Industrie-Ansiedlung in Emden  Jetzt soll’s am Rysumer Nacken endlich losgehen

| | 20.02.2024 11:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Bereich des Rysumer Nackens gibt es die letzten großen Industrieflächen in Emden. Foto: Archiv
Im Bereich des Rysumer Nackens gibt es die letzten großen Industrieflächen in Emden. Foto: Archiv
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Der Rysumer Nacken gilt als eine der wichtigsten Flächen für Industrie-Ansiedlung in Emden. Seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert, diese besser zugänglich und attraktiver zu machen.

Emden - Gemeinsam mit der landeseigenen Hafengesellschaft Niedersachsen Ports (N-Ports) will die Stadt Emden prüfen lassen, wie eine bessere Verkehrsanbindung zum Rysumer Nacken hergestellt werden kann. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt hervor. Demnach hat der Verwaltungsausschuss - das ist das zweitwichtigste Gremium der Stadt nach dem Rat - am 19. Februar 2024 beschlossen, dass die Stadt sich an „Planungsleistungen zum Verkehrsanbindungskonzept der Hafenerweiterungsflächen am Rysumer Nacken in Emden“ beteiligt. Der Aufsichtsrat von N-Ports hatte Ende 2023 einen entsprechenden Beschluss vorbereitet.

Die Prüfung ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der hafennahen Industrieflächen am Rysumer Nacken. Denn: Die Fläche gilt als eine der wichtigsten für Ansiedlungen in Emden. Bislang hat nur der Gaskonzern Gasco einen großen Standort an der sogenannten Knock. Die rund 234 Hektar, über die es schon seit Jahren Gespräche zwischen Stadt, N-Ports und dem Land Niedersachsen gibt, gehören der Hafengesellschaft. Die Kosten für die Ausschreibung, die voraussichtlich im Frühjahr veröffentlicht werden soll, wolle man sich zur Hälfte mit N-Ports teilen, so die Stadt. Die Höhe der Kosten wurde nicht mitgeteilt. Auf Nachfrage erklärte Stadtsprecherin Theda Eilers, dass die Summe erst nach dem Ergebnis der Ausschreibung genannt werden könne. Darauf habe man sich mit N-Ports geeinigt.

Interesse für Industrie-Ansiedlung ist groß

Im Jahr 2023 waren die Flächen durch Niedersachsen Ports europaweit für hafenaffine Ansiedlungen und die Produktion von erneuerbaren Energien ausgeschrieben worden. „Aufgrund der attraktiven Gegebenheiten gibt es diverse Interessensbekundungen für Industrieansiedlungen“, schreibt die Stadt. Darunter seien beispielsweise Überlegungen für die Produktion von grünem Wasserstoff.

„Die Fläche am Rysumer Nacken ist die wichtigste Potenzialfläche, die am Standort Emden noch vorhanden ist“, wird Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) in der Mitteilung zitiert. „Die Fläche kann bei der Transformation der Energiewirtschaft im Nordwesten Deutschlands eine wichtige Rolle spielen und zusätzlich für eine hohe regionale Wertschöpfung rund um das Thema Energie in Emden sorgen“, so Kruithoff.

Leistungsfähige Verkehrsanbindung sei nötig

Voraussetzung dafür, diese Ansiedlungen und Projekte dort realisieren zu können, sei jedoch eine leistungsfähige verkehrliche Anbindung des Rysumer Nackens. Ob diese grundsätzlich umsetzbar wäre, solle nun in einem Planungskonzept geprüft werden. „Damit diese Überprüfung fundiert und unter Berücksichtigung jeglicher umweltrechtlicher Belange geschehen kann, soll ein Planungskonzept von Niedersachsen Ports in Auftrag gegeben werden“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Dieses soll auch aufzeigen, welche Maßnahmen möglich und notwendig wären, um das Verkehrsaufkommen bei neuen Gewerbe- und Industrieansiedlungen in diesem Bereich zu ermöglichen. Betrachtet werden soll dabei die Erschließung über die L2 Larrelter Straße, die Rysumer Landstraße über das Knockster Tief sowie die weitere Anbindung über den Schomerswolder Weg.

Bislang ist das Gebiet über die A31 (Anschlussstelle Emden-West) angebunden. Die Jannes-Ohling-Straße im Bereich des Schöpfwerks erlaubt derzeit für den Straßenverkehr höchstens 20 Tonnen und „bildet dadurch einen Schwachpunkt in der Anbindung der neuen Erschließungsflächen“, so die Stadt.

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