München  Beschlossene Sache: Thomas Tuchel hört zum Saisonende als Bayern-Trainer auf

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 21.02.2024 10:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Thomas Tuchel und der FC Bayern gehen am Ende der Saison getrennte Wege. Foto: imago/Action Picture
Thomas Tuchel und der FC Bayern gehen am Ende der Saison getrennte Wege. Foto: imago/Action Picture
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Am Ende der Saison trennen sich die Wege von Thomas Tuchel und dem FC Bayern. Der Trainer hat eigentlich noch einen Vertrag bis 2025, doch nach der neuerlichen Niederlagen-Serie wurde beschlossen, dass man sich bereits Ende der Saison trennen wird.

Der FC Bayern München und Trainer Thomas Tuchel werden übereinstimmenden Medienberichten zufolge ab dem Saisonende getrennte Wege gehen. Die vorzeitige Trennung sei in den vergangenen Tagen beschlossen worden, berichteten „Bild“ und Sky am Mittwoch. Eine offizielle Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Vorausgegangen waren bei den Bayern zuletzt drei Niederlagen nacheinander. Über eine mögliche Nachfolge ab Sommer wurde zunächst nichts bekannt.

Der Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen erklärte in einer Pressemitteilung:  „Wir sind in einem offenen, guten Gespräch zu dem Entschluss gekommen, unsere Zusammenarbeit zum Sommer einvernehmlich zu beenden. Unser Ziel ist es, mit der Saison 2024/25 eine sportliche Neuausrichtung mit einem neuen Trainer vorzunehmen.“ Auch Tuchel äußerte sich kurz und knapp: „Wir haben vereinbart, dass wir unsere Zusammenarbeit nach dieser Saison beenden. Bis dahin werde ich mit meinem Trainerteam selbstverständlich weiter alles für den maximalen Erfolg geben.“

Tuchel hatte im März 2023 die Nachfolge von Julian Nagelsmann angetreten und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2025 unterschrieben. In der Saison 2022/23 schieden die Münchner unter Tuchel im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg und in der Champions League gegen den späteren Gewinner Manchester City aus, feierten am Ende wenigstens die deutsche Meisterschaft in einem spannenden Finish vor Borussia Dortmund.

Die laufende Spielzeit droht die erste ohne Titel seit der Saison 2011/12 zu werden. Im Pokal schieden die Münchner bei Drittligist 1. FC Saarbrücken aus. Im Achtelfinale der Champions League muss der FC Bayern für einen Viertelfinal-Einzug am 5. März ein 0:1 aus dem Hinspiel bei Lazio Rom aufholen. Im Kampf um die Meisterschaft ist Bayer Leverkusen den Münchnern weit enteilt. Im direkten Duell hatte die Werkself von Trainer Xabi Alonso Mitte Februar einen klaren 3:0-Sieg eingefahren. Alonso spielte von 2014 bis 2017 für den FC Bayern und ist für mehrere Spitzenclubs ein interessanter Trainerkandidat.

Der 50-jährige Tuchel hat in dieser Saison viele Verletzte in seinem Starensemble zu beklagen. Auf der anderen Seite enttäuschte das immer noch hochkarätig besetzte Team zu oft. Die taktischen und personellen Wechsel in den vergangenen Spielen hatten keinen Erfolg. Fachlich gab es viel Lob für Tuchel, mit dem einen oder anderen Star gab es aber auch Misstöne. Wiederholt wies Tuchel auf die Diskrepanz zwischen den Leistungen in den Spielen und im Training hin.

Tuchel versucht weiter, nach wiederholten Rückschlägen die Spielzeit noch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Eine Trennung mitten in der Saison wie bei Nagelsmann wollen die Bayern-Bosse unbedingt vermeiden. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hat nach dem 2:3 gegen den Bochum eine vorzeitige Trennung ausgeschlossen.

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