflicht nehmen will. Einsatz von Videotechnik, verstärkte Einlasskontrollen, personalisierte Tickets, besser ausgebildetes Sicherheitspersonal: Stellschrauben zur Erhöhung der Sicherheit gibt es genügend, die Vereine müssen nur an ihnen drehen.
Zumindest die Verantwortlichen der Zweitligisten Hannover 96 und Eintracht Braunschweig haben sich nach einem persönlichen „Anpfiff“ der Ministerin Ende vorigen Jahres einsichtig gezeigt und Besserung gelobt. Mal sehen, ob die im April anstehende Begegnung der beiden Rivalen ruhiger verläuft.
Fest steht: Die Politik muss hier am Ball bleiben. Schließlich kann es nicht angehen, dass für die Sicherheit in Fußballstadien Steuergeld verpulvert wird, während die Vereine sich einen schlanken Fuß machen.